Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft ist unverändert auf direktem Kurs in Richtung Viertelfinal. Dank eines letztlich standesgemässen 4:0-Siegs gegen Österreich ist die Bilanz der Mannschaft von Nationaltrainer Patrick Fischer weiterhin makellos.

Drei Spiele, neun Punkte. Das gab es zuletzt an der WM 2010 in Mannheim, als die Schweizer in der damaligen Vorrunde der Reihe nach Lettland, Italien und Kanada geschlagen hatten. Mit einem weiteren Sieg heute Nachmittag gegen Norwegen (16.15 Uhr) dürfte das Primärziel, der Einzug in die Runde der letzten Acht, geschafft sein.

Es wäre aber von Vorteil, wenn sich die Schweizer gegen die Norweger punkto Chancenauswertung massiv steigern würden im Vergleich zum Spiel gegen die Österreicher. Dass die Partie bis weit ins letzte Drittel hinein resultatmässig auf des Messers Schneide stand, war geradezu absurd und vor allem der lange Zeit miserablen Effizienz der Fischer-Boys vor dem gegnerischen Tor geschuldet. Die Schweizer schafften es ganz einfach nicht, ihre drückende Überlegenheit (45:18 Schüsse) in etwas Zählbares umzumünzen.

Erlösendes 2:0 fällt spät

Man wurde schnell einmal an die Begegnung des Vorjahrs in Kopenhagen erinnert, als die Eisgenossen immer wieder am österreichischen Schlussmann Bernhard Starkbaum scheiterten. Diesmal war es David Kickert, der die Schweizer schier zur Verzweiflung brachte. Wobei die sich im Abschluss auch denkbar ungeschickt anstellten. Entweder traf man das Tor nicht. Oder man zielte quasi auf Kickerts Bauchnabel. Generell wurde aber auch für zu wenig Betrieb vor dem österreichischen Keeper gesorgt.

Es brauchte die Zusammenarbeit der beiden NHL-Stürmer Nico Hischier und Kevin Fiala, um wenigstens den wichtigen Führungstreffer zu erzielen (20.). Fiala verwertete einen punktgenauen Querpass seines kongenialen Mittelstürmers mit einer ebenso herrlichen wie platzierten Direktabnahme. Danach mussten sich die Schweizer aber bis zum erlösenden 2:0 durch Roman Josi (54.) – sein Schuss wurde noch entscheidend durch Ganahl abgelenkt – gedulden, ehe die drei Punkte in trockenen Tüchern waren.

Steigerungsfähiges Powerplay

Auch wenn die Zwischenbilanz auf dem Papier sehr erfreulich ausfällt, so haben die Schweizer durchaus Steigerungspotenzial. Das Powerplay ist ausbaufähig. Erst ganz zum Schluss waren Philipp Kuraschew (59.) und Sven Andrighetto (60.) in Überzahl erfolgreich. Zuvor hatten Spielwitz und vor allem die Präzision gefehlt. Wenn man in diesem Turnier auch im späteren Verlauf für positive Schlagzeilen sorgen möchte, dann muss Patrick Fischer diese Baustelle so schnell wie möglich beheben. Die beiden späten Treffer dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch Potenzial brachliegt.

Gut anstehen würde den Schweizern generell etwas mehr Zielstrebigkeit. Mit Sven Andrighetto, der bei seinem ersten WM-Einsatz gleich einen Treffer erzielte, weiss man einen weiteren, sehr spielstarken Spieler in seinen Reihen. Aber auch ihm fehlt die Wasserverdrängung, die eben einen Nino Niederreiter oder einen Timo Meier im Vorjahr ausgezeichnet haben. Man kann dies angesichts der makellosen Bilanz auch Jammern auf hohem Niveau nennen. Aber die Ansprüche an dieses Schweizer Team sind gestiegen. Und das ist gut so.

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