Hallensport
Altdorfer Handballer erleben eine durchzogene Saison mit Happy End

Der KTV Altdorf hat eine 1.-Liga-Saison mit Höhen und Tiefen hinter sich. Es gibt aber Grund zur Zuversicht.

Urs Hanhart
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Florian Henrich (am Ball) war in der abgelaufenen Saison einer der herausragenden Akteure bei den Altdorfern.

Florian Henrich (am Ball) war in der abgelaufenen Saison einer der herausragenden Akteure bei den Altdorfern.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 30. April 2022)

«Wir möchten in der vorderen Hälfte der Tabelle mitmischen.» Diese Zielsetzung hatte Stefan Arnold, Coach beim KTV Altdorf, vor der Saison 2021/22 herausgegeben. Das Wort «Aufstieg» nahm er bewusst nicht in den Mund, im Wissen darum, dass die nach der abgebrochenen Saison 2020/21 erlittenen Abgänge nicht eins zu eins ersetzt werden konnten.

In der Hauptrunde verloren die Urner denn auch schnell den Anschluss an die Spitzenteams. Auf starke Auftritte folgten immer wieder unerklärlich schwache Vorstellungen. Schliesslich beendete Altdorf die Qualifikation im 5. Rang – mit fast zehn Punkten Rückstand auf die beiden Plätze in der Aufstiegsrunde. Ein eher enttäuschendes Abschneiden, wurde doch damit die Vorgabe «erste Ranglistenhälfte» verpasst, wenn auch relativ knapp.

Tolle Abschiedsvorstellung von Goalie Amrein

Im zweiten Saisonabschnitt zeigten die Altdorfer ein ganz anderes Gesicht und unterstrichen damit, dass sie in der Hauptrunde unter ihrem Wert geschlagen worden waren. Dies, obwohl Coach Arnold vor der Abstiegsrunde nicht sonderlich zuversichtliche Töne angeschlagen hatte, sagte er doch damals: «Wir haben mit einem sehr knappen Kader zu kämpfen. Zudem ist momentan schwer einzuschätzen, wo wir stehen. Und wir bekommen es mit einigen Mannschaften zu tun, die wir kaum kennen.» Die Sorgen, dass der Verbleib in der 1. Liga in Gefahr geraten könnte, verflogen jedoch sehr schnell, denn die Altdorfer legten eine fulminante Siegesserie hin und stellten den Klassenerhalt quasi in Windeseile sicher. In den Duellen mit Erzrivale Muotathal, die in der Hauptrunde noch deutlich zu Gunsten der Schwyzer geendet hatten, setzten sich die erstarkten Urner zweimal souverän durch.

Nur gerade einen Ausrutscher leistete sich das Team von Trainer Stefan Epp, und zwar im Heimspiel gegen Herzogenbuchsee, das überraschend vom nachmaligen Absteiger gewonnen wurde. Immerhin bügelten die Urner diese Scharte postwendend wieder aus, indem sie sich in der abschliessenden Partie gegen Muri souverän durchsetzten und damit die Abstiegsgruppe mit grossem Vorsprung gewannen. Seinen letzten Auftritt nach fünf Jahren im KTV-Dress hatte Keeper Christian Amrein. Er legte einen perfekten Abschied hin, parierte er doch stolze 60 Prozent der auf sein Gehäuse abgefeuerten Würfe. «Altdorf bleibt in meinem Herzen und ich komme jederzeit gerne wieder vorbei», versprach Amrein.

Ein Team mit Zukunft

Insbesondere die beiden Rückkehrer Florian Henrich, seines Zeichens Siebenmeterspezialist in den Reihen der Urner, und Samuel Wyss, ein brandgefährlicher Rückraumakteur, vermochten in der abgelaufenen Saison vollauf zu überzeugen. Sie warfen innerhalb des Teams mit Abstand am meisten Tore, gefolgt von Petar Bubalo, der seine erste Saison für die Gelb-Schwarzen absolvierte. Erfreulicherweise konnten sich auch einige ganz junge Spieler zumindest phasenweise sehr gut in Szene setzen, vor allem Rechtsaussen Lorin Schleich und Rückraumspieler Lukas Müller. Sie und auch noch einige weitere Spieler haben zweifellos noch Potenzial nach oben, vor allem in Bezug auf die Erfahrung.

Falls den Youngsters ein weiterer Leistungssprung gelingt und die Arrivierten ihr Niveau halten, kann der Urner Traditionsklub der nächsten Saison, die im September beginnen wird, sicherlich optimistisch entgegenblicken. Vielleicht gelingt den Altdorfern dann endlich der Sprung in die Finalrunde – und die schon seit einigen Jahren anvisierte Rückkehr in die Nationalliga B.

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