Zwar war schon vor der Partie klar gewesen, dass die Schweizer den Viertelfinal verpassen würden, dennoch waren die Spieler aus doppeltem Grund speziell motiviert. Einerseits wollten sie unbedingt für Simpson gewinnen, andererseits galt es, sich für die bittere 1:3-Niederlage im Achtelfinal an den Olympischen Spielen in Sotschi zu revanchieren.

Dementsprechend engagiert kamen die Schweizer aus der Kabine, sie spielten mit Energie, checkten gut vor. Als Folge davon dominierten sie die Letten, die am Vorabend noch gegen Gastgeber Weissrussland (1:2) hatten antreten müssen, im ersten Drittel quasi nach Belieben. Das Schussverhältnis in den ersten 20 Minuten lautete 12:5, obwohl die SIH-Auswahl während sechs Minuten in Unterzahl spielte.

Die Überlegenheit zahlte sich aus: Der auffällige Damien Brunner mit seinem dritten Tor und sechsten Skorerpunkt an dieser WM sowie Verteidiger Dominik Schlumpf nach herrlicher Vorarbeit von Andres Ambühl brachten die Schweizer innerhalb von 130 Sekunden 2:0 in Führung (11.). Für Schlumpf war es der zweite Treffer im Nationaldress. In der 16. Minute scheiterte Simon Moser am Pfosten. 27 Sekunden nach der ersten Pause erhöhte mit Yannick Weber ein weiterer Verteidiger gar auf 3:0 - wie Brunner reüssierte auch er zum dritten Mal in Minsk. Es schien alles klar.

Doch anderthalb Minuten später liess sich Torhüter Reto Berra von einem harmlosen Schuss von Koba Jass zwischen den Schonern erwischen, was den zuvor enttäuschenden und matten Letten sichtlich Auftrieb gab. Fortan verlief die Partie ausgeglichen, doch Berra, der zum sechsten Mal in Serie zum Einsatz kam, machte seinen Fehler mehrmals wieder gut, ehe er sich in der 58. Minute von Zemgus Girgensons doch noch geschlagen geben musste. Mehr liessen die Schweizer nicht mehr zu.

Der 65. Sieg in der 112. Partie unter der Führung von Simpson und der 21. im 37. Spiel an einer WM freute nicht nur die Schweizer, sondern auch die Finnen. Bei einem Triumph der Letten hätten die Nordländer erstmals seit 1955 an einer WM den Sprung in die Top acht verpasst. So schieden die Balten trotz Erfolgen gegen Finnland (3:2) und die USA (6:5) aus.

Lettland - Schweiz 2:3 (0:2, 1:1, 1:0)

Minsk Arena. - 12'868 Zuschauer. - SR Rönn/Vinnerborg (Fi/Sd), Dahmen/Valach (Sd/Slk). - Tore: 9. Brunner (Cunti, Hollenstein) 0:1. 11. Schlumpf (Ambühl) 0:2. 21. (20:27) Weber (Josi, Ambühl) 0:3. 22. Koba Jass (Dzerins, Kulda) 1:3. 58. (57:37) Girgensons (Sotnieks, Vasiljevs) 2:3 (ohne Torhüter). - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Lettland, 6mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Lettland: Gudlevskis; Galvins, Kulda; Sotnieks, Pujacs; Jekabs Redlihs, Lavins; Maris Jass; Mikelis Redlihs, Daugavins, Kenins; Indrasis, Girgensons, Stals; Nizivijs, Vasiljevs, Cipulis; Berzins, Dzerins, Meija; Koba Jass.

Schweiz: Berra; Weber, Josi; Kukan, Blum; Ramholt, Grossmann; Schlumpf, Seger; Ambühl, Schäppi, Moser; Brunner, Cunti, Hollenstein; Fiala, Froidevaux, Suri; Stancescu, Rüfenacht, Benjamin Plüss.

Bemerkungen: Schweiz ohne Sven Bärtschi, Romy (beide verletzt), Genoni (überzählig) und Mayer (Ersatztorhüter). - Pfostenschüsse: 16. Moser, 48. Galvins, 54. Weber. - Timeout Lettland (57.) - Lettland von 57:17 bis 57:37 und von 58:15 bis 58:47 ohne Goalie. Schüsse: Lettland 25 (5-11-9); Schweiz 26 (12-7-7). - Powerplay-Ausbeute: Lettland 0/5; Schweiz 0/3.