Ein Derby mit vielen Fehlern: Die Nottwiler Handballerinnen siegen gegen Zug

Die Spono Eagles gewinnen ein merkwürdiges Spiel gegen Zug mit 26:19 und sichern sich damit Platz zwei.

Stephan Santschi
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Die Nottwilerin Ivana Ljubas (links) setzt sich energisch gegen die Zuger Abwehr durch, insgesamt erzielt sie bis zum Spielende fünf Treffer.

Die Nottwilerin Ivana Ljubas (links) setzt sich energisch gegen die Zuger Abwehr durch, insgesamt erzielt sie bis zum Spielende fünf Treffer.

Dominik Wunderli (Nottwil, 10. Februar 2021)

Wenn den Spielerinnen die Bälle reihenweise aus den Händen fallen, wenn die Kreisläuferin beim Abschluss öfters auf der Linie steht, wenn die Fehlpässe sich häufen und die Akteurin am Mittelpunkt beim schnellen Anspiel das Spielobjekt nicht fangen kann, dann wird klar: Ein normales Derby war das nicht, das gestern in der Nottwiler Kirchmattehalle zwischen den Spono Eagles und dem LK Zug ausgetragen wurde. «Wir waren nicht dynamisch, spielten träge», urteilte Sponos Sportchef und Assistenztrainer Mirco Stadelmann. «Uns fehlte der Mut, wir haben Verantwortung abgegeben, anstatt sie zu übernehmen», meinte Zugs Trainer Christoph Sahli.

Beide Teams sind coronabedingt aus dem Rhythmus gekommen. Die Spono Eagles absolvierten das vierte Spiel innert elf Tagen, weil einiges nachzuholen war. Zug ist seit einer Woche zurück aus der Quarantäne, musste aber noch immer auf sechs Spielerinnen verzichten. «Ausreden suchen wir deshalb nicht», betont Sahli.

«Auch mit diesem Aufgebot hätten wir die Möglichkeit gehabt, um zu gewinnen. Doch unserem blutjungen Team fehlte in diesem Spitzenspiel die Überzeugung.»

Spono-Goalie Laila Troxler mit starkem Auftritt

Die Spono Eagles kamen so zu einem relativ lockeren 26:19-Sieg. Zu gefallen vermochte ihre Abwehrarbeit, die 6:0-Formation wirkte aggressiv, antizipierte die Bewegungsabläufe des gegnerischen Angriffs gut und hatte im Tor eine Laila Troxler in Topform – mit 18 Paraden entschärfte sie exakt die Hälfte aller Geschosse. Da aber auch Nottwils Offensive nicht auf Touren kam, verlief das Geschehen bis zur Pause mehrheitlich ausgeglichen (12:10).

Nach dem Seitenwechsel zog Spono auf 17:12 davon, Zug konnte das Skore bis zur 44. Minute nochmals auf 18:15 verkürzen. Doch als Routinier Sibylle Scherer nach einem Misstritt Schmerzen im Knie verspürte und ausgewechselt werden musste, war es um die Zugerinnen geschehen. Wenig hilfreich war in dieser Szene auch eine Zweiminutenstrafe gegen Trainer Sahli wegen Reklamierens. Spono hat damit auf den Ausrutscher vom letzten Wochenende (18:19-Niederlage in Thun) reagiert und Platz zwei in der Tabelle gesichert. «Es war nicht berauschend, aber ein Schritt in die richtige Richtung. Zug war der optimale Gegner, um aus unserem Loch herauszukommen», hielt Stadelmann fest. Zug musste derweil nach dem 29:29-Remis in Herzogenbuchsee (nach Neun-Tore-Führung!) den zweiten Rückschlag innert fünf Tagen hinnehmen.

Neu mit verkürzter Finalrunde und Halbfinals

Während für Nottwil die Hauptrunde damit beendet ist, steht für Zug am Sonntag zu Hause gegen den LC Brühl noch eine Partie auf dem Programm. Danach geht es, den Corona-Massnahmen geschuldet, mit verändertem Modus weiter. Die vier besten Teams werden in der Finalrunde nicht wie üblich eine Vierfach-, sondern nur eine Zweifachrunde austragen (sechs Spiele). Danach kommt es nicht direkt zum Playoff-Final der beiden Erstklassierten, sondern neu zunächst zu zwei Playoff-Halbfinals im Best-of-3-Modus. Ist genügend Zeit vorhanden, dann wird der Playoff-Final als Best-of-5-Serie gespielt, falls nicht, auf Best-of-3 verkürzt. «Wir hoffen dann auch wieder vor Zuschauern zu spielen», sagt Christoph Sahli.

Damit geht es in der Finalrunde nur noch um eine möglichst gute Positionierung in der Tabelle, um in den Playoffs den Heimvorteil auf der eigenen Seite zu haben. Oder wie es Stadelmann formuliert:

«Wir haben nun sechs Spiele Zeit, um in Form zu kommen.»

Los geht es am Wochenende des 27./28. Februar, neben den Spono Eagles und dem LK Zug stehen der LC Brühl und überraschenderweise der HSC Kreuzlingen in den Top 4 der SPL 1.

Spono Eagles – LK Zug 26:19 (12:10)
Kirchmatte. – SR Keiser/Rottmeier. – Straren: 1-mal 2 Minuten gegen Spono, 2-mal 2 Minuten gegen Zug.
Spono: Troxler (18 Paraden)/Schaller; Irman (1 Tor), Hodel (6/3), Csebits (3), Ljubas (5), Amrein (2), Stähelin (3); Matter (1), Decurtins (3), Schardt (1), Kashani (1), Emmenegger, Jund.
Zug: Abt (7 Paraden)/Booijink; Cavallari, Scherer (4), Stutz (6/2), Heinzer (2), Gwerder (4), Eugster; Baumann, Spieler (1), Sina Hess (1), Steinmann (1).
Bemerkungen: Spono ohne Ukaj (abwesend), Zug ohne Dimitra Hess (verletzt), Kähr, Tschamper, Estermann, Jonsdottir (alle im Aufbau nach Quarantäne) und Zuzankova (krank). Troxler pariert Penalty von Scherer (9./4:4).

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