Fussball-EM
Eklat auf der Tribüne: Mutter von Rabiot holt zu Rundumschlag aus und geht auf Eltern von Pogba und Mbappé los

Während und nach dem Achtelfinal zwischen der Schweiz und Frankreich kommt es auf der Tribüne zu einem verbalen Streit. Ein Ordner muss die erhitzten Gemüter gar beruhigen. Auch die französischen Medienschaffenden bekommen ihr Fett weg.

Philipp Zurfluh
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Frankreich im Schockzustand: Das blamable Ausscheiden gegen die Schweiz hat die französische Volksseele in ihrem Stolz verletzt. Während der Aussenseiter als starkes Kollektiv überzeugte, war offenbar die Chemie innerhalb der französischen Mannschaft nicht zum Besten bestellt. Und als wäre die Niederlage von «les Bleus» nicht schon schmerzvoll genug, geben nun Szenen abseits des sportlichen Geschehens zu reden.

Veronique Rabiot legt sich auf der Tribüne mit der Familie Pogba an.

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Wie der französische Sender RMC Sport berichtet, soll Veronique Rabiot, Mutter von Adrien Rabiot, nach einem leichtfertigen Ballverlust von Paul Pogba, der zum 3:3-Ausgleich führte, dessen Familie beschimpft haben. Familie Pogba reagierte entsetzt und musste von einem Ordner beruhigt werden. Die Spieler Rabiot und Pogba stritten sich bereits auf dem Feld nach dem Tor zum 3:3. Demnach beschwerte sich ersterer für den mangelnden Einsatz in der Defensive von Pogba.

Paul Pogba muss vor der Verlängerung von Trainer Deschamps beruhigt werden.

Paul Pogba muss vor der Verlängerung von Trainer Deschamps beruhigt werden.

Bild: Vadim Ghirda / AP (Bukarest, 28. Juni 2021)

Eine halbe Stunde später knüpfte sich Veronique Rabiot dann den nächsten Franzosen vor. Nach dem verschossenen Elfmeter von Kylian Mbappé, der das Aus der Franzosen besiegelte, soll es laut RMC Sport zu einem «hitzigen Austausch» zwischen dessen Familie und Veronique Rabiot gekommen sein. Sie habe Mbappés Vater gegenüber gesagt, dass er seinen Sohn umerziehen und «weniger arrogant machen» sollte. Mbappés Vater soll verärgert reagiert haben.

Auch die anwesenden französischen Journalisten sollen nicht ungeschoren davongekommen sein. Deren in ihren Augen zu positive Berichterstattung über Mbappé goutierte Mutter Rabiot ebenfalls nicht. Die Familien der anderen Spieler seien völlig geschockt von den Szenen gewesen, die sich vor ihren Augen abspielten.

Mittelfeldspieler Adrien Rabiot.

Mittelfeldspieler Adrien Rabiot.

Bild: Marko Djurica / AP

Veronique Rabiot legte sich schon mit PSG an

Es ist nicht das erste Mal, dass Veronique Rabiot in die Schlagzeilen gerät. Sie ist nicht nur die Mutter des 26-Jährigen Profis von Juventus Turin, sondern auch dessen Beraterin. Sie hält ihren Sohn für ein Jahrhunderttalent und kritisierte während Rabiots Zeit bei Paris Saint-Germain (2012 bis 2019) mehrfach die Klubführung. Im Dezember 2018 wollte Rabiot den Vertrag bei PSG nicht verlängern. Der Klub reagierte auf die Abfuhr, indem er den Spieler in die zweite Mannschaft versetzten und ihn nicht mehr für die Liga-Spiele oder die Champions League berücksichtigte. Als sie gefragt wurde, ob sie finde, dass ihr Sohn eine Art Gefangener von PSG sei, antwortete sie deutlich:

«Das ist nicht nur mein Eindruck. Adrien ist ein Gefangener. Er ist sogar eine Geisel von PSG. Bald gibt es trockenes Brot, Wasser und Kerker. Das Umfeld ist grausam.»

Auch im Zusammenhang mit der französischen Nationalmannschaft hielt sich die Mutter mit Kritik nicht zurück. Dass sich Rabiot 2018 weigerte, als Teil des erweiterten Kaders mit ins WM-Trainingslager der Franzosen zu fliegen, soll sie ihren Anteil gehabt haben. Anfang 2020 beschimpfte sie live im Fernsehen über die Zuschauerhotline den französischen Verbandspräsidenten, weil dieser behauptet hatte, er habe Rabiot zu einem Versöhnungs-Treffen eingeladen, was laut Veronique Rabiot eine Lüge gewesen sei.

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