IOC
Fis-Präsident Gian-Franco Kasper: «Olympia-Bewerber sind paranoid»

Der Engadiner Kasper ist Präsident des Internationalen Ski-Verbandes Fis.Der einflussreiche Wintersport-Funktionär nimmt kein Blatt vor den Mund, was die Bestechlichkeit von Sportfunktionären angeht.

Drucken
Teilen
Gian-Franco Kasper

Gian-Franco Kasper

Keystone

Es kommt selten bis nie vor, dass ein IOK-Funktionär Tacheles spricht. Eine Ausnahme ist Gian-Franco Kasper. Im Rahmen einer Pressekonferenz der Ski-WM in Garmisch nahm der Bündner kein Blatt vor den Mund. Das Thema: die Vergabe der Winterspiele 2018, denn Garmisch wird gemeinhin als eine Chance für eine etwaige deutsche Bewerbung um die Winterspiele 2018 angesehen.

Auf die Frage, was er denn glaube, auf welcher Grundlage afrikanische IOK-Mitgieder einen Winterolympia-Austragungsort wählten, sagte er zur «Frankfurter Allgemeinen Zeitung: «Tja, Aus dem Bauch heraus. Die Europäer aber auch.» Im Endeffekt wisse man aber nie, «was einer auf seinen Zeittel schreibt. Früher hat man vielleicht gedacht, je nach Schmiergeld. Das ist sicher nicht mehr der Fall oder kaum der Fall. Aber es könnte passieren, dass die Frau eines IOC-Mitglieds gerne in Paris shoppen geht und deshalb Paris die Spiele bekommt, oder er liebt die französsische Küche. Solche Sachen haben immer einen Einfluss.»

«Olympia-Bewerber sind paranoid»

Und auch im Zusammenhang mit dem Wettrüsten von Bewerbungsstädten gegeneinander schonte Kasper niemanden: «Die machen jedes Mal in die Hose, wenn der Gegenkandidat etwas macht. Sie sind paranoid, alle.»

Der letzte Funktionär, der seine Worte so deutlich wählte, war Marc Hodler. Er deckte 1998 den Bestechungsskandal um die Vergabe der Winterspiele nach Salt Lake City auf, und stürzte das IOK in seine bislang grösste Krise. Ob Kaspers Worte eine ähnliche Foglen haben werden, bleibt abzuwarten. (cls)

Aktuelle Nachrichten