Viertelfinal
Messi hier, Messi da: Löst sich Argentinien von der «Messidependencia»?

Nach dem mit Zittern und Leiden erkämpften Sieg im Achtelfinal gegen die Schweiz bestreitet WM-Mitfavorit Argentinien heute Samstag in Brasilia seinen Viertelfinal gegen Belgien. Für die "Roten Teufel" folgt nach der Pflicht die Kür.

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Lionel Messi im Abschlusstraining der Argentinier vor dem Viertelfinalspiel gegen Belgien.

Lionel Messi im Abschlusstraining der Argentinier vor dem Viertelfinalspiel gegen Belgien.

Keystone

Seit Beginn des Turniers stellen sie sich in Argentinien die Frage, wie sich die "Albiceleste" von der Abhängigkeit ihres Stars lösen kann. In allen vier bisherigen WM-Partien ist Lionel Messi zum Spieler des Spiels gewählt worden, der Begriff "Messidependencia" macht am Rio de la Plata die Runde.

Noch hat es Trainer Alejandro Sabella nicht geschafft, die Verantwortung in der Offensive auf mehrere Schultern zu verteilen. Auch gegen die Schweiz entschied der vierfache Weltfussballer das Spiel. Mit seinem Antritt in der 118. Minute nach einem Ballverlust von Stephan Lichtsteiner bereitete er den Siegtreffer von Angel Di Maria vor.

Mit Di Maria, dem Star von Real Madrid, traf zum Auftakt der K.o.-Runde immerhin einmal ein anderer Spieler der hochgelobten Offensive als Messi, der in der Vorrunde vier der sechs argentinischen Treffer erzielt hatte.

Sorgen bereitet Sabella, der gegen Belgien den gesperrten Verteidiger Marcos Rojo ersetzen muss, noch immer die schwache Form von Gonzalo Higuain, der in 36 Länderspielen 21 Mal getroffen hat.

Der Stürmer von Napoli, der nach einer Knöchelverletzung angeschlagen nach Brasilien gereist war, war bislang aber an der WM noch kein Faktor. Und auch Ezequiel Lavezzi, der auch gegen Belgien den am Oberschenkel verletzten Sergio Agüero ersetzen wird, trat gegen die Schweiz kaum in Erscheinung.

120 Minuten plus die Nachspielzeit hatte die "Albiceleste" gegen die hervorragend organisierten Schweizer zu leiden, ehe der dritte Viertelfinal-Vorstoss in Serie Tatsache wurde. Das Video des Schweizer Auftritts dürfte auch den Belgiern als Anleitung dienen, wie der Wirkungskreis der argentinischen Offensive um ihre Nummer 10 zumindest einzuschränken ist. "Wenn Messi bei einem von uns vorbeigeht, dann muss ein Zweiter da sein, um ihn zu stoppen, und auch ein Dritter", erklärte Verteidiger Jan Vertonghen.

Belgiens Joker stechen

Wie Argentinien, das letztmals 1990 einen WM-Halbfinal erreichte, hat auch Belgien alle seine vier Spiele in Brasilien mit einem Treffer Differenz gewonnen.

Die "Roten Teufel" wurden trotz der fehlenden Erfahrung den Vorschusslorbeeren gerecht und zogen bei ihrem ersten WM-Auftritt seit 2002 verdient in die Runde der letzten acht ein.

"Warum sollten wir uns damit zufriedengeben, nur im Viertelfinal zu stehen?", sagte Trainer Marc Wilmots. Der ehemalige Internationale machte bisher alles richtig an diesem Turnier. Sowohl im Startspiel gegen Algerien (2:1), als auch gegen Russland (1:0) sorgten die Einwechselspieler für die Tore. Und auch gegen die USA war der zu Beginn der Verlängerung eingewechselte Romelu Lukaku mit einem Assist und einem Tor mitentscheidend für den Sieg.

Belgien hat die Chance, zum zweiten Mal nach 1986 in einen WM-Halbfinal einzuziehen. Damals, im Aztekenstadion in Mexiko-City, gewannen die Argentinier auf dem Weg zu ihrem zweiten und letzten WM-Titel dank zwei Toren des überragenden Diego Armando Maradona gegen Belgien 2:0.

"Es war nicht das Duell Belgien gegen Argentinien, sondern Belgien gegen Maradona", erinnerte sich der damalige belgische Torhüter Jean-Marie Pfaff vor der WM. 28 Jahre später bahnt sich ein Duell Messi gegen Belgien an. Der 27-Jährige egalisiert heute in Brasilia mit seinem 91. Länderspiel die Marke Maradonas.

Nur auf einen Spieler wollen die Belgier den Gegner aber nicht reduzieren. "Wir spielen nicht gegen Messi, wir spielen gegen Argentinien. Wenn Messi allein auf den Platz käme, hätten wir kein Problem", meinte Kevin de Bruyne. Der Mittelfeldspieler von Wolfsburg war mit einem Tor und einem Assist zusammen mit Lukaku der Matchwinner im Achtelfinal gegen die USA.

Den bisher einzigen Sieg in vier Vergleichen verbuchten die Belgier an der WM 1982 in Spanien, als sie im Eröffnungsspiel im Camp Nou in Barcelona den damaligen Titelverteidiger überraschend 1:0 bezwangen.

Heute werden die "Roten Teufel" in Brasilia ein Auswärtsspiel bestreiten. Nicht weniger als 100'000 Fans werden die "Albiceleste" in die brasilianische Hauptstadt begleiten. (si/sha)

Die möglichen Aufstellungen

Argentinien - Belgien. - Samstag, 18.00 Uhr. - Nacional Mane Garrincha, Brasilia. - SR Rizzoli (It).

Argentinien: 1 Romero; 4 Zabaleta, 17 Federico Fernandez, 2 Garay, 23 Basanta; 22 Lavezzi, 5 Gago, 14 Mascherano, 7 Di Maria; 10 Messi, 9 Higuain.

Belgien: 1 Courtois; 2 Alderweireld, 15 Van Buyten, 4 Kompany, 5 Vertonghen; 6 Witsel, 8 Fellaini; 14 Mertens, 7 De Bruyne, 10 Hazard; 9 Lukaku.

Bemerkungen: Argentinien ohne Agüero (verletzt)und Rojo (gesperrt), Belgien ohne Vanden Borre (verletzt).

Die Bilder zum Achtelfinal-Spiel Schweiz-Argentinien

Argentinien-Schweiz, Achtelfinal: Die Bilder zum Spiel
66 Bilder
Das Spiel ist Aus, die Schweiz scheidet ganz bitter aus
Xherdan Shaqiri kann die Niederlage nicht fassen
Shaqiri, er zeigte eine grossartige Partie, nach Spielende am Boden zerstört
Diego Benaglio muss getröstet werden
Pfostenschuss! Dzemaili kommt freistehend zum Kopfball, trifft aber nur den Pfosten, von dort geht ihm der Ball ans Bein und dann ins Out.
 Dzemaili hat die Riesen-Riesenchance zum 1:1 Unentschieden kurz vor Schluss
Dzemaili trauert der grossen Chance nach
Dzemaili alleine nach Spielschluss Ihm wird der Pfostenschuss nach Spielende wohl noch Tausend Mal durch den Kopf gehen
Die Schweizer trauern unmittelbar nach dem Pfostenschuss der Grosschance nach
Djourou nach dem Siegtreffer Argentiniens am Boden zerstört
Shaqiri bei der letzten Freistosssituation Sekunden vor Schluss
Angel di Maria zerstört in der 118. Minute die Viertelfinal-Träume der Schweizer
Benaglio muss sich in der 118. Minute geschlagen geben
Jubel bei den Argentiniern über den Treffer von Di Maria
Messi zieht ab, die Schweizer Abwehr kann klären
Ein Leidgenosse
Inler macht auf gute Freunde
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Benaglio muss kurz gepflegt werden
Benaglio wird hart angegangen und tut sich an der Schulter weh
Djourou steht Higuain im Weg
Messi zieht Mehmedi davon
Drmic mit der Grosschance - er versucht den Ball über Romero zu lupfenund scheitert
Shaqiri mit dem Dribbling gegen Mascherano
Drmic vergibt die zweite Grosschance des Spiels
Xhaka kommt beim Penaltypunkt freistehend zum Abschluss, doch vergibt die Grosschance
Rodriguez zeigt eine starke erste Halbzeit
Mascherano verdächtigt Inler einer Schwalbe
Shaqiri wird von Zabaleta gelegt
Messi gegen Djourou
Shaqiri grüsst Messi
Gonzalo Higuain am Ball, Stephan Lichtsteiner und Granit Xhaka sind zur Stelle
Die Startformation der Schweizer gegen Argeninien
Das Team der Argentinier
Auf gehts, Schweizer Nati!
Die Schweizer zeigen Muskeln - oder was auch immer, auf alle Fälle: Nett gekleidet!
Das Schweizer Team läuft sich ein
Lionel Messi beim Einspielen
Die Schweizer Fans in Sao Paulo auf dem Weg ins Stadion
Die Argentinier verehren Diego Maradona
Fans haben sich lieb vor dem Spiel
Die argentinischen Fans stimmten schon abends spät auf das Spiel ein
Das Stadion in Sao Paulo
Die Schweizer Nati bricht auf und steigt in den Bus
Die Schweizer Nati jubelt - ob sie das auch gegen 20 Uhr tun werden?
Argentinische Fans machen Stimmung bei einer Liveübertragung des argentinischen Staatsfernsehens.
Stadion
Die Schweizer Nati hat die Chance ihres Lebens, packt sie und schreibt Geschichte!
Stephan Lichtsteiner postet auf den Sozialen Medien dieses Bild und schreibt dazu: Kein Berg isch z'höch... mir packeds! Hopp Schwyz!
Shaqiri gegen Messi Unser Karikaturist Silvan Wegmann hat gezeichnet - brilliant!

Argentinien-Schweiz, Achtelfinal: Die Bilder zum Spiel

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