Kommentar

Ein Titel für den FC Zürich als Signal für den Angriff

Die Choreographie der Fans des FC Zürich vor dem Cupfinal.

Die Choreographie der Fans des FC Zürich vor dem Cupfinal.

Der FC Zürich wird Schweizer Cupsieger nach einem umkämpften Final gegen die Young Boys. Die Richtung, die Präsident Ancillo Canepa nun einschlagen will ist klar: Meistertitel oder sogar Champions League-Teilnahme.

Gut zehn Jahre ist es her. Der FCZ war im Schweizer Fussball die einzige Kraft, die den Krösus aus Basel regelmässig herausfordern konnte. Mit den Meistertiteln 2006, 07 und 09 als Highlight. Seither hat der Verein einen schleichenden Niedergang erlebt.

Es ging nicht nur der Anschluss an Basel verloren. Der FCZ wurde von YB auch als zweite Kraft im Schweizer Fussball abgelöst. Der Abstieg 2016 war der Tiefpunkt. Nur im Cup durfte der FCZ vereinzelt süsse Tage erleben. Der Cupsieg gestern war der dritte innert fünf Jahren.

Im Selbstverständnis von Präsident Ancillo Canepa hat nur ein Denken Platz: Der FCZ gehört an die Spitze. Zumindest auf nationaler Ebene. Noch lieber aber träumt Canepa von einem weiteren Meistertitel oder gar der Rückkehr in die Champions League. Doch bis dahin ist der Weg noch sehr weit. Und dafür braucht es Geduld.

Die Zürcher haben sich nach dem Abstieg eine Kur verordnet und die Chance genutzt, sich wiederzubeleben. Sie haben als Aufsteiger die ordentliche Saison nun gekrönt. Der Auftritt der Zürcher im Final war so leidenschaftlich, wie es der neue Trainer Ludovic Magnin eben ist.

Es wird spannend zu beobachten sein, ob es ihm gelingt, Herz und Taktik unter einen Hut zu bringen. Klar ist auch, dass die FCZ-Strategie, auf eigene Junioren zu setzen, richtig ist. Aber es gilt auch, die richtige Mischung zwischen Jugend und Erfahrung zu finden. Dafür muss der FCZ investieren. Der Cupfinal hat zumindest gezeigt, dass es sich lohnen könnte. Denn in Zürich wächst eine spannende Generation von Fussballern heran.

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