Super League
Das Remis der Rekorde: Der FCB trennt sich 0:0 von Lausanne

Der FC Basel erspielt sich in einer müden Partie bei Lausanne das 15. Unentschieden der Saison. Grund zur Freude hat deshalb nur einer bei den Baslern.

Céline Feller
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Der neue FCB-Rekordspieler Fabian Frei (samt Widmung neben dem Wappen) wird von den Lausannern in die Mangel genommen.

Der neue FCB-Rekordspieler Fabian Frei (samt Widmung neben dem Wappen) wird von den Lausannern in die Mangel genommen.

Natürlich würde das Guillermo Abascal so nie sagen. Aber ein bisschen hat sich seine Mannschaft an diesem Sonntag für das Spiel bei Lausanne-Sport selbst aufgestellt. Denn mit gleich fünf abwesenden, potenziellen Startelf-Kandidaten – Valentin Stocker, Liam Millar und Michael Lang sind alle verletzt, Sergio López und Dan Ndoye fehlten gesperrt – war die Auswahl beschränkt und Abascals Improvisationstalent gefragt.

Der Interimstrainer der Basler rochierte folglich gleich fünf mal im Vergleich zum FCZ-Spiel, beorderte Fabian Frei auf die Zehn, schenkte Strahinja Pavlovic wieder einmal das Vertrauen von Beginn weg und gewährte Liam Chipperfield sein Startelf-Debüt.

Die erzwungenen Wechsel sind schnell auch im Spiel des FCB erkennbar. Es mangelt – wenig überraschend – an der Abstimmung, den Automatismen, der Stringenz. So ist es Lausanne, welches besser in die Partie kommt. Gleich in der 3. Minute muss Heinz Lindner eine erstes Mal parieren.

Nach diesem Schreck sind die Basler wacher, kommen selbst zu zwei Chancen. Frei, der sein 453. Spiel für den FCB absolviert und damit zum alleinigen Rekordspieler des Vereins wird, hat in der 5. Minute die Möglichkeit, seinen besonderen Tag zu krönen. Er verpasst aber ebenso wie in der Folge Sebastiano Esposito oder auf der Seite der Lausanner Zeki Amdouni zweifach.

Die Verletzungshexe schlägt schon wieder zu

Den beiden Teams klebt aber nicht nur im Abschluss das Pech an den Füssen, sondern dem FC Basel auch puncto Verletzungen. In der 36. Minute bleibt Tomas Tavares im Rasen hängen, humpelt vom Feld und muss mit Verdacht auf eine Knie-Verletzung runter.

Der Ausfall des Portugiesen zwingt Abascal zu einer neuerlichen Umstellung, die – Achtung Spoiler – dem Spiel nicht eben gut tut. Für Tavares kommt Darian Males in die Partie, übernimmt Espositos Flügel-Position, dieser rückt auf die Zehn, Frei von dort in die Innenverteidigung und Andy Pelmard nach rechts aussen. Die zweite umfangreichere Rochade ist damit perfekt. Und der Spielfluss des FCB gebrochen.

Gegen ein gut verteidigendes Lausanne, welches den Abstieg verhindern will, bekunden die Basler mehr und mehr Mühe. Es fehlt an Genauigkeit auf den letzten Metern, beim Abschluss und mit zunehmender Spieldauer geht die Kreativität auch immer mehr verloren. Zwar muss Mory Diaw im Tor der Lausanner noch das eine oder andere Mal parieren. Wirklich gefährlich ist aber eigentlich nur Adam Szalais Abschluss gleich nach Wiederanpfiff.

Noch ein Rekord: Das 15. Basler Remis

Den besten Lausanner Versuch verzeichnet Trae Colye, dessen Schuss an den Pfosten knallt. Die beiden Teams trennen sich somit torlos, und in der Schlussphase konnte man sich fragen, ob der FCB den Sieg wirklich noch suchte, oder eher damit zufrieden war, mit einem Punkt nach Hause zu fahren.

Mit diesem Unentschieden, dem 15. in dieser Saison, egalisiert der FCB seinen Klub-Rekord bezüglich Remis seit Einführung der Super League. Im Meisterjahr 2014 kamen die Basler unter Murat Yakin ebenfalls auf 15 Punkteteilungen.

Der verpasste Vollerfolg bedeutet auch, dass die Basler vom Ausrutscher der Young Boys, die in Lugano 1:3 verloren, nicht mehr profitieren konnten. Der Abstand zu den Bernern beträgt zwar neu vier Punkte, fix ist Platz 2 aber noch nicht. Lugano lauert noch einmal drei Punkte weiter hinten auf Platz vier.

Bei noch drei verbleibenden Partien könnte das Duell um Platz 3 noch einmal spannend werden. Etwas, was man von diesem Spiel am Sonntag kaum behaupten konnte. Die Basler egalisieren nicht nur einen Rekord und haben einen neuen Rekordspieler, sie haben auch rekordverdächtig uninspiriert gespielt. Und das gegen das Schlusslicht der Tabelle, das nach diesem 0:0 als Absteiger feststeht.