Eishockey

Fischer fordert von seinen Nati-Spielern Tempo, Mut und Leidenschaft

Patrick Fischer bespricht sich mit seinen Assistenten Felix Hollenstein und Reto von Arx (v. l.) während des ersten Trainings der Schweizer Eishockey-Nati.keystone

Patrick Fischer bespricht sich mit seinen Assistenten Felix Hollenstein und Reto von Arx (v. l.) während des ersten Trainings der Schweizer Eishockey-Nati.keystone

Für Patrick Fischer hat eine neue Eiszeit begonnen. Der 40-jährige Zuger leitete gestern in Arosa sein erstes Training als Headcoach der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft.

Die Match-Uhr im Sportzentrum Arosa zeigt 16.54 an. Als Erster betritt Assistenztrainer Felix Hollenstein das Eis. Ihm folgen die Nationalspieler Damien Brunner, Gregory Hofmann, der zweite Assistenztrainer Reto von Arx, Lino Martschini und Morris Trachsler. Als Letzter des Teams erscheint Patrick Fischer aus der Kabine.

Nach einem kurzen Einlaufen spielen drei gegen drei Feldspieler zwischen den beiden blauen Linien. Dann gibt Fischer die ganze Eisfläche für Lauf- und Abschlussübungen frei. Der Nati-Coach feuert seien Schützlinge an, er korrigiert und klopft mit seinem Eishockeystock nach schönen Treffern anerkennend aufs Eis oder an die Bande.

Die rund einstündige Übungslektion ist nicht besonders intensiv. Fischer bezeichnet sie als «gemütliches Ankommen für die Spieler im Nationalteam und Bewegungstherapie nach einer höchst intensiven Meisterschaftsphase.»

Fischer bleiben in Arosa heute und morgen nur noch zwei 90-minütige Eistrainings, ehe er am Freitag nach dem mittäglichen Warm-up am Abend im Rahmen der Arosa Challenge gegen Norwegen (20.15 Uhr, live auf SRF 2) sein Länderspieldebüt in seiner neuen Rolle als Nationalcoach gibt. In dieser kurzen Zeit könne er natürlich nicht die ganze taktische Palette rüberbringen, sagt Fischer.

Er wolle seinen Schützlingen wenigstens ein paar defensive Grundstrukturen vermitteln. «Die Spieler sollen möglichst frei aufs Eis gehen, ohne zu viel an Vorgaben rumzugrübeln; das würde nur das Tempo beeinträchtigen», erklärt Patrick Fischer.

«Guter Start in neue Ära»

Trotz des kurzen Zusammenzugs peilt Fischer an der Arosa Challenge «einen guten Start in eine neue Ära» an, so der Nati-Trainer. Soll ein guter Start gleichbedeutend mit dem Turniersieg sein? Man strebe immer den Turniersieg an, das würden alle Mannschaften tun, entgegnet Fischer. «Wichtig wird für mich der Auftritt», konkretisiert er. «Ich will eine Mannschaft am Werk sehen, die Freude hat, die mit Leidenschaft aufs Eis geht, selbstsicher auftritt und mit viel Tempo mutig spielt.»

Die Norweger betrachtet Fischer als guten Gradmesser für sein Debüt. «Sie sind physisch stark und eher defensiv eingestellt. Wir wollen uns aber nicht nach dem Gegner ausrichten, sondern auf unsere Stärken setzen.» In ihrem zweiten Match wird die Schweiz am Samstagnachmittag (16.15 Uhr, ebenfalls live auf SRF 2) auf die Slowakei oder auf Weissrussland treffen.

«Das sind lauter gute Teams und für uns folglich ideale erste Tests», glaubt Fischer. Bis zur Weltmeisterschaft, die im Mai 2016 in Moskau stattfindet, will er seinem Team ein «modernes, mutiges Eishockey» einimpfen. «Wir Schweizer sind läuferisch sehr gut, sehr schnell unterwegs, und wir lesen auch das Spiel sehr gut. Deshalb wollen wir in Zukunft aggressiv und bissig nach vorne spielen.»

Kein Comeback von Forster und Wick

In Arosa tritt das Schweizer Nationalteam mit den zurzeit besten verfügbaren Nationalliga-A-Spielern an. Im Vorfeld des Turniers versuchte die neue Trainercrew mit Fischer und seinen Assistenten Felix Hollenstein sowie Reto von Arx auch, HCD-Verteidiger Beat Forster und ZSC-Stürmer Roman Wick zu einem Comeback zu bewegen. Beide halten jedoch an ihrem Rücktrittsentscheid aus dem Nationalteam fest. Möglich ist hingegen eine Rückkehr von Fribourg-Captain Julien Sprunger, der zurzeit verletzt ist.

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