Frauen-Nati

Die Schweizerinnen stehen kurz vor der EM-Quali – das sind die Noten zum 2:0-Sieg gegen Rumänien

Trifft zum 2:0 - Ana Maria Crnogorcevic.

Trifft zum 2:0 - Ana Maria Crnogorcevic.

Dank Toren von Coumba Sow und Ana Maria Crnogorcevic gelingt der Nati der zweite Erfolg in Serie. Nun kommt es im Dezember zum Endspiel um den Gruppensieg gegen Belgien.

Ein kurzes Lächeln, ein strenger Blick – und klare Worte. «Manchmal geht es einfach darum, zu gewinnen. Und das haben wir gemacht.» Coumba Sow fand auch den direkten Weg, als sie zur Analyse schritt, im Anschluss an diesen wichtigen 2:0-Sieg in Rumänien. «Die Ausgangslage, an die EM zu kommen, ist nun vorzüglich. Und darum dürfen wir auch happy sein, obwohl wir nicht die beste Leistung gezeigt haben.»

Auch Nationaltrainer Nils Nielsen brachte durchaus Selbstkritik an. «Mein Gefühl war, dass wir ein bisschen unruhig waren, vielleicht ein wenig zu sehr. Am Ende sind wir froh, drei Punkte mehr zu haben.»

Verhaltener Start, aber die Schweiz bleibt geduldig

Natürlich, an einer EM oder gegen einen stärkeren Gegner hätte diese Schweizer Leistung wohl kaum zu einem Vollerfolg gereicht. Nur braucht das jetzt niemanden zu kümmern. Weil der Auftritt in der Summe souverän war, geduldig auch. Und die Schweizerinnen über 90 Minuten nie nachliessen. Rumänien kam nicht ein einziges Mal in die Nähe eines Torerfolgs, und das, obwohl Nilsen seine Abwehr auf drei Positionen umbauen musste gegenüber der Stammformation, weil Calligaris, Bühler und Maritz verletzt fehlten.

Der Erfolg gegen Rumänien bringt die Schweiz sehr nahe an die EM. Für die direkte Qualifikation reicht nun im abschliessenden Spiel gegen Belgien am 1. Dezember bereits ein Unentschieden. Und sogar bei einer Niederlage bestünde die Chance, als eines der drei besten zweitplatzierten Teams direkt an die Endrunde im Juni/Juli 2022 zu fahren und die komplizierte Barrage zu vermeiden. Doch damit will sich im Schweizer Lager niemand aufhalten. «Wir wollen gegen Belgien noch einmal gewinnen – dann müssen wir gar nicht erst rechnen», sagt Nielsen.

Bis die Schweizerinnen ins Spiel fanden im leeren Stadion von Mogosoaia, etwa 20 Minuten von Bukarest entfernt, dauerte es 20 Minuten. Die Startphase war geprägt von Vorsicht. Es schien, als wäre der Fehlstart des verpatzten Spiels in Kroatien (1:1) vor gut einem Monat, noch sehr präsent in den Köpfen. Gut war, wie die Schweizerinnen die Geduld behielten. Sich immer weiter der Gefahrenzone näherten. Und schliesslich nach knapp einer halben Stunde in der ersten Druckphase das Führungstor erzielten. «Ich hörte hinter mir ein kräftiges <Schiess! Schiess! Schiess!>», erzählt Torschützin Sow. Der Treffer war für sie die Krönung einer starken Leistung.

Das erste Tor: Coumba Sow trifft herrlich ins hohe Eck.

Das erste Tor: Coumba Sow trifft herrlich ins hohe Eck.

Danach plätscherte das Spiel vielleicht etwas zu lange vor sich hin. Erst Mitte der zweiten Halbzeit suchten die Schweizerinnen wieder konsequenter den Weg zum Tor. Géraldine Reuteler versuchte es erst aus der Distanz. Danach vergab die eingewechselte Lehmann eine vorzügliche Gelegenheit, alleine vor dem Gehäuse. Ehe schliesslich nach einem einstudierten Eckball das 2:0 doch noch fiel. Ana Maria Crnogorcevic traf zum 60. Mal für die Schweiz – es war die definitive Siegsicherung.

Wann findet Bachmann aus der Formkrise?

Die vielleicht grösste Stärke dieser Schweizer Equipe gestern war, dass es allen gelang, stets konzentriert zu bleiben. Bis auf paar wenige Ballverluste in der Offensive gab es kaum etwas zu beklagen. Natürlich, gerade übermässig kreativ zeigten sich die Schweizerinnen auch nicht. Dafür bräuchten sie eine Ramona Bachmann, die endlich aus ihrer Formkrise findet. Zudem liegen ihnen Gegner wie die ­Belgierinnen eher, die auch die Absicht haben, nach vorne zu spielen.

Captain Wälti organisierte die Abwehr vorzüglich. Neben Sow überzeugte auch Malin Gut mit ihrer bereits erstaunlichen Ruhe. Reuteler gelangen zwei Assists. Und Crnogorcevic ­belohnte sich für ihren wie ­gewohnt aufopferungsvollen Einsatz.

Fazit: Sieg mitnehmen. Rechner zu Hause lassen. Und im Dezember alles klar machen.

Der Blick auf den Teletext. Ein Punkt fehlt noch zur EM-Qualifikation. Das Endspiel gegen Belgien findet am 1. Dezember statt.

Der Blick auf den Teletext. Ein Punkt fehlt noch zur EM-Qualifikation. Das Endspiel gegen Belgien findet am 1. Dezember statt.

Die Analyse: Torschützin Crnogorcevic im Video-Interview des SFV

Der Liveticker zum Nachlesen:

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