Es dauert mehr als eine Stunde, bis die kroatischen Spieler endlich aus der Kabine kommen. Zufrieden mit dem WM-Start sind sie aber alle. Auch der in Möhlin aufgewachsene schweizerisch-kroatische Doppelbürger Ivan Rakitic ist nach seinem 93. Länderspiel happy. Zusammen mit dem Real-Star Luka Modric hat der Akteur des FC Barcelona das Mittelfeld im Griff gehabt.

Ivan Rakitic, Kroatien hat den Heimvorteil optimal genützt.

Ivan Rakitic: Ja, unsere vielen Fans haben hier in Kaliningrad für eine tolle Atmosphäre gesorgt. Wir hatten tatsächlich fast das Gefühl, zu Hause zu spielen.

Mit dem 2:0 hat Kroatien einen WM-Start nach Mass erwischt.

Ja, das kann man schon so sagen. Seit 1998 (da wurde Kroatien in Frankreich WM-Dritter; die Red.) haben wir nie mehr ein Startspiel gewonnen. Umso wichtiger, dass wir jetzt die Nigerianer geschlagen haben.

Mit einer soliden Leistung, mehr aber auch nicht.

Ich denke, der Sieg ist verdient. Wir waren besser als der Gegner und die Leistung war in Ordnung. Wir besassen einige gute  Tormöglichkeiten, aber unser Goalie Subasic hatte nicht viel Arbeit. Wir haben sehr gut zusammengearbeitet, eine gute Teamleistung erbracht Das war aber auch nötig, denn aufgrund unserer grossen Turniererfahrung wissen wir, dass bei einer Weltmeisterschaft jedes Spiel eine besondere Herausforderung ist. Aber ab sofort gilt es nun, die Partie gegen Argentinien vom Donnerstag vorzubereiten.

Konnten Sie das Nachmittagsspiel der Argentinier beim 1:1 gegen Island noch am Fernsehen anschauen? Messi, Ihr Teamkollege bei Barcelona, hat sogar einen Penalty verschossen.

Ja, wir konnten zumindest einen Teil davon sehen. Auch dieses Spiel hat aus argentinischer Sicht  bestätigt, was ich vorhin gesagt habe: Bei einer WM gibt es keine leichten Aufgaben. Die Argentinier haben sich die Zähne ausgebissen. Das ändert aber nichts daran, dass Argentinien der Favorit in unserer Gruppe bleibt. Es hat mit Messi den besten Spieler der Welt. Jetzt aber sollten wir zuerst einmal für ein paar Stunden den Sieg geniessen.

Wie ordnen Sie die aktuelle kroatische Mannschaft ein? Ist es vielleicht die stärkste, seit Sie dabei sind?

Ich hoffe, dass es so ist. Wir haben eine wirklich interessante Mannschaft. Trainer Zlatko Dalic und sein Trainerstab haben richtig gute Vorstellungen. Ja, es passt derzeit vieles zusammen. Jetzt wollen wir mal die Gruppenphase überstehen und dann Schritt für Schritt  weitermachen.

An Erfahrung mangelt es nicht.

Wir kennen uns und spielen schon sehr lange zusammen. Ich bin jetzt seit knapp elf Jahren dabei. Man kann schon sagen, dass wir eine zusammengeschweisste Mannschaft sind und viele Spieler auf dem Zenit ihrer Laufbahn stehen. Nun wollen wir zusammen etwas erreichen.