Fussball
Die 5 brennendsten Fakten zu diesem Fussball-Wochenende

Eine Übersicht mit Storys über Schweizer Natispieler vor den beiden Testpartien. Der angeschlagene Shaqiri rent bei Stoke City wie eine junges Reh, Seferovic hat bis jetzt erst 14 Minuten bei Benfica gespielt und Granit Xhakas Besuch im Joggeli.

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Breel Embolo verhilft Schalke 04 dieses Wochenende zum Sieg.

Breel Embolo verhilft Schalke 04 dieses Wochenende zum Sieg.

KEYSTONE/EPA DPA/BERND THISSEN

1 Angeschlagener Shaqiri wie ein Reh

Als vor drei Tagen das Kader der Schweizer Nati für die beiden Testländerspiele am Freitag in Griechenland und am folgenden Dienstag in Luzern gegen Panama bekannt gegeben wurde, fehlte der Name des Offensivstars Xherdan Shaqiri. Man habe mit ihm vereinbart, er solle seine Wadenprobleme auskurieren und sich im Klub intensiv behandeln lassen. Eine Entscheidung, die angesichts des chargierten Programms durchaus nachzuvollziehen war.

Dann aber das: Am Samstagnachmittag um vier steht Shaqiri auf dem Rasen, um seinem Arbeitgeber Stoke City gegen Everton im Abstiegskampf zu helfen. Ein Vergnügen ist dies aber nicht. Zeitweise fegt ein Schneesturm so heftig durchs Stadion, dass die eigene Hand vor dem Gesicht nicht zu sehen ist. Shaqiri ist nicht anzumerken, dass er angeschlagen ins Spiel gegangen ist.

Er rennt wie ein junges Reh durch den Schnee. Als sein Teamkollege Adam nach einer halben Stunde vom Platz gestellt wird, schimpft Shaqiri wie ein Rohrspatz. Nach 76 Minuten ist Schluss für ihn, Stoke verliert 1:2 und steht vor dem Abstieg.

Keystone

2 Drmic: gehofft, gezittert und gebetet

Zwei Jahre nach seinem letzten Bundesligator durfte Josip Drmic wieder einmal über einen Treffer jubeln. Zwar führte sein 1:1 gegen Hoffenheim am Ende nur zu einem 3:3 und nicht zum ersehnten Gladbacher Sieg, war aber für den 25-jährigen Schweizer gleichwohl ein prächtiges Erfolgserlebnis.

Allerdings ging es nicht ohne Zittern, weil der Schiedsrichter noch an den Spielfeldrand eilte, um am Bildschirm zu überprüfen, ob Drmic das Tor tatsächlich mit einem Handspiel vorbereitet hatte, wie die Gäste monierten. «Ich hab gezittert, gehofft, gebetet, dass der Treffer zählt», sagte Drmic. «Ich habe nur gehofft, dass gerecht entschieden wird, und das wurde es dann auch.

Hätte ich die Handbewegung bewusst zum Ball gemacht, hätte ich die Annullation verstanden.» Drmic war nach 21 Minuten für den verletzten Bobadilla gekommen und erhielt auch ein Sonderlob von Captain Lars Stindl: «Er kam in einer schwierigen Phase auf den Platz und konnte uns direkt helfen.» Das Nati-Aufgebot tags zuvor hatte Drmic offenbar einen Motivationsschub gegeben.

Seltener Jubelmoment: Josip Drmic trifft erstmals seit zwei Jahren in der Bundesliga.

Seltener Jubelmoment: Josip Drmic trifft erstmals seit zwei Jahren in der Bundesliga.

KEYSTONE/EPA/SASCHA STEINBACH

3 Harte Zeiten für Djourou und Schär

Als Johan Djourou im August vom Hamburger SV in die Türkei zu Antalyaspor wechselte, fragte sich manch einer: Was will er denn da? Schon bald gab es Unruhe in der Klubführung und einen Anschlag auf den Mannschaftsbus, in dem der verletzt pausierende Djourou allerdings nicht sass. Nachdem er sechs Mal durchgespielt hatte, verpasste er zwölf Spiele und kam erst in diesen Wochen allmählich wieder zu Spielpraxis.

Heute aber wird er mit einem schönen Erfolgserlebnis bei der Nati einrücken. Schwer in Abstiegsgefahr gelang Antalyaspor ein 3:2-Auswärtssieg bei Kasimpasa und Djourou spielte 90 Minuten lang.

Davon kann Fabian Schär bei La Coruña im Augenblick nur träumen. Er hatte Hoffenheim verlassen, um wieder zu spielen. Nach einem ansprechenden Beginn, er stand insgesamt 20 Mal in der Startformation, hat sich unter dem neuen Trainer Clarence Seedorf der Wind gedreht. In den letzten drei Partien kam Schär nicht mehr zum Einsatz. Nur gut, hat sich mit Manuel Akanji ein Schweizer Innenverteidiger bei Dortmund durchgesetzt.

Fabian Schär kommt bei La Coruña derzeit kaum zu Spielminuten.

Fabian Schär kommt bei La Coruña derzeit kaum zu Spielminuten.

KEYSTONE/EPA EFE/CABALAR

4 Zuber und Seferovic im Tief, Embolo kommt

!m vergangenen Jahr war Flügelspieler Steven Zuber so etwas wie eine Entdeckung für die Schweizer Nati gewesen. Beim 5:2 gegen Ungarn hatte er zwei Tore geschossen und in den WM-Playoffs gegen Nordirland hatte ihn Vladimir Petkovic 87 und 90 Minuten spielen lassen.

Der 26-Jährige hatte sich mit guten Leistungen in der Bundesliga aufgedrängt. Seit Anfang Februar hat Zuber aber seinen Platz verloren, durfte in sieben Partien nur noch 38 Minuten spielen. Der Schweizer gebe aber nicht auf, lege nach jeder Trainingseinheit eine Sonderschicht ein, schrieb «Bild».

Steven Zuber

Steven Zuber

KEYSTONE/EPA DPA/UWE ANSPACH

Von Haris Seferovic ist nicht überliefert, dass er dies bei Benfica auch tut. Es scheint, dass er beim portugiesischen Tabellenzweiten aus den Traktanden gefallen ist. 14 Einsatzminuten in den letzten 15 Spielen kommen einer Demütigung gleich. Eine harte Nuss, die Petkovic zu knacken hat.

Dafür kann er wieder mit Breel Embolo rechnen. Der Schweizer wurde in Wolfsburg nach einer Stunde eingewechselt und provozierte mit einer Hereingabe das Eigentor von Knoche zum glückhaften Schalker Sieg.

Breel Embolo verhilft Schalke am Wochenende zum Sieg.

Breel Embolo verhilft Schalke am Wochenende zum Sieg.

KEYSTONE/EPA/HASAN BRATIC

5 Xhaka und der Besuch im St. Jakob-Park

Während viele seiner Nati-Kollegen bei ihren Klubs verzweifelt um Einsatzzeiten kämpfen, ist Granit Xhaka in seinem Klub unbestrittener Titular. Dass er beim FC Arsenal in allen 30 Spielen in der Premier League in der Startelf stand, ist ein toller Leistungsausweis. Weil er mit seiner Mannschaft Anfang Jahr im FA-Cup ausgeschieden war, konnte er nun ein spielfreies Wochenende geniessen.

Wenig überraschend verbrachte er den Sonntagnachmittag im St. Jakob-Park beim Spiel des FCB gegen Sion, bevor er sich heute Montag bei der Nati einfindet. «Griechenland und Panama sind zwei wichtige Tests. Ich hoffe, wir können gute Ergebnisse erzielen und dort weiterfahren, wo wir im November aufgehört haben», sagte Xhaka im Interview beim «Teleclub».

Granit Xhaka stand bei allen Premier-League-Spielen in der Start-11.

Granit Xhaka stand bei allen Premier-League-Spielen in der Start-11.

KEYSTONE/EPA/WILL OLIVER

Für ihn sei die Schweiz in der bestmöglichen Gruppe. «Im ersten Spiel gegen Brasilien anzutreten, ist ein Highlight.» Und wie sieht er die Situation des FCB? «Bei Arsenal haben wir uns mit drei Siegen aus einer schwierigen Situation herausgekämpft. Ich hoffe, dem FCB gelingt das nun auch.»

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