Fussball
Das erste Nati-Aufgebot des Jahres ist da – mit drei prominenten Rückkehrern

Nächste Woche beginnt für die Schweizer Nati die WM-Qualifikation mit Spielen in Bulgarien und Litauen. Trainer Vladimir Petkovic kann wieder auf Denis Zakaria zurückgreifen. Dafür fehlen Fabian Schär und Renato Steffen verletzt.

Etienne Wuillemin
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Vorfreude aufs neue Länderspieljahr: Vladimir Petkovic.

Vorfreude aufs neue Länderspieljahr: Vladimir Petkovic.

Bild: Severin Bigler (Luzern, 11.6.2020)

Es gab schon stürmischere Zeiten für Vladimir Petkovic und das Schweizer Nationalteam. Zeiten, in denen der Trainer vorab darüber referieren musste, ob Shaqiri gerade verletzt ist, keine Lust hat oder auf der Ersatzbank sitzt. Zeiten, in denen er sich sorgen musste, weil Captain Xhaka bei Arsenal wieder einmal in Ungnade gefallen ist. ­Zeiten, in denen viele Nationalspieler kaum mehr Einsatzzeit erhielten bei ihren Klubs. Oder, vor einem Jahr, als Corona zu wüten begann und die Nati bis in den Herbst zur Untätigkeit zwang.

Diesmal ist vieles anders. Am Montag trifft sich die Schweizer Auswahl zum ersten Mal im Jahr 2021. Grössere Krisen und ­Dramen sind nicht zu erkennen. Und darum darf der Trainer ­sagen: «Wir freuen uns, dass es losgeht – es wird ein tolles Fussball-Jahr!»

Es wird eines, das mit Sicherheit intensiver ist als 2020. Nur fünf Partien absolvierte die Nati im letzten Kalenderjahr, einen Sieg gab es dabei nur am grünen Tisch gegen die Ukraine (das 3:0-Forfait wurde gestern vom internationalen Sportgerichtshof bestätigt). 2021 stehen nun mindestens 16 Partien auf dem Programm. Hoffentlich noch das eine oder andere mehr, falls die Schweiz an der Europameisterschaft im Juni die Gruppen­phase übersteht.

Das sind die aufgebotenen Nationalspieler in der Übersicht

Yann Sommer, 17.12.1988 (32), Borussia Mönchengladbach, 58 Länderspiele.
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Jonas Omlin, 10.1.1994 (27), Montpellier HSC, 1 Länderspiel.
Yvon Mvogo, 6.6.1994 (26), PSV Eindhoven, 3 Länderspiele.
Nico Elvedi, 30.9.1996 (24), Borussia Mönchengladbach, 22 Länderspiele, 1 Tor.
Manuel Akanji, 19.7.1995 (25), Borussia Dortmund, 25 Länderspiele, 0 Tore.
Eray Cömert, 4.2.1998 (23), FC Basel, 3 Länderspiele, 0 Tore.
Becir Omeragic, 20.1.2002 (19), FC Zürich, 3 Länderspiele, O Tore.
Ricardo Rodriguez, 25.8.1992 (28), FC Torino, 77 Länderspiele, 8 Tore.
Silvan Widmer, 5.3.1993 (28), FC Basel, 13 Länderspiele, 1 Tor.
Loris Benito, 7.1.1992 (29), Girondins Bordeaux, 10 Länderspiele, 1 Tor.
Kevin Mbabu, 19.4.1995 (25), Vfl Wolfsburg, 9 Länderspiele, 0 Tore.
Granit Xhaka, 27.9.1992 (28), Arsenal London, 89 Länderspiele, 12 Tore.
Remo Freuler, 15.4.1992 (28), Atalanta Bergamo, 25 Länderspiele, 3 Tore.
Djibril Sow, 6.2.1997 (24), Eintracht Frankfurt, 13 Länderspiele, 0 Tore.
Denis Zakaria, 20.11.1996 (24), Borussia Mönchengladbach, 28 Länderspiele, 3 Tore
Edimilson Fernandes, 15.4.1996 (24), FSV Mainz, 19 Länderspiele, 1 Tor.
Xherdan Shaqiri, 10.10.1991 (29), FC Liverpool, 86 Länderspiele, 22 Tore.
Steven Zuber, 17.8.1991 (29), Eintracht Frankfurt, 32 Länderspiele, 6 Tore.
Ruben Vargas, 5.8.1998 (22), FC Augsburg, 8 Länderspiele, 1 Tor.
Admir Mehmedi, 16.3.1991 (30), VfL Wolfsburg, 70 Länderspiele, 9 Tore.
Breel Embolo, 14.2..1997 (24), Borussia Mönchengladbach, 40 Länderspiele, 4 Tore.
Haris Seferovic, 22.2.1992 (29), Benfica Lissabon, 68 Länderspiele, 19 Tore.
Mario Gavranovic, 24.11.1989 (30), Dinamo Zagreb, 26 Länderspiele, 10 Tore.

Yann Sommer, 17.12.1988 (32), Borussia Mönchengladbach, 58 Länderspiele.

Keystone

Nur der Gruppensieger qualifiziert sich für die WM

Zunächst gilt der Fokus aber der WM-Qualifikation. Am Donnerstag steht der Auftakt in Bul­garien an, danach empfängt die Schweiz am Sonntag Litauen. Alles andere als zwei Siege wären bereits ein arger Dämpfer. Schliesslich qualifiziert sich nur der Gruppensieger direkt für die WM 2022 in Katar. «Die Barrage würde sicher kompliziert – also lassen wir lieber Italien hinter uns», sagt Petkovic. In der Tat: Die Gruppenzweiten bestreiten ein Finalturnier. Von vier Mannschaften reist nur der Turniersieger an die WM. Petkovic sieht Italien leicht favorisiert im Kampf um Platz eins in der Schweizer Qualifikationsgruppe.

Der Trainer wird am Montag zwei Rückkehrer begrüssen, ­Denis Zakaria und Kevin Mbabu. Zakaria ist erstmals seit November 2019 im Nationalteam dabei. Er hat seine Knieverletzung überwunden. «Man sieht, es fehlt noch etwas. Aber er macht es nach den vielen Rückschlägen schon gut», sagt Petkovic. Derweil überzeugt Rechtsverteidiger Mbabu nach Startschwierig­keiten in Wolfsburg endlich konstant. «Am Anfang fragte ich mich teilweise: Bin ich überhaupt gut genug?», sagt er. Der Beweis dafür ist mittlerweile erbracht. Jetzt geht es darum, auch im Nationalteam zu zeigen, dass er die Fehleranfälligkeit abgelegt hat.

Nicht mit dabei sind dafür die verletzten Fabian Schär und Renato Steffen. Für sie wird es hinsichtlich der EM ein Wettlauf mit der Zeit.

EM-Vorbereitung: Länderspiele gegen USA und Liechtenstein

Klar ist mittlerweile auch, gegen wen sich die Schweiz - voraussichtlich - den letzten Schliff holt vor der EM im kommenden Juni. Rund um das Trainingslager in Bad Ragaz bestreitet die Schweiz zwei Testspiele gegen die USA (Sonntag, 30. Mai) und Liechtenstein (Donnerstag, 3. Juni), jeweils im St.Galler Kybunpark.

Die EM beginnt dann für die Schweiz am 12. Juni. Gegner in der Vorrunde sind Wales, Italien und die Türkei.

Nations League: Forfait-Sieg gegen Ukraine definitiv bestätigt

Just am selben Morgen wie Petkovic das erste Aufgebot des Jahres bekannt gab, erreichte die Schweizer Nati vom internationalen Sportgerichtshof frohe Kunde: Der 3:0-Forfaitsieg gegen die Ukraine ist definitiv bestätigt. Dies, weil die Ukrainer wegen mehrerer Corona-Fällen nicht zum entscheidenden Spiel in der Schweiz antreten konnten.

Der Luzerner Kantonsarzt Roger Harstall verfügte eine Quarantäne. Die Ukrainer verzichteten in der Folge darauf, ein Ersatzteam oder die U21 einzufliegen – und argumentierten, die Schweiz sei verantwortlich für die Spielabsage. Bereits die Rekurskommission der Uefa hatte den Schweizer Forfaitsieg bestätigt. Nun steht also definitiv fest, dass die Nati auch bei der nächsten Austragung der Nations League (im Herbst 2022) in der Liga A vertreten sein wird.

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