Super League

Der Meister erteilt dem Cupsieger eine Lektion – YB gewinnt mit 4:0 gegen den FCZ

Verdienter Jubel für die YB-Spieler Jean-Pierre Nsame und Loris Benito nach der geglückten Cupfinal-Revanche

Verdienter Jubel für die YB-Spieler Jean-Pierre Nsame und Loris Benito nach der geglückten Cupfinal-Revanche

Die Young Boys gewinnen im Stade de Suisse den Spitzenkampf gegen den FC Zürich mit 4:0. Heute Mittag werden sie erfahren, gegen wen sie im Playoff um die Qualifikation für die Champions League spielen.

Wer an diesem prachtvollen Sommersonntag der Verlockung widersteht, sich im Gummiboot die Aare hinuntertreiben zu lassen und stattdessen das Stade de Suisse besucht, braucht es nicht zu bereuen. Selbst jene, die auf der Gegentribüne im prallen Sonnenlicht sitzen, spüren die Hitze kaum angesichts des kräftigen Windzuges, den die Young Boys entfachen.

Ja, zehn Wochen nach dem verlorenen Cupfinal gegen den FC Zürich zerlegt YB denselben Gegner in der dritten Runde der Super League und besiegt ihn mit 4:0. Obwohl Aussenverteidiger Loris Benito danach nichts davon wissen will, dass YB habe dieses Spiel als Revanche für das Endspiel betrachtete, hat der Zuschauer durchaus den Eindruck erhalten, als wollten die Berner den Zürchern sagen: Seht her, wenn wir ernst machen, seid ihr ohne Chance!

Auf jeden Fall ist, wie schon in den beiden ersten Meisterschaftsspielen, nichts mehr vom Spannungsabfall zu sehen gewesen, der die Gelb-Schwarzen nach dem Gewinn des Meistertitels erfasst hatte. Auch unter dem neuen Trainer Gerardo Seoane haben sie nichts von ihrem Erfolgshunger eingebüsst: Drei Spiele, drei Siege, 8:0 Tore. Wobei es schon einen kleinen Wermutstropfen gibt: Vergangene Saison lautete das Torverhältnis bei drei Siegen 9:0 . . .

4:0 ist leistungsgerecht

Knapp 23 000 Zuschauer waren neugierig gewesen auf den Spitzenkampf der beiden einzigen Mannschaften, die noch verlustpunktlos waren. Doch schon bald durften sie – aus Berner Sicht – zufrieden von einem Klassenunterschied Kenntnis nehmen. Bisweilen sah es aus, als würden hinter den Ohren grüne Junioren gegen ausgebuffte Profis spielen. Das Ergebnis war in dieser Höhe leistungsgerecht, selbst wenn einige Zürcher dies nicht so sahen.

Natürlich, hätte Adrian Winter das 1:2 erzielt, als er alleine auf das YB-Tor ziehen konnte, dann hätte es, zumindest zwischenzeitlich, etwas besser ausgesehen für die Gäste. Aber wie Kevin Mbabu in jener Szene den Ball mit letztem Einsatz noch abblockte, gehört halt auch zu den Gründen, weshalb der FCZ an diesem brütend heissen Nachmittag chancenlos war.

Die Einwechslung macht Druck

Offensichtlich nervte diese Erkenntnis Ludovic Magnin so sehr, dass er sich viel zu oft in Wortgefechte mit dem Schiedsrichterassistenten einliess, statt seinem Team durch Coaching zu helfen. «Wir hatten unerklärlich viele Ballverluste», sprach der FCZ-Trainer jene Phase an, als die Gastgeber innert drei Minuten durch die überragenden Miralem Sulejmani (12.) und Christian Fassnacht (15.) 2:0 in Führung gingen und diesen Vorsprung noch vor der Pause durch Guillaume Hoarau auf 3:0 ausbauten.

Doch YB powerte auch danach weiter – bei 42 Grad auf dem Kunstrasen. Der eingewechselte Jean-Pierre Nsame schraubte das Ergebnis auf 4:0 (75.) und machte das Stadion zur Festhütte. «Wir sind dank einer unglaublichen Effizienz 2:0 in Führung gegangen und haben bei dieser Hitze eine grosse Solidarität gezeigt», sagte Seoane.

Wann geht Mbabu?

Symbolhaft für die Überlegenheit der Berner war, wie der bärenstarke Aussenverteidiger Mbabu die Zürcher Hoffnung Benjamin Kololli aus dem Spiel nahm. Dass der YB-ler am Ende noch mit dem Anhang die Welle machte, als alle Teamkollegen schon in der Kabine waren, könnte allerdings darauf hindeuten, dass er den Klub in den nächsten Tagen verlässt. Er würde YB in den CL-Playoff-Partien schmerzhaft fehlen. Heute findet die Auslosung dazu statt.

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