BENELUX-TOUR IM RADSPORT
Leader Stefan Bissegger: «Die Tour de France hat mich noch stärker gemacht»

Nach der Machtdemonstration im Zeitfahren verteidigt der junge Thurgauer Veloprofi die Gesamtführung in der Benelux-Rundfahrt.

Daniel Good
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Der Thurgauer Weltkasse-Zeitfahrer Stefan Bissegger.

Der Thurgauer Weltkasse-Zeitfahrer Stefan Bissegger.

Selbstverständlich ist es nicht, was sich zurzeit auf den Strassen von Belgien und den Niederlanden abspielt. Einer, der am Freitag in Ermatingen von einem Auto angefahren wurde, führt nach drei Etappen das Gesamtklassement der Benelux-Rundfahrt an.

Veloprofi Stefan Bissegger

Veloprofi Stefan Bissegger

Bild: PD

Das ist ein Rennen der World Tour und hervorragend besetzt. Für viele auch die WM-Hauptprobe, denn diese findet ebenfalls in Belgien statt.

Er traute sich nicht viel zu

Der Leader heisst Stefan Bissegger. Am Montagmorgen war er noch unsicher, ob es «gut gehen würde». Denn das linke Handgelenk ist stark geprellt. Aber er kämpfte sich durch die vom Wind geprägte erste Etappe und erreichte das Ziel zeitgleich mit dem Sieger, «auch wenn ich am Schluss von heftigen Krämpfen befallen wurde».

Vor dem Zeitfahren traute sich der 22-jährige Bissegger nicht viel zu. Aber er wartete mit einer Machtdemonstration auf und brummte den Konkurrenten auf den gut zehn Kilometern 15 und mehr Sekunden auf.

Im Zeitfahren muss er über Trottoirs springen

Zweimal galt es im Zeitfahren, über eine Trottoirabgrenzung zu springen, um auf der Ideallinie zu bleiben. «Die verstauchte Hand tat schon weh. Da musste ich einfach auf die Zähne beissen. Aber wenn ich die Hände am Lenker hatte, ging es schon», sagt Bissegger nach seinem dritten Saisonsieg im Rahmen der World Tour. Er sagt:

«Die Form stimmt sicher. Die Strapazen an der Tour de France haben mich noch stärker gemacht.»

In der dritten Etappe belegte der Thurgauer den 22. Rang zeitgleich mit Peter Sagan. Im Gesamtklassement hat er weiter 19 Sekunden Vorsprung auf den Dänen Kasper Asgreen, den Gewinner der Flandern-Rundfahrt. Auf Platz drei folgt mit Stefan Küng ein weiterer Thurgauer.

Die Benelux-Tour dauert bis am Sonntag. Leader Bissegger sagt: «Am Samstag und Sonntag wird es nochmals besonders hart. Zunächst geht es in die Ardennen. Dann steht die steile Mauer von Geraardsbergen auf dem Programm. Aber ich bin mit dem schon jetzt Erreichten mehr als zufrieden.»