Alexander Gonzalez und Josef Martinez haben hierzulande keine grossen Spuren hinterlassen. Die beiden Venezolaner waren 2012 in die Schweiz gekommen und kickten für YB und Thun; Aussenverteidiger Gonzalez auch noch während einer Saison für Aarau. Mittlerweile spielt dieser in Spaniens zweiter Liga beim FC Elche, während Martinez in Nordamerika so richtig aufblüht.

Nachdem der Stürmer beim FC Turin in Italiens Serie A vergeblich auf den Durchbruch gewartet hatte, wurde im Februar 2017 sein Transfer zum neu gegründeten Atlanta United zum Glücksfall für den Spieler und dessen neuen Klub. In seiner ersten Saison in der Major League Soccer schoss Martinez in 21 Spielen 19 Tore und wurde zum Newcomer der Saison gewählt. Doch Atlanta schied in der ersten Playoff-Runde aus.

Martinez war indes auf den Geschmack gekommen und legte in dieser Spielzeit nach. Mit 31 Toren in 34 Spielen der Regular Season wurde er nicht nur Torschützenkönig, sondern er verbesserte den Rekord gleich um vier Tore. Und nicht nur das: Der 25-jährige, nur 1,72 Meter grosse Angreifer wurde von den Spielern, den Trainern und Journalisten zum wertvollsten Spieler der Saison gewählt. Zlatan Ibrahimovic und Wayne Rooney landeten auf den Rängen drei und vier.

Zuschauerrekord

Noch aber ist es zu früh für Martinez, um ausgiebig zu feiern. Am Samstagabend nämlich steht nun noch der Final um den MLS-Cup auf dem Programm. Atlanta hatte sich im Halbfinal mit dem Gesamtskore von 3:1 gegen RB New York durchgesetzt und bekommt es jetzt mit den Portland Timbers zu tun. Diese haben Kansas City aus dem Weg geräumt.

Weil Atlanta in der Regular Season mehr Punkte geholt hatte, darf es das Endspiel zu Hause bestreiten. Das hat zur Folge, dass es einen neuen Final-Zuschauerrekord geben wird. Dieser besteht seit 2002, als 61 316 Fans das Endspiel zwischen New England Revolution und L.A. Galaxy sehen wollten. Nachdem Atlanta in dieser Saison einen stolzen Schnitt von 53 000 Zuschauern erreicht und schon fünf Mal mehr als 70 000 angezogen hatte, wird das Mercedes-Benz-Stadium mit 77 500 Plätzen nun gerammelt voll sein.

Die Hoffnungen ruhen auf Martinez

Die Hoffnungen von Atlanta United ruhen vor allem auf Martinez, der in den Playoffs auch schon wieder drei Mal getroffen hat. Gecoacht wird die Mannschaft von Gerardo Martino. Der Argentinier trainierte in der Saison 2013/14 den FC Barcelona und wird nun die Nationalmannschaft von Mexiko übernehmen.

Martinez ist der Einzige im Final mit Schweizer Bezug, nachdem in den beiden letzten Jahren jeweils noch Goalie Stefan Frei mit den Seattle Sounders im Endspiel gewesen war und dieses 2016 gewonnen hatte. Diesmal aber war für Frei nach der ersten Playoff-Runde im Penaltyschiessen gegen Portland die Saison zu Ende. Reto Ziegler schied mit dem FC Dallas im Wild-Card-Spiel zu den Playoffs aus, die anderen Schweizer Philippe Senderos (Houston Dynamo), Jérôme Thiesson (Minnesota United), Scott Sutter (Orlando City FC) und François Affolter (San José Earthquakes) verpassten die Playoffs.