Super League
Nächster Knall! YB krönt Chaostage mit Rauswurf von Verwaltungsrat Urs Siegenthaler

Urs Siegenthaler sei nicht mehr tragbar. Zu diesem Schluss ist angeblich der Verwaltungsrat der Berner Young Boys gekommen, der sich heute Morgen zu einer Krisensitzung getroffen hat.

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Die Fans von YB fordern während des Europa League Spiels gegen Olympiakos Piräus am Donnerstag den Rauswurf von Urs Siegenthaler

Die Fans von YB fordern während des Europa League Spiels gegen Olympiakos Piräus am Donnerstag den Rauswurf von Urs Siegenthaler

KEYSTONE

Die Meldung ruft unweigerlich den Reflex hervor, Stan Wawrinkas Geste mit dem Zeigefinger an der Schläfe zu imitieren. Einfach, dass man den Finger dann nicht am Kopf lässt, sondern ihn einige Male dorthin stupst.

YB trennt sich offenbar von Urs Siegenthaler, der als neuer starker Mann im sportlichen Bereich galt. Das berichtet der «Bund» und stützt sich dabei auf gut unterrichtete Kreise. Heute Morgen sei der Verwaltungsrat zusammengesessen und habe Siegenthalers Abgang beschlossen. Der 68-Jährige sei «nach seinen Äusserungen, Aktionen und Auftritten inBern nicht mehr tragbar». Eine Bestätigung des Klubs fehlt noch.

Rang 2 hinter Basel geht auch mit geringeren Ausgaben

Die Young Boys hatten am Dienstag umfassende Änderungen bekannt gegeben. Sportchef Fredy Bickel musste gehen, ebenso CEO Alain Kappeler. Hinter den Trennungen steckte mutmasslich Urs Siegenthaler. Der langjährige Chefscout des DFB wurde vor einem halben Jahr von YB-Boss Andy Rihs in den Verwaltungsrat geholt und seine Stimme hatte dort offenbar grosses Gewicht.

Als am Abend der Bekanntgabe des Entscheids Siegenthaler ein Interview dazu gab, tat er dies im Rahmen des Champions-League-Spiels des FC Basel. In breitem Basler Dialekt legte er, im Hintergrund die Muttenzer Kurve, dar, dass YB ohnehin keine Chance habe, zum Schweizer Meister aufzuschliessen. Da könne man sich die Ausgaben für einen Sportchef auch sparen.

Urs Siegenthaler (rechts) ist ein wichtiger Teil des Staffs von Deutschland-Coach Jogi Löw (links).

Urs Siegenthaler (rechts) ist ein wichtiger Teil des Staffs von Deutschland-Coach Jogi Löw (links).

Keystone

Wütende Fan-Proteste

In YB-Fankreisen kamen diese Aussagen sehr schlecht an. Kein Wunder: Niemand will hören, dass es sinnlos sei, einen Klub anzufeuern, der sowieso nichts auf die Reihe kriegt. Bei der 0:1-Niederlage in der Europa League gestern gegen Olympiakos Piräus protestierten die Anhänger deshalb mit Transparenten, Sprechchören und dem Abfeuern von schwarzem Rauch.

Keine 24 Stunden später ist der Verein eingeknickt und hat dem Fanwunsch entsprochen: Die kurze Episode von Urs Siegenthaler bei YB ist passé. (ram)

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