Die Szene des Spiels

Lucas Alves trifft in der 82. Minute mit einem Kopfball an die Latte, er bleibt im Gesicht getroffen lange am Boden liegen. Die Auflösung erfolgt ungefähr zwei Minuten später: Schiedsrichter Lionel Tschudi unterbricht das Spiel, geht zum VAR-Bildschirm und überprüft die Szene mit Alves. Er entscheidet auf Foulpenalty: St.-Gallen-Goalie Dejan Stojanovic hat Lucas Alves nach dessen Kopfball mit einem Schlag im Gesicht getroffen. In der 87. Minute verwertet Blessing Eleke den fälligen Elfmeter, der Nigerianer feiert unter den Buhrufen der erbosten Ostschweizer Zuschauer.

Das hat zu reden gegeben

Eine «ominöse Serie» nannte sie St.-Gallen-Trainer Peter Zeidler. Gemeint waren die neun Siege am Stück für den FCL gegen die Ostschweizer. «Irgendwann reisst jede Serie», meinte er dazu. Fast hätte er Recht bekommen. Alles geändert hat in der 87. Minute...

Das Resultat

2:0 startet das Team von Thomas Häberli in die Saison - zwei späte Treffer durch Eleke (87. Foulpenalty) und den eingewechselten Christian Schneuwly (97.) bringen den Auftakterfolg.

Die erste Halbzeit

Die Gäste aus der Innerschweiz tun sich schwer, in dieses erste Saisonspiel zu kommen. Nur vereinzelte Konter können die Männer von Thomas Häberli gegen sehr aufsässige St. Galler lancieren. Immer über die rechte Seite und Pascal Schürpf. Doch der Captain kommt mit seinen Hereingaben kaum einmal durch. In der 41. Minute schafft es eine Schürpf-Flanke auf Francesco Margiotta. Der Neuzugang aus Lausanne schafft es aber nicht, den Ball sich selbst schussbereit aufzulegen.

Warum Marvin Schulz auf der ungewohnten rechten Aussenseite eingesetzt wird, ist nach 45 Minuten eine unbeantwortete Frage. Der Deutsche zieht immer wieder in die Mitte. Der rechte Flügel, wo bis Ende der vergangenen Saison Ruben Vargas (neu beim FC Augsburg) stürmte, existiert beim aktuellen FCL gar nicht.

In der 16. Minute kommt erstmals in einem Meisterschaftsspiel des FC Luzern der VAR (Video Assistant Referee) zum Einsatz: Lazar Cirkovic scheint Axel Bakayoko penaltyreif gefoult zu haben. Schiedsrichter Tschudi pfeift Elfmeter, lässt sich aber durch die Videounterstützung umstimmen. Danke VAR! Bakayoko erhält für seine Schwalbe zu Recht die gelbe Karte.

Die zweite Halbzeit

Schulz rückt in die Mitte, Eleke für ihn an den rechten Flügel, Margiotta in die Sturmspitze. Besser wird das Luzerner Spiel nicht. In der 70. Minute lenkt Marius Müller den scharfen und platzierten Kopfball von Silvan Hefti mirakulös um den Torpfosten. Schon in der ersten Halbzeit war der deutsche Neuzugang im Luzerner Tor dreimal bravourös zur Stelle: Gegen Victor Abril und Jérémy Guillemento (je 28.) hält er Weitschüsse. Anfang der zweiten Halbzeit wehrt er erneut gegen einen Schuss von Guillemenot ab. Bei Debütant Marius Müller können sich die Luzerner bedanken, dass sie in der Schlussphase überhaupt noch die Chance auf den Sieg bekommen hatten.