Das erste Auswärtsspiel in der Bundesliga wird für Marco Rose auch eine Reise in die Vergangenheit. "Ja, das ist spannend", meinte der neue Trainer von Borussia Mönchengladbach vor der Partie in Mainz, wo er auf seinen Freund und WG-Kumpel Sandro Schwarz trifft. "Als Spieler habe ich schon gegen Sandro gespielt, aber als Trainer sind wir noch nicht aufeinandergetroffen.

Doch dieses Spiel wird nichts an unserer Freundschaft ändern", sagte der Trainer der Borussia-Schweizer Yann Sommer, Nico Elvedi, Denis Zakaria, Breel Embolo und Michael Lang. Zu Wochenbeginn hätte er noch mit dem Mainzer Trainerkollegen telefoniert. Dabei habe man aber "wenig über Fussball" gesprochen, sagte Schwarz dem Fachmagazin "Kicker".

Gladbachs Coach, der früher in Mainz aktiv war, hat am Samstag in der alten Heimat gleich mehrere Termine. Nach dem Spiel treffen sich die beiden Freunde zum Essen, am Abend hat Rose dann einen Auftritt im ZDF-Sportstudio. Das Spiel ist für beide ein besonderes Duell, auch wenn sie das nicht so hoch hängen wollen. Rose verriet: "Ich sitze schon da und denke: Was denkt Sandro? Denkt er, dass ich denke, was er denkt." Aber letztlich gehe es nicht darum, ob sie gute Freunde seien. "Wir sind zwei Trainer, die eine Verantwortung für unsere Vereine haben", sagte der Gladbacher Coach.

Auch Schwarz macht sich so seine Gedanken. "Es ist kein Geheimnis, dass wir identische Spielideen verfolgen. Ich erwarte ein sehr spannendes und intensives Spiel am Samstag", sagte der Mainzer Coach. Es sei natürlich eine aussergewöhnliche Konstellation. "Aber es geht darum, die Aufgabe zu sehen und darauf den Fokus zu richten", sagte Schwarz.

Die beiden Trainer pflegen nicht nur ihre persönliche Freundschaft. Längst ist die Familie einbezogen. Sie fahren gemeinsam in die Ferien. Rose ist Pate von Schwarz junior, der Mainzer Coach ist Pate von Roses Tochter. Beinahe wären die beiden auch ein Trainergespann in Mainz geworden, doch Rose zog den Job in Salzburg vor. "Wir haben beide gemerkt, dass ich doch eher ein Cheftrainertyp bin", sagte der 42-Jährige.

Früher in der WG wollte zumindest in der Küche keiner der beiden der Chef sein. Kochen konnten beide nicht gut, also kam der Lieferservice. Auch eine Putzfrau war nötig. "Ich gebe zu, ordentlicher war Sandro", sagte Rose. Aber auch die Unterstützung im Haushalt konnte nicht verhindern, dass die beiden jungen Männer den Pool des gemieteten Hauses verschimmeln liessen. "Unser Vermieter musste den ganzen Pool leider abreissen lassen. Aber okay, so hatten wir danach einen grösseren Garten", sagte Schwarz.