Analyse

Die Berner Spielverderber

Gewaltiger Jubel auf der Seite des Gegners: Christian Stucki veredelt sein ohnehin schon beeindruckendes Palmarès mit dem Schwingerkönig-Titel. Joel Wicki verliert im Schlussgang erstmals am Eidgenössischen in Zug.

Gewaltiger Jubel auf der Seite des Gegners: Christian Stucki veredelt sein ohnehin schon beeindruckendes Palmarès mit dem Schwingerkönig-Titel. Joel Wicki verliert im Schlussgang erstmals am Eidgenössischen in Zug.

Am Eidgenössischen Schwingfest wurde Christian Stucki heute Nachmittag zum neuen König gekrönt. Die Innerschweizer kamen nicht zu ihrem ersten Schwingerkönig, weil die Berner als Spielverderber fungierten. Und auch bei den Nordwestschweizern liefs nicht wie gewollt. Eine Analyse.

Armon Orlik, Samuel Giger, Pirmin Reichmuth und Joel Wicki. Diese vier Namen standen zuoberst auf jeder Favoritenliste im Hinblick auf das Eidgenössische Schwingfest in Zug. Endlich sollte die Dominanz der Berner gebrochen werden. Und endlich sollte die Innerschweiz bei ihrem Heimfest den erst zweiten Schwingerkönig der Geschichte feiern. Der Entlebucher Joel Wicki marschierte durch das Fest, legte im Rekordtempo einen Gegner nach dem anderen auf den Rücken. Wer sollte diesen jungen, explosiven Schwinger, der die neue Generation dieses wunderbaren Sports fast exemplarisch vertritt, bremsen?

Spielverderber waren wieder mal die Berner. Die grosse Wachablösung, die im Vorfeld heraufbeschworen wurde, verhinderten sie auf eindrückliche Art und Weise. In der Person des Titanen Christian Stucki. Stucki hatte man nach einer von Verletzungen geprägten Saison, trotz seines eindrücklichen Palmarès, nur bedingt auf der Rechnung. Und dann waren er und seine Teamkollegen im entscheidenden Moment doch wieder zur Stelle. Stucki bremste im Schlussgang den unbesiegbar scheinenden Wicki abrupt. Und die Berner schlossen den Wettkampf mit 15 Kränzen als bester Teilverband ab. Nur deren drei Kränze errangen dafür die Nordwestschweizer Schwinger und verpassten damit das ausgegebene Ziel von mindestens fünfmal Eichenlaub. Motivation, es in Zukunft besser zu machen, ist allemal vorhanden. Das nächste Schwingfest in drei Jahren findet in Pratteln statt. Ob dann die Berner fällig sind?

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