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Bei den Young Boys ist die Decke in der Verteidigung dünn geworden

Nach den Abgängen von François Affolter (zum FC Luzern) und Dusan Veskovac (zum FC Toulouse) stellen sich den Young Boys einige Fragen. Wer bildet mit Alain Rochat zusammen gegen Thun die Innenverteidigung?

Markus Brütsch
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Spielen nicht mehr für YB: François Affolter und Dusan Veskovac

Spielen nicht mehr für YB: François Affolter und Dusan Veskovac

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Von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt – die Young Boys haben ihre Anhänger in der ersten Saisonhälfte durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt.

Nach fünf Siegen zum Saisonstart liessen die Berner eine Serie von sieben Spielen ohne jeglichen «Dreier» folgen; um danach wieder dreimal hintereinander zu gewinnen. Und sich schliesslich mit einem Unentschieden gegen Basel, einer Niederlage in Thun und dem Heimsieg gegen St. Gallen in die Winterpause zu verabschieden. «Ganz klar, uns hat die Konstanz gefehlt», sagt Verteidiger Alain Rochat.

Dennoch hat sich YB mit nur zwei Punkten Rückstand auf Leader FC Basel und einem Zähler hinter Luzern als drittplatzierte Mannschaft in die siebenwöchige Pause begeben. Was allerdings aufgrund des blamablen Cupouts in Le Mont etwas in den Hintergrund getreten war.

So verzichtet Rochat nun auch ganz gerne darauf, konkrete Titelambitionen anzumelden. «Nach unserem super Start ist das natürlich ein grosses Thema gewesen», sagt der Romand, «doch die folgenden Resultate haben gezeigt, dass es wohl klüger ist, wenn wir einfach nur von Spiel zu Spiel schauen.»

Stammduo nicht zur Verfügung

Was auch deshalb Sinn macht, weil es derzeit in der Mannschaft einige Fragezeichen gibt und sich Trainer Uli Forte vor dem Auftakt in die Rückrunde mit dem Heimspiel gegen Thun vor allem Gedanken darüber machen muss, wie er die Innenverteidigung besetzen soll.

Alain Rochat

Alain Rochat

Keystone

Vom Stammduo der Vorrunde, Steve von Bergen und Dusan Veskovac, steht keiner zur Verfügung, weil Ersterer gesperrt und Letzterer in dieser Woche für knapp eine Million Franken in die Ligue 1 zum FC Toulouse verkauft worden ist.

Obwohl der Serbe eine ansprechende Hinrunde abgeliefert hat und in den letzten Jahren nur unter Trainer Martin Rueda nicht Stammspieler in der Super League war, ist es doch einigermassen erstaunlich, dass der 27-Jährige gleich mit einem Dreieinhalbjahresvertrag nach Frankreich gelockt worden ist.

Zwar hat dies YB noch einen schönen Batzen beschert, doch andererseits ist nach dem schon länger feststehenden Abgang von François Affolter zu Luzern die Decke in der Verteidigung dünn geworden. «Ich denke, dass die Klubführung darauf reagieren und Ersatz holen wird», sagt Rochat. Auch Trainer Forte hat an der Medienkonferenz am Dienstag zu verstehen gegeben, dass er noch einen Innenverteidiger brauche.

Rochat mit Abwehrrolle

Am Sonntag gegen Thun aber fällt die Rolle des Abwehrchefs erst einmal Rochat zu. «Ich spiele gerne innen», sagt Rochat, «obwohl ich in meiner Karriere häufiger als Aussenverteidiger aufgelaufen bin.» Mit wem zusammen er das Zentrum bilden wird, ist allerdings auch für ihn noch unklar.

Christoph Spycher, der diese Rolle spielen könnte, ist angeschlagen, der 19-jährige Gregory Wüthrich noch ohne jede Spielminute in der Super League und Marco Bürki weiterhin verletzt. «Mit wem auch immer – es wird klappen», sagt Rochat, der morgen seinen 31. Geburtstag feiert. «Wir sind hervorragend vorbereitet und hoch motiviert.»

Er gibt sich auch überzeugt, dass der 19-jährige Yvon Mvogo in der Lage ist, den verletzten Stammgoalie Marco Wölfli gut zu ersetzen. «Beim 1:0 gegen St. Gallen war er super, und er hat auch stets seriös trainiert», sagt Rochat. «Jetzt muss er diese Eindrücke aber auch bestätigen.»

Und sollte sich die Defensive im Kantonsderby gleichwohl als Achillesferse erweisen, so bleibt YB noch immer die Flucht nach vorne. Schliesslich haben sie aus Thun Josef Martinez zurückbeordert, der zusammen mit Marco Streller als achtfacher Torschütze die Liste anführt. «Mit ihm werden wir noch gefährlicher sein», sagt Rochat und nennt dann doch noch ein Ziel für die Rückrunde: «Möglichst lange an der Spitze mitspielen.»

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