Fast Rückschritt vor Heimkehr: Kriens spielt 1:1 gegen Chiasso

Aufsteiger Kriens ist klar der «Unentschieden-King» der Liga: 1:1 (0:1) im Heimspiel gegen den FC Chiasso.

Turi Bucher
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Der Krienser Seferagic (links) im Duell mit Chiassos Martignoni. (Bild: Boris Bürgisser, 20. September 2018)

Der Krienser Seferagic (links) im Duell mit Chiassos Martignoni. (Bild: Boris Bürgisser, 20. September 2018)

Es war das 5. Unentschieden im 7. Spiel des SC Kriens seit dem Aufstieg, dieses 1:1 gegen Chiasso. Nach 94 Minuten musste man sich irgendwie ratlos und im Zwiespalt fragen: Freude über den erneuten Punktgewinn? Oder Ärger darüber, dass es wieder nicht zum 2. Sieg in der Challenge League gereicht hat?

Das Duell gegen Chiasso war ein ständiges Hin und Her, ein turbulentes und dadurch für die 1000 Zuschauer ein höchst attraktives Spiel. Aber aus Krienser Sicht teilweise auch ein unansehnliches Fehlpass-Festival. Genau mit diesen Fehlpässen machte der SCK den Gegner aus dem Tessin stark, einen sowieso schon sehr unbequemen, zähen Widersacher immer stärker.

Chiasso ging in der 28. Minute verdient durch Sebastian Malinowski in Führung. Verdient, weil es bis dahin im Vergleich mit Kriens schlicht die bessere Leistung abgeliefert hatte. «Die erste Halbzeit gehörte Chiasso», musste am Schluss auch Kriens-Trainer Bruno Berner eingestehen. Kriens war in dieser ersten Halbzeit alles in allem ziemlich harmlos und weit davon entfernt, spielbestimmend zu sein. Das Mittelfeld der Chiassesi war stärker besetzt, und dadurch waren die Gäste aus dem Süden bei der Entwicklung des Offensivspiels beziehungsweise der Torchancen klar im Vorteil.

Der Kriens-Coach reagierte. Er hatte dem Torjäger Saleh Chihadeh eine Denkpause verpasst und diesen zuerst auf die Ersatzbank gesetzt. Nun wurde Chihadeh noch vor dem Pausenpfiff eingewechselt, und der palästinensische Nationalspieler brachte sofort Schwung und Stimmung ins Krienser Spiel.

Chihadeh war es dann nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit auch, der den Krienser 1:1-Ausgleich realisierte, dies nach Vorarbeit von Anthony Bürgisser und Nico Siegrist (63.).

Auch 0:2- und 1:2-Rückstand wäre möglich gewesen

Allerdings: Kriens hätte zehn Minuten zuvor schon entscheidend 0:2 im Rückstand liegen können. Chiassos Nicolae Milinceanu stand in der 52. Minute nämlich eine gefühlte Ewigkeit, aber mindestens sekundenlang mit dem Ball ganz alleine am Krienser Torpfosten, die SCK-Abwehr weit weg. Der Rumäne hätte nur noch einschieben müssen, brachte den Ball aber nicht richtig unter Kontrolle, bis aus Krienser Sicht endlich Rettung nahte.

Jetzt war aber der «Teufel los» auf diesem holprigen Swisspor-Arena-Rasen, der bald unrühmliche Geschichte sein wird. Das Spiel wogte auf und ab, hin und her. Nach Chihadehs Ausgleich hatte Milinceanu nämlich wieder eine grosse Chance für Chiasso. Er köpfelte in der 65. Minute einen Bogenball, der sich über und dann hinter dem Kriens-Torhüter auf die Lattenoberkante senkte. Kriens seinerseits hätte mit dem Siegrist-Flachschuss in der 94. Minute noch siegen können. Kriens-Trainer Berner bemängelte am Schluss die zahlreichen technischen Fehler seiner Spieler, sagte aber auch: «Jetzt haben wir wieder einmal gesehen, wie viel es braucht, damit es für drei Punkte reicht.»

Und Captain Daniel Fanger hielt mit Kritik an die Offensivabteilung nicht zurück: «Mit dem letzten Pass vor dem gegnerischen Tor stimmt es bei uns nicht. Genauso wie im Training habe ich den Eindruck, dass wir da nicht mit hundertprozentiger Entschlossenheit zur Sache gehen.»

So wurde für die Krienser das letzte auswärts ausgetragene Heimspiel vor der Heimkehr ins neue Stadion am kommenden Freitag fast zum sportlichen Rückschritt.