Fifa-Präsident

Blatter will es nochmals wissen: «Meine Mission ist nicht beendet»

Noch nicht Amtsmüde: Fifa-Präsident Sepp Blatter

Noch nicht Amtsmüde: Fifa-Präsident Sepp Blatter

Sepp Blatter (78) hat in seiner Schlussansprache am Fifa-Kongress in São Paulo seine erneute Kandidatur als Fifa-Präsident angekündigt. Die Delegierten hatten sich am Kongress gegen eine Alters- und Amtszeitbeschränkung entschieden.

«Meine Mission ist nicht beendet, das sage ich Ihnen», rief Blatter den Delegierten am 64. Fifa-Kongress im brasilianischen São Paulo zu und erntete Applaus.

Diese haben sich am Mittwoch gegen eine Amtszeitbeschränkung für Spitzenfunktionäre im Weltverband ausgesprochen. Auch ein Alterslimit wurde von der Mehrheit der 209 Verbandsvertreter abgelehnt.

Damit ist die letzte Stufe der umstrittenen Demokratiereform innerhalb der Fifa gescheitert. Das Ergebnis ist ein Sieg für Blatter, der seit 1998 Fifa-Präsident ist.

Garcia kannte Dokumente der "Sunday Times"

Im "Fall Katar" wurde in São Paulo bekannt, dass Fifa-Chefermittler Michael Garcia bei seiner Untersuchung der Korruptionsvorwürfe um die Vergaben der Weltmeisterschaften 2018 (Russland) und 2022 (Katar) auch Zugriff auf

die Dokumente der "Sunday Times" hatte. "Die grosse Mehrheit dieses Materials stand uns zur Verfügung. Es wurde und wird untersucht. Wir haben die Quelle kontaktiert und sind zuversichtlich, vollständigen Zugang zum kompletten Daten-Set zu bekommen", sagte der Amerikaner.

Insgesamt hätten ihm bei den Untersuchungen beider WM-Vergaben mehrere 10'000 Dokumente zur Verfügung gestanden. Garcia hatte den Bericht am Montag abschliessen wollen, sprach nun aber davon, dass es noch weitere Informationen geben könnte. Aussagen über konkrete Ermittlungsergebnisse oder Verdachtsmomente gegen Fifa-Funktionäre machte Garcia wie erwartet nicht.

Die britische Zeitung "Sunday Times" hatte zuletzt mit Enthüllungen über die angebliche Bestechung von Fifa-Funktionären durch den Katarer Mohamed bin Hammam für Aufsehen gesorgt. Der Spitzenfunktionär soll afrikanische und asiatische Mitglieder des Exekutiv-Komitees der Fifa, das im Dezember 2010 die Weltmeisterschaft 2022 mit 14:8 Stimmen nach Katar vergeben hatte, mit insgesamt rund fünf Millionen Dollar bestochen haben. Bin Hammam war 2011 kurz vor der Präsidentschaftswahl, in der er Blatter herausfordern wollte, von der Ethikkommission des Weltverbandes wegen Verstössen gegen den Ethikcode auf Lebenszeit gesperrt worden.

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