Der Plan der Zuger war klar: keine Euphorie der Lakers aufkommen lassen. Dass gelang ihnen mit dem frühen 1:0 durch Lino Martschini in der 4. Minute perfekt. Der Topskorer der Zentralschweizer war im ersten Powerplay nach neun Sekunden erfolgreich. Acht Minuten später erhöhte Dennis Everberg aus kurzer Distanz auf 2:0. Der Mitte November geholte zweifache Weltmeister aus Schweden erzielte im vierten Spiel gegen Rapperswil-Jona den vierten Treffer.

Es kam noch besser für die Zuger im ersten Drittel, schoss doch Dominic Lammer in der 18. Minute das 3:0. Das Tor wurde gleich doppelt überprüft. Zuerst schauten es sich die Schiedsrichter noch einmal an, dann nahmen die Lakers eine Coaches Challenge, weil sie auf ein Offside hofften.

Die Rapperswiler zeigten aber eine tolle Moral. Sie kamen mit viel Energie aus der ersten Pause. Mehr als das 1:3 durch Kevin Clark, der im ersten Überzahlspiel der Lakers erfolgreich war, gelang dem Aussenseiter aber trotz einiger guter Chancen nicht. Der Kanadier befindet sich in Topform, hat in den letzten sieben Partien fünf Tore und vier Assists erzielt.

In der 56. Minute machte Reto Suri nach einem Fehler des Rapperswiler Verteidigers Leandro Profico mit dem 4:1 endgültig alles klar. Für den Schlusspunkt sorgte Yannick-Lennart Albrecht mit einem Schuss ins leere Gehäuse (59.). Während die Zuger nach dem Meistertitel 1998 zum zweiten Mal in ihrer Vereinsgeschichte einen Pokal gewannen, verpassten es die Lakers als drittes Team nach den Neuchâtel Young Sprinters (1958) und dem Zürcher SC (1961) den Titel im Cup erfolgreich zu verteidigen.

Die Erleichterung war den Zugern anzusehen, endlich wieder einmal einen Titel geholt zu haben. "Das bedeutet viel für uns als Team und die Organisation", sagte EVZ-Trainer Dan Tangnes. Es sei wichtig gewesen, diese Barriere zu durchbrechen. Fabian Schnyder, der dienstälteste Spieler bei den Zentralschweizern, erklärte, dass sie heute versuchen würden, "jeden einzelnen Moment im Kopf zu speichern. Das kann sehr viel auslösen."

Auch der Rapperswiler Trainer Jeff Tomlinson war "eigentlich zufrieden, mit der Art und Weise wie wir gespielt haben. Wir versteckten uns nicht, liefen mit, spielten aggressiv. Wir machten es über weite Strecken gut. Es wäre heute mehr für uns möglich gewesen." Für die Zuger hatte er nur lobende Worte: "Sie spielen ein sehr, sehr modernes Eishockey und sind mein Topfavorit für die Meisterschaft."

Telegramm:

Rapperswil-Jona Lakers - Zug 1:5 (0:3, 1:0, 0:2)

6100 Zuschauer (ausverkauft). - SR Wiegand/Lemelin, Obwegeser/Kovacs. - Tore: 4. Martschini (Flynn, Alatalo/Ausschluss Clark) 0:1. 12. Everberg (Lammer, Flynn) 0:2. 18. Lammer (Widerström, Morant) 0:3. 32. Clark (Knelsen/Ausschluss Suri) 1:3. 56. Suri 1:4. 59. Albrecht 1:5 (ins leere Tor). - Strafen: 7mal 2 plus 10 Minuten (Clark) gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 3mal 2 Minuten gegen Zug.

Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Hächler, Maier; Iglesias, Schmuckli; Gähler, Profico; Helbling, Gurtner; Clark, Knelsen, Wellman; Kristo, Schlagenhauf, Spiller; Mosimann, Mason, Casutt; Primeau, Ness, Hüsler.

Zug: Aeschlimann; Diaz, Morant; Schlumpf, Alatalo; Zgraggen, Stadler; Thiry; Widerström, Albrecht, Suri; Lammer, Flynn, Everberg; Martschini, McIntyre, Simion; Leuenberger, Senteler, Schnyder; Zehnder.

Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Berger (krank) und Gilroy. Zug ohne Klingberg, Zryd, Stephan (alle verletzt) und Roe (gesperrt). - Pfostenschüsse: 48. Knelsen, 59. Hüsler. - Lakers von 57:28 bis 58:08.