Jetzt, da die Schweizer sensationellerweise im Halbfinal stehen, habe ich nicht nur die Möglichkeit, ihnen beim möglichen Kampf um den WM-Titel zuzuschauen. Nein, als erfreulicher Nebenschauplatz ergibt sich nun auch die Chance, all die Vorzüge und Eigenheiten der Dänen noch ein paar Tage länger geniessen zu dürfen.

Zum Beispiel die Tatsache, dass hierzulande bereits ein Sonnenstrahl genügt, damit die Menschen ihre Sommerkleider aus den Kasten nehmen. Es war in den vergangenen zwei Wochen in Kopenhagen fast immer schön.

Aber bisweilen pfiff dann doch eine kräftige Brise vom Meer her, welche beim durchschnittlichen Mitteleuropäer durchaus das Gefühl von Kälteempfinden aufkommen liess. Nicht so bei der einheimischen Bevölkerung. Kurze Hosen und T-Shirt bei den Männern, luftige Sommerkleider und Röcke bei den Frauen waren angesagt. Der gemeine Däne liebt offensichtlich seinen Sommer.

Der gemeine Däne ist auch äusserst freundlich und zuvorkommend. Verkehrsregeln werden eingehalten, besonders von den zahlreichen Velofahrern, die fast ausnahmslos ohne Helm unterwegs sind. Fast alle scheinen perfekt der englischen Sprache mächtig zu sein, was die Kommunikation enorm erleichtert.

Überall wird man mit einem Lächeln bedient oder begrüsst. Das dänische Lebensmotto «hyggelig», welches sich am besten mit gemütlich, behaglich oder angenehm beschreiben lässt, ist immer wieder spürbar. Weshalb man sich auch in der königlichen Hauptstadt Kopenhagen immer willkommen, und nie anonym fühlt.

Wenn jetzt sogar noch die Schweizer Eishockey-Helden mit einer Medaille nach Hause kehren, dann wäre das das i-Tüpfelchen auf diese Expedition nach Dänemark. Dieser krönende Abschluss würde passen zu einer auch neben dem Eis durch und durch gelungenen Weltmeisterschaft. Allein der Gedanke daran ist also schon ziemlich «hyggelig»...