Ski-WM
Die Zweiflerin verkrampft nicht mehr – der Kommentar zur Bronze-Fahrt von Corinne Suter

Corinne Suter gewinnt WM-Bronze im Super-G. Für einmal liegen die Hundertstelsekunden auf der Seite der Schwyzerin. Der Kommentar von unserem Ski-Experten Martin Probst.

Martin Probst
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Corinne Suter gewinnt WM-Bronze!
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Sie klassiert sich hinter Mikaela Shiffrin und Sofia Goggia auf Platz 3.
Es ist die erste WM-Medaille für die 24-jährige Schwyzerin.
Selbst noch an der Pressekonferenz fliessen bei Corinne Suter die Tränen des Glücks.
Mikaela Shiffrin entscheidet den Hundertstel-Krimi von Åre für sich.
Es ist bereits der vierte WM-Titel für die US-Amerikanerin.
Nach drei Erfolgen im Slalom, gewinnt sie erstmals auch im Super-G.
Verpasst ihren ersten Weltmeistertitel nur um 2 Hundertstel: Sofia Goggia.
Die Italienerin wurde für eine gewohnt angriffige Fahrt mit Silber belohnt.
Die drei Podestfahrerinnen trennten gerade mal 5 Hundertstelsekunden.
Lara Gut-Behrami muss weiter auf ihren ersten WM-Titel warten. Sie wird 9.
«Ich bin zu sauber gefahren und das reicht einfach nicht. Ich habe schon unterwegs gespürt, dass ich keinen Zug auf dem Ski habe», sagt sie gegenüber «SRF».
Lindsey Vonn landet nach einem spektakulären Sturz in den Fangnetzen, bleibt aber unverletzt. Gegenüber "SRF" bestätigt sie, bei der Abfahrt am Start zu sein.
Slalom-Spezialistin Wendy Holdener zeigt als 14. eine gute Leistung.
«Ich hätte viel frecher fahren müssen. Ich sehe noch so viel Potenzial, fahre im Training richtig geile Schwünge. Aber ich fahre einfach zu wenig Speed-Rennen.», so Holdener gegenüber "SRF".
Jasmine Flury eröffnete das Rennen und schied sogleich aus.
Es war das Rennen der knappen Abstände. Vikoria Rebensburg verlor als 4. nur gerade 7 Hundertstel auf die Bestzeit von Shiffrin.
Die amtierende Olympiasiegerin Ester Ledecká kann nicht an ihren Überraschungserfolg von Pyeongchang anknüpfen. Sie klassiert sich nur auf Rang 27.

Corinne Suter gewinnt WM-Bronze!

Keystone

Tränen der Freude. Endlich. Die Geschichte von WM-Bronze-Gewinnerin Corinne Suter war lange eine des Zweifelns. Enttäuschungen setzten ihr stärker zu als vielen ihrer Kolleginnen. Im Ziel war sie in diesen Momenten untröstlich. Doch auch lange nachdem die Tränen der Enttäuschung getrocknet waren, zerfrassen sie die Zweifel. Sie war eine Athletin, die sich damit immer wieder selbst bremste.

Die Trainer attestierten Suter schon lang grosses Talent. Schon vor drei Jahren, als sie erst 21 Jahre alt war, stiess sie erstmals in die Top 10 vor. Sie war in den Rennen oft die jüngste Athletin auf einem Spitzenrang. Aber eben, dann kamen auch immer wieder Rückschläge und der endgültige Durchbruch gelang ihr nicht. Bis heute Dienstag. Und das nicht ganz unerwartet.

Corinne Suter hat sich verändert. Sie wirkt lockerer. Und vor allem reifer. In drei Weltcuprennen im Januar 2019 war sie zweimal Vierte und einmal Sechste. Einmal verpasste sie ihr erstes Weltcuppodest nur um eine Hundertstelsekunde.

Vielleicht liegt ihre Veränderung darin, dass Suter im Herbst viel Glück hatte. Einen Bluterguss im Fuss ignorierte sie so lange, bis daraus eine Blutvergiftung entstand, die sie das Bein hätte kosten können. Suter aber kam ohne Folgeschäden davon. Und es veränderte ihren Blick ein wenig. Sie merkte, dass es Schlimmeres gibt als sportlichen Misserfolg. Und das führte am Ende zum Erfolg. Suter verkrampft nicht mehr, zweifelt weniger.

Heute war das Hundertstelsekunden-Glück auf ihrer Seite. Corinne Suter hat es sich verdient.

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