Interview

Nati-Goalie Yann Sommer: «Wenn mich etwas genervt hat, dann dies: Es gibt keine Captain-Debatte»

Yann Sommer übernahm im Spiel der Schweiz gegen Gibraltar die Captain-Binde, als Granit Xhaka ausgewechselt wurde. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Yann Sommer übernahm im Spiel der Schweiz gegen Gibraltar die Captain-Binde, als Granit Xhaka ausgewechselt wurde. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Torhüter Yann Sommer schaut im Gespräch mit CH Media zurück auf die vergangene Nati-Woche. Er sagt, wie er versucht, Nebenschauplätze zu verhindern. Und erklärt, für welche Diskussionen er kein Verständnis hat.

Was bleibt nach dieser Nati-Woche?

Zunächst einmal: viel Positives! Wir haben den erwarteten Sieg eingefahren gegen Gibraltar, das war wichtig. Wir schauen auch auf ein Spiel gegen Irland zurück, das schwierig war, physisch sehr hart – aber das haben wir auch so erwartet. Schade, dass es nicht zum Sieg gereicht hat. Und klar gab es auch ein paar Nebenschauplätze, die anstrengend waren.

Nämlich die Absenz von Xherdan Shaqiri und das Nicht-Aufgebot von Stephan Lichtsteiner. Wie sehr ersehnen Sie sich, dass diese Themen verschwinden? Von aussen betrachtet, hat man das Gefühl, irgendein Theater ist immer.

Ja, was soll ich dazu sagen? Natürlich wollen wir alle verhindern, dass sich Nebenschauplätze bilden. Wir haben tatsächlich schon oft erlebt, dass es Sachen abseits des Sports gab, über die wir diskutieren mussten. Und es waren Themen, bei denen ich verstehe, dass wir darüber reden müssen. Trotzdem müssen wir alles tun, um Ruhe reinzubringen. Und gemeinsam den Weg Richtung EM beschreiten.

Dass Xherdan Shaqiri fehlte, ist das eine. Dass er sich daran stört, in der Hierarchie nicht weiter oben zu stehen, das andere. Granit Xhaka sagte nach dem Irland-Spiel: «Wenn das wirklich sein Problem ist, dann kann Xherdan die Captain-Binde haben» Wie erleben Sie diese Diskussion?

Ich habe eine klare Meinung dazu und die kann ich gerne äussern: Es ist ganz einfach, der Trainer hat nach der WM eine glasklare Hierarchie festgelegt. Stephan Lichtsteiner ist Captain, Granit Xhaka ist Vize-Captain. Das wissen wir alle, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Ich selbst fühle mich sowieso als Leader in dieser Mannschaft. Ob ich jetzt Captain bin oder Captain Nummer drei, oder Captain Nummer vier, das ist völlig egal. Und darum, noch einmal: Wenn mich etwas an der vergangenen Woche genervt hat, dann dies: Es gibt keine Captain-Debatte! Lichtsteiner ist Captain, Xhaka Vize. Punkt.

Was gibt ihnen die Gewissheit, dass wir Mitte Oktober nach den Spielen gegen Dänemark und Irland über die gelungene EM-Qualifikation diskutieren?

Ich schaue sehr positiv auf den Oktober. Ich sehe, wie bereit wir sind, wie wir auftreten, wie wir umgehen miteinander. Wir haben viel Qualität – und das schon mehrfach bewiesen. Klar kommen nun die entscheidenden Spiele auf uns zu. Dort müssen wir Leistung zeigen, an die Grenze gehen. Und so viele Punkte wie möglich holen.

Wie haben Sie die Meldung aufgenommen, dass Dänemark in Georgien Punkte gelassen hat?

Das zeigt, dass diese Gruppe kein Spaziergang ist. Wie ich es schon einige Male erwähnt habe. Wir sehen, unsere Konkurrenz nimmt einander auch Punkte weg. Für uns zählt aber primär, dass wir mit einem guten Gefühl aus diesen September-Länderspielen rausgehen – und ich finde, das ist gelungen.

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