Marcel Koller, der FCB hat 1:7 verloren. Sind Sie nach dem, was Sie da mit ansehen mussten, erschrocken?

Marcel Koller: Schon. Vor allem darüber, wie offen und naiv wir in Konter gelaufen sind und keiner das Spiel organisiert hat.

Wie erklären Sie sich diese Pleite?

Ich glaube, wir sind gut ins Spiel gekommen, haben aus dem Spiel heraus 30 Minuten lang nicht viel zugelassen. Dann fällt nach einem Eckball das 0:1. In einem Spitzenspiel sind Standards entscheidend und wir haben drei Tore nach Standards bekommen, das ist unglücklich.

Was haben Sie der Mannschaft in der Pause gesagt?

Wir wollten noch mal angreifen – und bekommen dann gleich das 0:3. Dann wird es schwer.

Wie lautet die Devise jetzt?

Wir müssen wieder aufstehen. Es gibt nichts zu diskutieren. Es ist uns bewusst, dass wir aktuell an YB nicht herankommen. Das ist Fakt. In den nächsten Wochen werden wir hart arbeiten und uns weiter entwickeln müssen, damit wir in nächster Zeit ein valabler Gegner sein können. Zurzeit haben wir da ein Manko.

Wie sieht Ihr Innenleben aus?

Ich bin enttäuscht. Man macht sich Gedanken, ob man etwas anders hätte machen sollen. Wir wissen nicht, ob Änderungen etwas gebracht hätten. Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen. Das braucht Geduld.

Haben Sie schon mal so hoch verloren?

Als Spieler einmal 1:6, als Trainer mag ich mich nicht an so eine hohe Niederlage erinnern. Aber lieber einmal 1:7 verlieren als siebenmal 0:1.

Ist der Titel jetzt abgeschrieben?

Nein. 12 Punkte sind eine Menge Holz und es wird schwierig. Es ist jetzt die Aufgabe von allen Teams, YB irgendwann die erste Niederlage zuzufügen. Ich glaube aber, dass wir in ein paar Wochen und Monaten ein anderes Gesicht haben.

Wann sehen wir den FCB wieder so, wie wir ihn so lange gekannt haben?

Es ist wichtig, nicht zurückzuschauen. Basel war acht Jahre lang sehr erfolgreich. Jetzt hat sich der Verein für eine andere Philosophie entschieden. Unsere Spieler haben viel Talent, brauchen aber noch Zeit. Aber wir sind auf dem richtigen Weg.