Mark Streit

So könnte es in Zukunft zu hören sein: Mark Streit for President

Mark Streit, der grösste Schweizer Spieler aller Zeiten, beendet seine Karriere. Der Berner Verteidiger hat mit 39 Jahren seinen Rücktritt erklärt.

Er war als Junior nicht gut genug für den SC Bern. Und nun hat sich der Kreis geschlossen. Er war auch als Routinier nicht gut genug für den SC Bern. Mark Streit tritt zurück. Der SCB hat ihm auch jetzt kein Angebot gemacht. Was allerdings keine Rolle spielt. Er hätte es nicht angenommen.

Zwischen der ersten und der letzten Geringschätzung durch den grössten Hockeyklub Europas, liegt die grösste Schweizer Eishockeykarriere der Geschichte, mit mehr als 800 NHL-Spielen und einem Stanley Cup. Er war der erste Schweizer Feldspieler, der sich in der NHL durchgesetzt hat und auch der erste Schweizer Captain der NHL.

Dieser Anfang und Schluss erklären das Phänomen Mark Streit. Er hat seinen Weg nicht als «Jahrhundert-Talent» gemacht. Er war nicht der Nico Hischier seiner Generation.
Natürlich war er auch ein talentierter Spieler. Niemand macht ohne Talent eine grosse Karriere. Aber er war nicht talentierter als Mathias Seger, Martin Plüss oder Reto von Arx, die anderen Titanen seiner Generation. Sie alle hatten auch genug Talent für die NHL. Aber sie hatten weder Mark Streits Mut, noch seine Beharrlichkeit und auch nicht seinen sturen «Berner Grind».

Hätte Mark Streit überhaupt im Alter von 39 Jahren in der NLA noch etwas bewegen können? Nein. Er hat zu Beginn seiner Karriere die richtigen Entscheidungen getroffen und er hat auch jetzt am Schluss erneut richtig entschieden und ist zurückgetreten. Anders als Reto von Arx, Matthias Seger und Martin Plüss erspart er sich eine wochenlange «Seifenoper» rund um seinen Rücktritt.

Was die Zukunft wohl bringt?

Und was nun? Mark Streit ist nicht arrogant, ganz im Gegenteil. Er ist in seinem Wesen und Wirken ein Teamplayer. Aber für helvetische Klubverhältnisse ist er wohl vorerst eine Nummer zu gross, um einfach als Juniorentrainer zu arbeiten oder als Stargast ein bisschen Geschäftsherren und –Frauen bei Business-Lunches mit Erzählungen aus seinem Leben zu unterhalten.

Mark Streit braucht auch nicht sofort einen Job. Er hat mehr als 30 Millionen Dollar verdient und kann es sich leisten, sein Leben zu entschleunigen, in sich zu gehen und zusammen mit seiner Familie zu entscheiden, was er künftig tun möchte.

Es gibt sowieso nur eine Position in unserem Hockey, die seinem Leistungsausweis und seinem Charisma angemessen wäre. Die Position eines Verbands-Präsidenten.

Mögliche Option: Verbands-Präsident

Es ist ja fast vergessen gegangen, dass der Verband als Nachfolger von Marc Furrer einen neuen Präsidenten sucht. Die Suche gestaltet sich so schwierig, dass sich eine Kommission darum kümmert. In der neuen Struktur übernimmt der Präsident keine aktive Führungsrolle. Die spielt Bürogeneral Florian Kohler lieber selber. Vielmehr kommt dem neuen Chef nur noch eine repräsentative Funktion zu. Ähnlich wie dem König oder der Königin von England.

Mark Streit for President. Er würde die neue Dynamik unseres Hockeys, die Philosophie «Swissness», auf nahezu perfekte Art und Weise personifizieren.

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