Adi Hütter war begeistert - sowohl von der Atmosphäre als auch vom Auftritt seiner Spieler. Am Sonntag hatte er sich per Videobotschaft an die YB-Verantwortlichen und -Fangemeinschaft gewandt und den Bernern zur erfolgreichen Titelverteidigung gratuliert, nun steht der Vorarlberger nach dem 2:0 der Eintracht gegen Benfica Lissabon als erster österreichischer Trainer seit Ernst Dokupil 1996 im Halbfinal eines europäischen Wettbewerbes.

Für Hütter ist der Tabellenfünfte der englischen Premier League in den Duellen am 2. Mai in Frankfurt - die Partie ist bereits ausverkauft - und am 9. Mai in London Favorit. "Aber wir können immer für eine Überraschung sorgen", so der 49-Jährige. "Wir freuen uns auf Chelsea. Mal sehen, was da rauskommt." Es werden die grössten internationalen Spiele für Hütter, der im letzten Jahr die Young Boys aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt hat und mit ihnen den ersten Meistertitel seit 1986 holte.

Dokupil hatte Rapid Wien 1996 im Cup der Cupsieger in den Final geführt. Zwei Jahre davor stand Hütter selbst als Spieler mit Austria Salzburg im UEFA-Cup-Final. Nach den Meistertiteln als Trainer mit Salzburg (2015) und den Young Boys sorgt er nun international für Furore. In Frankfurt träumen manche nach dem Cupsieg im Vorjahr gar bereits vom Europacup-Triumph, dem zweiten nach jenem 1980 im UEFA-Cup.

Seither stand Frankfurt nicht mehr in einem Europacup-Halbfinal. Mit der Leistung im Rückspiel war Hütter nach dem 2:4 im Hinspiel in Lissabon rundum zufrieden. "Es war ein perfektes Spiel und ein perfekter Abend", sagte Hütter. "In der Summe haben wir verdient gewonnen." Im Hinspiel gegen Chelsea muss er allerdings auf Stürmer Ante Rebic verzichten, laut Hütter gegen Benfica "der beste Mann auf dem Platz". Der kroatische WM-Finalist ist nach seiner dritten Gelben Karte gesperrt.

Der Europa-League-Final findet am 29. Mai in Baku statt. Im Kampf um das zweite Endspielticket trifft Arsenal mit Granit Xhaka und Stephan Lichtsteiner auf Valencia. "Wir sind vielleicht der am wenigsten erwartete Halbfinalist", meinte Hütter. Sein Team hat mit Schachtar Donezk, Inter Mailand und Benfica drei Umsteiger aus der Champions League ausgeschaltet. "Die Reise geht weiter", so Hütter.