Freizeitsport
Trendsportart Padel erobert von Südamerika aus die Schweiz

Padel-Tennis ist eine in Südamerika und Spanien weit verbreitete Sportart, die nun auch hierzulande grösser wird.

Leandro De Mori
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Durchsichtige Kunststoffwände, Plastikschläger und wenig Luftdruck in den Bällen: Das ist Padel-Tennis.

Durchsichtige Kunststoffwände, Plastikschläger und wenig Luftdruck in den Bällen: Das ist Padel-Tennis.

Bild: Imago

Es ist eine Mischung aus Tennis und Squash. Gespielt entweder im Einzel oder im Doppel auf einem Feld, das kleiner ist als ein Tennisplatz. Umrandet von Glaswänden aus Kunststoff, die ins Spiel miteinbezogen werden. Die Rede ist von Padel-Tennis. Eine Sportart, die derzeit einen grossen Aufschwung erlebt.

Padel-Tennis ist heutzutage vor allem in Südamerika und Spanien eine äusserst beliebte Sportart. Die Herkunft liegt jedoch im mexikanischen Badeort Acapulco. Ende der 60er-Jahre hatte der reiche Geschäftsmann Enrique Corcuera zu Hause nicht genug Platz, um sich einen Tennisplatz zu bauen. Deswegen baute er einen 20 x 10 m grossen Platz, den er mit knapp vier Meter hohen Wänden umrandete. Die Platzhälften wurden wie beim Tennis mit einem Netz unterteilt. Als Schläger dienten kleinere Holzschläger, wie sie dazumal auch in der Sportart Paddle-Tennis, dem amerikanischen Pendant des Padel, verwendet wurden.

Früher dienten als Schläger kleine Holzschläger, das ist inzwischen aber nicht mehr so.

Früher dienten als Schläger kleine Holzschläger, das ist inzwischen aber nicht mehr so.

Imago

Von Mexiko via Marbella nach Argentinien

Zunächst war die Sportart vor allem für die mexikanische Elite bestimmt, bis 1974 mit Alfonso De Hohenlohe ein spanischer Freund von Corcuera zu Besuch kam. De Hohenlohe war so begeistert, dass er nach Marbella zurückkehrte und die Sportart mit einigen kleinen Veränderungen im Regelwerk in Spanien einführte. Mit Hilfe des damaligen spanischen Königs Juan Carlos und dem Ex-Wimbledon-Sieger Manuel «Manolo» Santana erlangte die Sportart schon bald grosse Bekanntheit. Santana organisierte Turniere, die das Spiel zunächst an der Costa del Sol verbreiteten.

Der Brasilianer Pablo Lima im Einsatz.

Der Brasilianer Pablo Lima im Einsatz.

Rodrigo Jimenez / EPA

Ein nächster Freundesbesuch brachte die Sportart nur ein Jahr später nach Argentinien. Dieses Mal war es De Hohenlohe, der den Argentinier Julio Menditeguy in Marbella empfing. Menditeguy reiste zusammen mit der argentinischen Polo-Mannschaft. Sie verbreiteten Padel in ihrem Heimatland, woraufhin es zur zweitbeliebtesten Sportart des südamerikanischen Landes heranwuchs.

Auch in der Schweiz verbreitet

Schliesslich wurde Padel in Südamerika und Europa weiterverbreitet, die Regeln und Ausrüstung wurde angepasst, heute wird es auch in der Schweiz gespielt. Mit der «Swiss Padel Association», gibt es einen Dachverband, der die Nationalmannschaften beherbergt, eine landesweite Ranking-Liste führt, Spiellizenzen vergibt, die «Swiss Padel Tour» sowie eine Interclubmeisterschaft und ein Master-Turnier organisiert.

Eine Padelspielerin in der Padel 7 in Thal.

Eine Padelspielerin in der Padel 7 in Thal.

Benjamin Manser

Im Gegensatz zu den Ursprungszeiten wird Padel heute nicht mehr mit einem Holzschläger, sondern mit einem Kunststoffschläger ohne Bespannung gespielt. Ein durchschnittlicher Preis für einen Padel-Schläger liegt zwischen 150 und 250 Schweizer Franken.

Die Bälle sind kaum von Tennisbällen zu unterscheiden, sind sie sich in der Grösse und der Form doch sehr ähnlich. Jedoch unterscheiden sie sich von den normalen Tennisbällen durch den Luftdruck, der bei den Padel-Bällen geringer ist, was das Spiel etwas langsamer macht.

Geeignet für Einsteiger

Der Platz hat sich seit der Erschaffung der Sportart kaum verändert. Auch heute wird noch auf Plätzen gespielt, die 20 Meter lang und 10 Meter breit sind. Die bespielbaren Teile der Wand sind zwischen zwei und drei Metern hoch und sollten aus einem Material bestehen, dass ein gleichmässiges abprallen des Balles ermöglicht. Meist bestehen diese Wände aus durchsichtigem Kunststoffmaterial, was das Zuschauen von aussen ermöglicht.

Da Padel vor allem im Doppel gespielt wird, ist die Sportart äusserst geeignet für Einsteiger.

Da Padel vor allem im Doppel gespielt wird, ist die Sportart äusserst geeignet für Einsteiger.

Benjamin Manser

Bei den Regeln gibt es Ähnlichkeiten zu Badminton und Squash. Der Aufschlag im Padel muss unterhalb der Hüfte gespielt werden und diagonal in das rechte oder linke Spielfeld des Gegners geschlagen werden. Wie beim Tennis gibt es ebenfalls zwei Versuche für den Aufschlag. Bei der Annahme darf der Ball nur einmal auf dem Boden aufprallen und darf noch vor der Annahme von der Wand abprallen. Beim Rückschlag kann der Ball entweder direkt übers Netz oder auch via Glaswand in die gegnerische Hälfte befördert werden. Die Zählweise der Punkte im Padel entspricht der Zählweise des Tennis. Da Padel vor allem im Doppel gespielt wird, ist die Sportart äusserst geeignet für Einsteiger, die sonst nicht unbedingt viel Erfahrung mit Schläger oder Racket mitbringen. Durch die Dynamik im Doppel kann ein Stärkedefizit ziemlich schnell wettgemacht werden, was wiederum zu ausgeglichenen Spielbedingungen führt.

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