Super League

Basel muss sich wehren und punkten

Deer Basler Trainer Marcel Koller konnte mit dem Gezeigten in Luzern nicht zufrieden sein, die Hoffnung hat er aber noch nicht aufgegeben

Deer Basler Trainer Marcel Koller konnte mit dem Gezeigten in Luzern nicht zufrieden sein, die Hoffnung hat er aber noch nicht aufgegeben

Der FC Basel benötigt eine Reaktion nach dem misslungenen Start ins Super-League-Saisonfinale. Vieles muss besser werden, hat Marcel Koller vor dem Spiel bei Neuchâtel Xamax erkannt.

Die Analyse des Matches gegen den FC Luzern dürfte für die Basler schmerzhaft gewesen sein. Es gab wenig Positives zu verzeichnen. Immerhin konnten zahlreiche Erkenntnisse gewonnen werden, die nun bereits drei Tage später auf der Maladière von Nutzen sein sollen. "Wir müssen uns viel mehr wehren in den Zweikämpfen", betonte Marcel Koller. "Die Ballbehauptung muss besser werden. Wenn der Gegner tief steht, müssen wir nach Lösungen suchen. Wir müssen uns bewegen, aber auch ruhig und geduldig bleiben."

Ruhig war es in diesem Jahr beim FC Basel selten - speziell nicht neben dem Platz. Ob es nun um Lohnverzicht der Spieler, um Präsident Bernhard Burgener, Trainer Koller oder wie zuletzt Kevin Bua geht: Diskussionsstoff gibt es in Basel seit Wochen immer. Mit Bua wird ein Spieler den Klub bereits Ende Juni verlassen, was doch etwas seltsam anmutet. Der Abgang des Flügelspielers ist auf jeden Fall eine Schwächung für den FC Basel, der das 1:2 gegen Luzern auch mit den vielen Absenzen begründet hat.

Für Marcel Koller ist klar, wie es wieder aufwärts gehen soll mit seiner Mannschaft. Der Blick soll weg von der Tabelle und dafür hin zum Wesentlichen, nämlich zu den unmittelbar anstehenden Aufgaben. "Es ist noch nicht gelaufen, es sind noch 36 Punkte zu vergeben", machte er sich und den Baslern Mut. Der Aufwärtstrend nach vier Punkten in den letzten sieben Partien darf aber nicht mehr auf sich warten lassen, wenn man weiter ernsthaft an den Meistertitel glauben will.

Ein Sieg gegen Neuchâtel Xamax ist Pflicht, aber nicht so einfach zu erreichen. "Xamax hat zugelegt", hat Koller beobachtet. Dieser Meinung ist auch der Neuenburger Trainer Joël Magnin, der sich über eine neu gewonnene mentale Stärke seiner Mannschaft freut: "Ich bin mir nicht sicher, dass wir in der Vorrunde einen Match wie jenen gegen Thun gewonnen hätten." Nach dem Sieg im Duell gegen den direkten Konkurrenten folgen für Xamax nun "vier Berge": Basel, YB, St. Gallen und wieder Basel innerhalb von anderthalb Wochen.

Diese drei Spitzenmannschaften hat Luzern in der Rückrunde schon alle bezwungen. Die Innerschweizer sind unter Fabio Celestini auf einem Höhenflug, der bemerkenswerterweise schon unter dessen Vorgänger Thomas Häberli Mitte Dezember begonnen hat. Auf die Rückrunde hin kam dann Celestini und fand einen guten Draht zu der jungen Mannschaft. Fünf Siege und ein Unentschieden lautet die Bilanz des Waadtländers vor der Rückkehr nach Lugano zu seinem alten Arbeitgeber. Das Cornaredo wird mit 1000 Zuschauern gefüllt sein, das ist fast ein Drittel des ansonsten üblichen Fanaufmarsches.

Auch zwischen Sion und Servette dürfen einige Hundert Sittener Fans ins Stadion. Viel zu jubeln hatten die Walliser in den vergangenen Monaten nicht. Nur einen Punkt beträgt der Vorsprung auf den Vorletzten Xamax, nachdem in den letzten 17 Partien lediglich ein Sieg heraussprang. Besserung hat sich auch unter dem neuen Coach Paolo Tramezzani nicht angedeutet. Gegen St. Gallen gingen die Sittener klarer unter, als das knappe 1:2 vermuten lässt.

Die Fakten zu den Spielen vom Mittwoch:

Neuchâtel Xamax - Basel (1:1, 0:3). - Mittwoch, 18.15 Uhr. - SR Dudic. - Absenzen: Djuric (gesperrt), Doudin (verletzt); Van Wolfswinkel, Zhegrova, Zuffi (alle verletzt). - Statistik: Der letzte Sieg von Neuchâtel Xamax in der Meisterschaft gegen Basel liegt schon beinahe zwölf Jahre zurück. In diesem Kalenderjahr ist Xamax aber erfolgreicher als Basel. Während die Neuenburger in sechs Spielen acht Punkte geholt haben, mussten sich die Basler in der gleichen Zeitspanne mit vier Zählern begnügen.

Lugano - Luzern (2:1, 1:1). - Mittwoch, 20.30 Uhr. - SR Horisberger. - Absenzen: Sabbatini (gesperrt), Obexer, Sulmoni (alle verletzt), Pavlovic (Trainingsrückstand); Balaruban, Ndenge, Schwegler (alle verletzt). - Fraglich: Holender, Rodriguez; keiner. - Statistik: Luzern hat zuletzt sechsmal gewonnen und einmal unentschieden gespielt. Keine andere Super-League-Mannschaft ist so lange ungeschlagen wie die Innerschweizer, deren letzte Niederlage von Anfang Dezember datiert (0:1 bei den Young Boys). Der für die Rückrunde verpflichtete Trainer Fabio Celestini reist damit ungeschlagen und mit einem Punkteschnitt von 2,67 zu seinem früheren Arbeitgeber Lugano.

Sion - Servette (1:1, 0:0). - Mittwoch, 20.30 Uhr. - SR Tschudi. - Absenzen: Ndoye, Ruiz (beide gesperrt), Toma, Zock, Fortune, Andersson (alle verletzt); Gonçalves, Schalk, Severin (alle verletzt). - Statistik: Seit dem Wiederaufstieg von Servette gingen beide Duelle mit Sion in der Super League unentschieden aus. Der bisherige Saisonverlauf spricht allerdings klar für die Genfer, die 15 Punkte mehr auch dem Konto haben. Sion hat von den letzten 17 Spielen nur eines gewonnen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1