US Open

Ein roter Teppich für Rafael Nadal: An den US Open kann dem Spanier keiner das Wasser reichen

Wer soll ihn stoppen? Rafael Nadal steht vor seinem 19. Grand-Slam-Titel.

Wer soll ihn stoppen? Rafael Nadal steht vor seinem 19. Grand-Slam-Titel.

Wer soll Rafael Nadal am US Open noch am Gewinn des Titels hindern? Der Argentinier Diego Schwartzman hat es im Viertelfinal nicht geschafft – und auch von den drei verbliebenen Konkurrenten scheint keiner dazu fähig zu sein.

Es hatte etwas von einem Boxkampf zwischen einem Schwergewichtler und einem Fliegengewichtler. Egal, wie hart der nur 1,70 m grosse Schwartzman arbeitete und zuschlug, die Treffer zeigten bei Nadal kaum Wirkung. Der als Nummer 20 gesetzte Argentinier holte zwar im ersten (0:4) und zweiten Satz (1:5) einen doppelten Break-Rückstand auf, ins Taumeln geriet sein häufiger Trainingspartner aber nie.

Nadal hätte sich wohl gewünscht, an dem schwül-warmen Abend – Bedingungen, die er nicht sonderlich mag – etwas weniger lang als 2:47 Stunden und bis um Viertel vor ein Uhr morgens auf dem Platz zu stehen, doch sein Halbfinalgegner vom Freitag wird dennoch deutlich müder sein.

Nadal trifft auf den Italiener Matteo Berrettini, die Nummer 25 der Welt, die erst vor zwei Wochen in Wimbledon erstmals die Achtelfinals eines Grand-Slam-Turniers erreicht hatte. Der Römer bestritt im bisherigen Turnier sechs Sätze mehr als Nadal und besiegte am Mittwoch den Franzosen Gaël Monfils nach fast vier Stunden im Tiebreak des fünften Satzes.

Nadals angenehmes Déjà-vu

Berrettini ist in der 1969 begonnenen Profiära erst der vierte Italiener in einem Grand-Slam-Halbfinal, der zweite am US Open nach Corrado Barazzutti 1977. Der Clou: Marco Cecchinato , Adriano Panatta und Barazzutti schafften dies alle auf Sand; 1977 fand auch das US Open auf der roten Unterlage statt. Den Final erreichte von ihnen einzig Panatta bei seinem Triumph in Roland Garros 1976.

Berrettini dürfte nicht die Mittel haben, um Nadal ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Der Weg ins Final hatte für Nadal schon früh nach einer Autobahn ausgesehen, nach dem Ausscheiden von Novak Djokovic und Roger Federer wäre der Spanier auch im Final haushoher Favorit. Nicht, dass er Hilfe von anderen nötig hätte.

Mit seinen Leistungen in diesem Sommer war der Spanier bereits vor dem Start ins Turnier der heisseste Kandidat auf den Titel. Es wäre sein vierter am US Open nach jenen von 2010, 2013 und 2017. Es könnte für ihn ein Déjà-vu der angenehmeren Sorte geben.2017 musste er auf dem Weg zum Titel keinen einzigen Spieler aus den Top 20 schlagen.

Der Rekordjagd so nahe rücken wie noch nie

Sollte die Nummer 5 Daniil Medwedew im anderen Halbfinal gegen den ungesetzten Federer-Bezwinger Grigor Dimitrov ausscheiden, könnte dies auch diesmal der Fall sein. Wie gut die Chancen Nadals auf den Titel stehen, unterstreichen zwei Zahlen: Von den vier Halbfinalisten hat Nadal bisher 32 Mal bei einem Grand-Slam-Turnier in der Vorschlussrunde gestanden, Dimitrov zweimal, für die beiden anderen ist es eine Premiere.

Und viermal ist es in den letzten zehn Jahren vorgekommen, dass Nadal von den grossen drei als Einziger die Runde der letzten vier erreicht hat: 2010, 2017 und 2018 in Paris sowie vor zwei Jahren in New York. Jedes Mal liess er sich die Chance nicht entgehen, in den acht Partien verlor er einzig im Halbfinal des US Open 2017 gegen Juan Martin Del Potro einen Satz.

Ohne plötzliche Verletzung Nadals müsste also fast ein Wunder passieren, dass der 33- jährige Mallorquiner am Sonntag nicht seinen 19. GrandSlam-Titel gewinnt. Er würde damit Federer (20 Siege) bei der Rekordjagd so nahe rücken wie noch nie.

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