FCB
Basel feiert den FCB, seine Helden und sich selbst

Meisterfeier – Eine Stadt sieht rotblau. Die Feier des 20. Titels der Vereinsgeschichte wird zum grossen Volksfest. Mit viel Bier, Eigensinn und Bratwurst.

Sébastian Lavoyer
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Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Ehemalige und aktuelle FCB-Grössen werden per Waggiswagen durch die Innenstadt gekarrt. Photo by Roland Schmid
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Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Karl Odermatt ist auf dem Wagniswagen in seinem Element. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Jubel auf dem Barfüsserplatz. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Jubel auf dem Barfüsserplatz. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Jubel auf dem Barfüsserplatz. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Ehemalige und aktuelle FCB-Grössen werden per Waggiswagen durch die Innenstadt gekarrt. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Die Muttenzer Kurve markiert vom Landhof in Richtung Innerstadt. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Die Muttenzer Kurve markiert vom Landhof in Richtung Innerstadt. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Ehemalige und aktuelle FCB-Grössen werden per Waggiswagen durch die Innenstadt gekarrt. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Ehemalige und aktuelle FCB-Grössen werden per Waggiswagen durch die Innenstadt gekarrt. Bernhard Heusler verteilt Autogramme. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Jubel auf dem Barfüsserplatz. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Die Mannschaft mit erweitertem Umfeld feiert im Papa Joe. Marc Janko gibt seine letzten Autogramme. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Die Mannschaft mit erweitertem Umfeld feiert im Papa Joe. Manuel Akanji beschieden sich von Marc Janko. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Die Mannschaft mit erweitertem Umfeld feiert im Papa Joe. Manuel Akanji gibt Autogramme. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Jubel auf dem Barfüsserplatz. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Die Mannschaft mit erweitertem Umfeld feiert im Papa Joe. Urs Fischer gibt letze Autogramme. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Jubel auf dem Barfüsserplatz. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Die Mannschaft mit erweitertem Umfeld feiert im Papa Joe. Urs Fischer gibt Interviews. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Die Mannschaft mit erweitertem Umfeld feiert im Papa Joe. Urs Fischer und Bernhard Heusler. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Die Mannschaft mit erweitertem Umfeld feiert im Papa Joe. Urs Fischer isst seine Brille. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Jubel auf dem Barfüsserplatz. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Jubel auf dem Barfüsserplatz. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Die Mannschaft mit erweitertem Umfeld feiert im Papa Joe. Die Kübel werden in Sicherheit gebracht. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Die Mannschaft mit erweitertem Umfeld feiert im Papa Joe. Josef Zindel, Marc Janko und Seydou Doumbia. Photo by Roland Schmid
Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Die Mannschaft mit erweitertem Umfeld feiert im Papa Joe. Photo by Roland Schmid
Die Fans strömen auf den Barfüsserplatz, um die Mannschaft des FC Basel nach dem Cortege durch die Innenstadt für den Meistertitel zu ehren.
Die Mannschaft des FC Basel lässt sich auf dem Balkon des PapaJoe's auf dem Barfüsserplatz von den Fans für den Meistertitel feiern.
FCB-Meisterfeier 2017
Der zwölfte Mann.
Kurt Thalmann von der ersten Meistermannschaft 1953.
Da haben wir sie, die alten Haudegen.
Da haben wir sie, die alten Haudegen.
Zu jedem Volksfest gehört eine Bratwurst. Grillieren auf dem Marktplatz. E Guete!
Basel hat sich hübsch gemacht für den FCB und seine grosse Sause.
Selbst die Busse.
Wir beginnen dort, wo alles anfing: auf dem Landhof.
Um 18:00 Uhr wollen die Fans gemeinsam los in Richtung Innenstadt laufen.
Der letzte Akt: Präsident Bernhard Heusler (l.) feiert zusammen mit der Mannschaft des FC Basel den Meistertitel 2017. Keystone
Für Flügelspieler Renato Steffen ist es der zweite Meistertitel mit dem FCB.

Der FCB feiert Basel 3.6.2017 - Der FCB feiert seinen 20. Meistertitel und seinen diesjährigen Double-Erfolg mit einem ausschweifenden Fest. Ehemalige und aktuelle FCB-Grössen werden per Waggiswagen durch die Innenstadt gekarrt. Photo by Roland Schmid

Roland Schmid

Basel hat sich rausgeputzt an diesem Freitagabend. Rotblau allenthalben, FCB-Fahnen wohin man schaut, die zwei Sterne in den Schaufenstern vieler Läden in der Innerstadt. Meisterfeier 2017, Feier des 20. Titels, der zwei Sterne, die neu auf der Brust der FCB-Stars um Captain Matías Delgado prangen. Mit einer Cortège bestehend aus zehn „Waggis-Wagen“, angeführt von Basels ältester Fasnachtsclique, dem VKB (Vereinigte Kleinbasler). Auf der alten Jubelroute, auf der man schon die Erfolge der Benthaus-Ära mit den sieben Meistertiteln zwischen 1967 und 1980 zelebrierte.

Die Muttenzerkurve geht noch weiter zurück. Ganz an den Anfang, zum Landhof, da, wo alles anfing, da, wo der FC Basel seine ersten Spiele bestritt. Die Wolken über dem löchrigen Platz mit der kleinen Betontribüne verdunkeln sich. Es riecht nach Regen. Schon vor 17 Uhr trudeln die ersten Fans ein. Sie sitzen auf dem Rasen, kicken mit zerknüllten Bierdosen, stossen an. Auf ihren FCB, den Serienmeister, acht Titel in Serie, eine Rekordsaison mit 86 Punkten, den Abschied des geliebten Präsidenten Bernhard Heusler. Bis zum Abmarsch kurz vor 18 Uhr sind es über 1000 Fans.

Legenden-Parade

Fast zeitgleich stellen sich in der Bäumleingasse die Trommler und Pfeifer des VKB auf. Die älteste Fasnachtscliqué führt den Cortège an. Schwarzweiss für Rotblau. Direkt dahinter im dunkelgrünen Mercedes-Oldtimer wird Kurt Thalmann durch die Fans kutschiert. Einer von nur noch zwei Überlebenden aus der Meistermannschaft von 1953. Er winkt unermüdlich, den kleinen goldenen Pokal in der Hand, den sie damals erhielten, ein Lächeln im Gesicht. Auf dem ersten Waggis-Wagen Helmut Benthaus und seine Truppe. Karli Odermatt ist ebenso dabei wie Erni Maissen oder Otto Demarmels. Die Argentinier sind da, Franco Costanzo und Walter „il muro“ Samuel, Christian Jiménez und Julio Hernan Rossi. Natürlich auch der neue Sportdirektor Marco Streller. Die aktuelle Mannschaft. Sie alle sind Helden und Legenden, die zum Erreichen der 20 Titel beigetragen haben.

Mit Pauken, Rauchpetarden und Leuchtfackeln geht’s los im Landhof. Die Muttenzerkurve, laut und freudetrunken, chaotisch und wild. Eigensinnig und ein wenig verrückt. Wie am Freitagabend, als die Kurve zu Ehren von Präsident Bernhard Heusler den Platz stürmte in der 73. Minute. Fünf Minuten musste das Spiel unterbrochen werden, weil sie ihren scheidenden Präsidenten mit Banner („Chapeau Bärni“) und Sprechchören auf dem Joggelirasen abfeierten. In Erinnerung an Heuslers ersten grossen Auftritt in der Öffentlichkeit damals im Frühling 2006, nachdem FCB-Anhänger über den Fussballplatz wüteten, auf FCZ-Spieler und –Anhänger losgingen. Die Schande von Basel.

Heusler hatte keine Ahnung, was da kommen wird. Die Kurve hat FCB-Historiker Josef Zindel in der Pause darauf aufmerksam gemacht, dass etwas geschehen werde. Heusler wusste, dass er so um die 70. Minute runter zur Ersatzbank kommen soll, um eine gute Sicht zu haben. „Ich war im ersten Moment völlig perplex“, gesteht der Präsident. Er merkt schnell, dass er sich nicht sorgen muss, die Fans in friedlicher Absicht gekommen sind. Heusler: „Wie so oft bewegten sie sich in einem Graubereich. Sie haben einmal mehr gezeigt, dass sie ihren eigenen Willen haben, eine eigene Fankultur. Man kann sie nicht brechen. Aber sie halten sich an gewisse Regeln.“

Schmelztiegel Barfi

Das zeigt sich ein weiteres Mal am Samstag. Die Muttenzerkurve läuft ihre ganz eigene Route zum Barfüsserplatz. Immer wieder gibt es Berührungspunkte mit dem Cortège, den Waggis-Wagen und den Legenden darauf. Aber vorschreiben lassen sich die eingefleischten Fans nicht, wie sie ihr Team zu feiern haben. Ihr Umzug ist leuchtend, laut und rauchig. Aber immer friedlich – wie schon am Tag zuvor beim Platzsturm. Sowieso ist an diesem Samstag scheinbar die halbe Stadt auf den Beinen. Da wird grilliert auf dem Marktplatz, gesungen auf der Freie Strasse, getrunken bis in die tiefe Nacht.

Auf dem Barfi trifft dann alles zusammen. Familien mit Kindern, Kurve, Legenden und aktuelle Stars. Fast 30‘000 Menschen sind gekommen, um ihren FCB zu feiern. Das Double. Präsident Bernhard Heusler und Sportdirektor Georg Heitz bei ihrem letzten öffentlichen Auftritt an der Spitze des Vereins, Urs Fischers Adieu als Trainer, Marc Jankos „baba“.

Dann tritt Heusler auf den Balkon. Heute macht er den Tätschmeister, ruft die Spieler, Betreuer und Trainer aus. Jeden einzelnen. Angefangen bei Heitz, seinem engsten Gefährten während all der Jahre. Dem Mann, der ihn auch in diesem Moment unterstützten wird, ebenfalls ein Mikro kriegt. Angefangen bei Tomas Vaclik bis zu Leistungsdiagnostiker Michael Müller werden sie alle gefeiert. Und mit Humor und Augenzwinkern präsentiert. „Er ist kein Fliegenfänger, aber ein grosser Fliegenfischer“, ruft Heusler in die Menge, kurz bevor Ersatzkeeper Germano Vailati auf den Balkon tritt. Oder Heitz kündigt Überflieger lang mit den Worten an: „Unser Topshot, der sich vor allem auch bei den Shots auskennt.“ Lachen, umarmen, feiern.

„Sion, c’est fini“

Die Stimmung ist am Siedepunkt, als erst Matias Delgado mit dem Meisterpokal rausgeht und gleich darauf Trainer Urs Fischer mit der Cup-Trophäe. „Sion, c’est fini!“, hallt es über den Barfi. Der Mythos ist besiegt, Sion hat den ersten Final verloren. Nach 13 siegreichen Endspielen. Das Sahnhäubchen auf Urs Fischers schaffen. Auch für ihn ist jetzt Schluss. Er ist vom kritisch beäugten Zürcher, zu einem der ihren geworden. Gratulationen erhält kaum einer mehr als er während diesem Tag. Umarmungen, Selfie-Wünsche – Fischer hat für alle Zeit und Geduld an diesem Tag. Er sagt: „Diese Akzeptanz muss man sich hart erarbeiten.“ Das ist ihm in seinen zwei Jahren in Basel gelungen.

Kurz nach 21 Uhr wird es ruhiger im Papa Joe’s. Die Spieler, Trainer und Betreuer haben sich in den für sie reservierten Bereich im Erdgeschoss zurückgezogen. Champions-League-Final. Real Madrid gegen Juventus. Ein letztes Mal gemeinsam, bevor alle weiterziehen. In die Ferien zuerst. Danach vielleicht zu einem neuen Verein. Einfach weiter. Wie die Fans. Es regnet jetzt. Der Barfi ist übersät von Bierdosen und Müll. Die Fans haben sich verzogen. In eines der vielen umliegenden Restaurants. Überall flimmern Cristiano Ronaldo & Co. über die Bildschirme. Das nächste Grossereignis. Die Feier ist vorbei.

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