FC Basel
Der FCB fertigt St.Gallen mit 3:0 ab – dank einem Doppelpack von Ex-St.Galler Ajeti

Der FCB siegt wieder in Serie – als wäre es nie anders gewesen. Mit 3:0 fertigen die Basler St.Gallen ab. Sie siegen mit einer Leichtigkeit, die schon fast beängstigend ist. Und als die FCB-Stars um Doppeltorschütze Albian Ajeti in die Kabine verschwinden, tönt es aus der Muttenzerkurve: «YB isch närvös, YB isch närvös!»

Sébastian Lavoyer
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Schoss St. Gallen beim 3:0 fast im Alleingang ab: Basels Albian Ajeti

Schoss St. Gallen beim 3:0 fast im Alleingang ab: Basels Albian Ajeti

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Und tatsächlich lassen die Berner tags darauf gegen Murat Yakins GC Punkte liegen, spielen bloss 1:1. Damit schrumpft der Vorsprung auf den FCB auf zwei Punkte zusammen. Jetzt könnten sich die Basler gar noch den Winter-Meistertitel sichern. Wer hätte das gedacht?
Noch Ende September bezwangen die Ostschweizer den FCB mit 2:1. Aus Basler Sicht so etwas wie der Tiefpunkt der aktuellen Saison. Den Assist zum zweiten Tor der Ostschweizer gab ein gewisser Albian Ajeti (20). Wenige Tage später zog es ihn zurück in seine Heimat, zurück nach Basel. Gestern fertigt der Rückkehrer seinen Ex-Verein ab.

Erst nickt Ajeti eine Fransson-Flanke ein (26.) und bleibt dabei so lange in der Luft, dass man das Gefühl hat, er habe die Gesetze der Schwerkraft überwunden. Oder vielleicht ist es einfach die Leichtigkeit des Siegens, die ihn schweben lässt. Auf jeden Fall ist die Führung hoch verdient. 75 Prozent Ballbesitz für die Basler, 6:0 Abschlussversuche – der FCB ist drückend überlegen.

Traf gegen seinen Ex-Verein St. Gallen zweimal: Basels Albian Ajeti

Traf gegen seinen Ex-Verein St. Gallen zweimal: Basels Albian Ajeti

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Ajetis zweiter Streich folgt in der 65. Minute: Marek Suchy mit dem langen Ball, Ajeti schüttelt St.Gallen-Verteidiger Philipp Koch ab und schiebt via Innenpfosten zum 2:0 ein. Beim ersten Tor hielt er sich noch zurück mit Jubel – jetzt muss die Freude raus. Mit dem Finger am Ohr rennt Ajeti zur Muttenzerkurve und lässt sich feiern. Sein erster Doppelpack für Rotblau ist perfekt. «Beim ersten Tor habe ich mich noch zurückgehalten, wie ich mir das vorgenommen hatte vor dem Spiel. Aber in diesem Augenblick mussten die Emotionen einfach raus.»

Und man versteht ihn. Der FCB blieb immer sein Herzensverein, auch nach seinem Wechsel zu Augsburg vor bald zwei Jahren. Er war schwer enttäuscht, als sein Wechsel im Sommer scheiterte. Dass es doch noch klappte mit der Rückkehr zu seiner grossen Liebe, verdankte er in erster Linie der Verletzung des designierten FCB-Topskorers Ricky van Wolfswinkel. Und jetzt schiesst er in seinem achten Spiel für den FC Basel seine Meisterschaftstore Nummer 4 und 5 in Rotblau (er traf schon für St.Gallen dreimal) – und steht nun mit insgesamt acht Toren auf Platz 2 der Torschützenliste.

«Der Unterschied ist enorm»

Ein Freistoss von Manuel Akanji rutscht St.Gallen-Keeper Daniel Lopar später durch die Hände. 3:0 heisst es zum Schluss. Klar und deutlich. Das ist alles andere als selbstverständlich, denn eben erst hat der FCB Historisches vollbracht, gewann 2:0 gegen Benfica in Lissabon und qualifizierte sich mit vier Siegen für den Achtelfinal der Champions League. Nie hatte der FCB mehr Punkte nach sechs Spielen in der Königsklasse. Nie hat er sich souveräner für die Runde der letzten 16 Mannschaften qualifiziert. «Es war nicht einfach in der Kälte. Nach all den Emotionen, die die Mannschaft und der Verein in den letzten Tagen erlebt hat», sagt FCB-Trainer Raphael Wicky. Er habe viel mit dem Team gesprochen, um es auf dieses «schwierige Spiel» gegen die Ostschweizer einzustellen. Denn er hat Lunte gerochen. YB ist in Griffweite. Und Wicky sagt: «Wir dürfen jetzt nur nicht glauben, dass wir schon etwas erreicht hätten. Wenn wir nur zehn Prozent nachlassen, reicht es nicht mehr.»

Wicky und sein Team arbeiteten sich aus der Krise

Von Entspannung aber kann keine Rede sein. Der FCB nimmt den Schwung aus der Königsklasse mit und überfährt den Gast aus der Ostschweiz. Souverän wie selten in dieser Saison spielt der FCB auf. Und St.Gallen-Trainer Giorgio Contini kann bloss feststellen: «Der Unterschied zwischen dem FCB, den wir im Herbst empfangen haben und dem FCB, wie er momentan auftritt, ist enorm.» Wicky und sein Team arbeiteten sich aus der Krise. Seit dem 1:2 in St.Gallen haben die Basler nicht mehr verloren. Die kämpferische Einstellung ist geblieben, doch das Siegen fällt dem FCB wieder bedeutend leichter. Und YB gerät jetzt schon ins Trudeln.