Schweizer Cup

Koller hätte sich längere Vorbereitung gewünscht

Luca Zuffi (rechts, gegen YBs Michel Aebischer) wird dem FCB weiterhin fehlen

Luca Zuffi (rechts, gegen YBs Michel Aebischer) wird dem FCB weiterhin fehlen

Nach einer 101 Tage langen Zwangspause geht es im nationalen Spitzenfussball wieder los. Der heutige Cup-Viertelfinal zwischen Lausanne und Cupsieger Basel ist der Prolog eines dichten Programms.

Als der Super-League-Spitzenkampf der 23. Runde zwischen St. Gallen und YB (3:3) am 23. Februar um etwa 17.50 Uhr abgepfiffen wurde, wusste man noch nichts von dem Unterbruch, der sich länger dahinziehen sollte als die kumulierte Dauer einer Sommer- und einer Winterpause.

In der meisten Zeit der erzwungenen ausserordentlichen Pause konnten die Spieler nicht mit ihrem wichtigsten Utensil, dem Ball, arbeiten. Die Spieler wie auch die Gefüge der Mannschaften benötigen Zeit, um wieder ungefähr dorthin zu kommen, wo sie im Februar aufgehört hatten.

Basels Trainer Marcel Koller machte an einer Medienkonferenz am Freitag im St.-Jakob-Park kein Hehl daraus, dass er sich vor der Wiederaufnahme des Pensums für seine 27 im Training befindlichen Spieler noch eine Woche mehr Vorbereitungszeit gewünscht hätte. Dieser eine Cup-Viertelfinal musste jedoch von der ersten August-Woche vorgezogen werden, weil die Basler auch noch in der Europa League beschäftigt sind. "Allerdings muss ja auch Lausanne eine Woche früher beginnen", räumte Koller ein. "Sie sind in der gleichen Situation."

Challenge-League-Leader heischt Respekt

Vor dem Gegner zeigt Koller jeden Respekt, nicht nur weil die Waadtländer die Challenge League mit 15 Punkten Vorsprung anführen und dem Wiederaufstieg entgegengehen. "Sie sind eine sehr gute, auch ausgeglichene Mannschaft", sagt Koller. Stürmer wie Andi Zeqiri und Aldin Turkes seien sehr gefährlich, aber sie seien längst nicht die einzigen Leistungsträger. Koller wird weiterhin nicht auf Luca Zuffi zählen können, der sich Mitte Februar einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Die Einsätze der angeschlagenen Valentin Stocker und Edon Zhegrova sind fraglich. Das Kader ist jedoch sehr breit.

Koller schaut voraus auf die intensive Zeit mit lauter englischen Wochen, die mit der Wiederaufnahme der Meisterschaft am nächsten Wochenende beginnen wird. Kein Klub, keine Mannschaft in der Schweiz, kennt die Anforderungen der englischen Wochen so gut wie der Jahr für Jahr im Europacup und dabei oft in den Gruppenphasen engagierte FCB. Koller sagt nicht explizit, dass die Erfahrung für Basel ein Vorteil sein werde. Aber er sagt: "Ich bin gespannt, wie die Mannschaften, die die englischen Wochen kaum kennen, dies umsetzen werden. Englische Wochen sind körperlich sehr intensiv, aber auch mental ergeben sich immer wieder schwierige Aufgaben. Für Mannschaften, die oft im Europacup spielen, wird es eher zur Normalität."

Lausannes Sprung ins Ungewisse

Für Lausanne-Sport ist der zu erwartende Fight das Spiel des Jahres. Mit Sicherheit wären über Zehntausend in die Pontaise gekommen, wenn der Match nicht als Geisterspiel ausgetragen werden müsste. Grossbildschirme an verschiedenen Orten der Stadt werden viel von der im Stadion vermissten Stimmung ersetzen. Und die Erwartungen sind nicht klein, erst recht, seit Lausanne am Mittwoch in einem Testspiel den FC Luzern mit 5:0 deklassiert hat.

"Der FC Basel ist, individuell gesehen, viel stärker als wir", sagt Lausannes Trainer Giorgio Contini. "Aber dieser Viertelfinal ist ein Sprung ins Ungewisse. Ich sehe vielleicht einen Vorteil für uns, weil dem FCB der Rhythmus fehlen könnte."

Längst ist der Wiederaufstieg nicht Lausannes einziges Saisonziel. Seit bekannt ist, dass der Sieger von Lausanne/Basel in den Halbfinals Winterthur oder Bavois empfangen wird, setzt man erst recht auch auf den Cup. "Wir sind uns bewusst, dass sich uns eine Gelegenheit anbietet", sagt Contini, der über den 30. Juni hinaus zu den gleichen Bedingungen bis zum Saisonende verlängert hat. Bei einem Aufstieg läuft der Vertrag automatisch bis Juni 2021 weiter.

Gleichwohl scheint Continis Position nicht gesichert zu sein. Sportdirektor Pablo Iglesias hatte den Zürcher im Sommer 2018 nach Lausanne geholt. Iglesias wurde kürzlich entlassen.

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