FC St.Gallen

Stojanovic hext, Kutesa trifft: Der FC St.Gallen holt drei Punkte gegen das Barrage-Gespenst

Die St.Galler lassen sich nach dem Spiel von ihren Anhängern feiern.

Die St.Galler lassen sich nach dem Spiel von ihren Anhängern feiern.

Der FC St.Gallen gewinnt nach vier sieglosen Spielen die enorm wichtige Auswärtspartie bei Neuchâtel Xamax. Matchwinner ist neben Goalie Dejan Stojanovic ein Mann, der die Ostschweizer schon im vergangenen Herbst zum Sieg auf der Maladière geschossen hatte.

Das Tor

  • 0:1, 73. Minute, Torschütze: Dereck Kutesa. Was für eine schöne Geschichte: Wenige Minuten zuvor für Barnetta eingewechselt, fasst sich Kutesa aus rund 20 Metern ein Herz und trifft herrlich zur Führung für die St.Galler.

Die Spiel-Analyse

Der herrliche Pass in die Tiefe von Quintillà, der unwiderstehliche Antritt von Itten, der feine Querpass auf Kutesa – Schuss, Tor und Sieg: So hatte der FC St.Gallen im vergangenen September in der Nachspielzeit drei Punkte aus der Maladière entführt. Bloss: Mit Quintillà und Itten fallen zwei der drei damaligen Protagonisten diesen Samstag gesperrt oder rekonvaleszent aus. Dereck Kutesa seinerseits muss zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Bereits nach 30 Sekunden gibt es im Schocker am Barrage-Strich den ersten Schreckmoment für die St.Galler Anhänger: Nach einem Pass in die Tiefe muss Goalie Stojanovic in extremis retten. Der Treffer hätte wegen Abseits allerdings nicht gezählt. In der Folge entwickelt sich spätestens nach 15 Minuten ein Spiel, das angesichts der heiklen Ausgangslage erstaunlich munter ist. Oder ist der geneigte St.Gallen-Fan nach dem Grottenkick gegen GC am Mittwoch einfach schon rasch zufrieden heute? Nein – insbesondere die Espen bekommen immer besser Zugriff aufs Spiel und dominieren die Partie schliesslich deutlich.

Zählbares schaut in der ersten Halbzeit aber nicht heraus. Die grössten Chancen auf St.Galler Seite vergeben Tafer nach einer feinen Aktion von Ashimeru und ebendieser Ashimeru, der seinen Abschluss von Xamax-Goalie Walthert abgewehrt sieht. Die Neuenburger ihrerseits tauchen ab und an ebenfalls einigermassen gefährlich vor dem Tor der Gäste auf. Die grösste Chance für Xamax haben Corbaz per Kopfball und insbesondere Nuzzolo kurz vor dem Pausenpfiff. Stojanovic kann den Schuss des Altmeisters aber in Corner wehren.

Auch die zweiten 45 Minuten vor bloss 4005 Zuschauern beginnen mit einem Paukenschlag. Nach wenigen Sekunden setzt Pululu seinen Kopfball nach einer Hereingabe von Nuzzolo an die Latte. Nur wenige Minuten später steht derselbe Pululu alleine vor Stojanovic, zielt aber daneben. Die St.Galler können jetzt von Glück sagen, dass sie nicht in Rückstand geraten. Noch näher ist das Heimteam der Führung nach 55 Minuten: Nach einem Foul von Lüchinger gibt es Penalty für Xamax – Stojanovic kann den Elfmeter von Nuzzolo aber abwehren. Von den Ostschweizern kommt zu diesem Zeitpunkt wenig, die Neuenburger wirken nun wesentlich wacher und zielstrebiger als die Gäste.

Nach dem Exploit ihres Goalies fangen sich die St.Galler wieder. Insbesondere die Einwechslung von Dereck Kutesa für Tranquillo Barnetta macht sich bezahlt. Kutesa bringt viel Zug nach vorne – und trifft nach 73 Minuten per Weitschuss herrlich zur Führung. In der Folge drückt Xamax auf den Ausgleich. Gleich mehrfach kommen die Neuenburger kurz vor Abpfiff noch zu gefährlichen Szenen, in einer davon wird Stojanovic von einem eigenen Mann zu einer Parade gezwungen. Der St.Galler Goalie lässt sich an diesem Abend aber nicht bezwingen.

Der Beste

Dejan Stojanovic. Der St.Galler Goalie zeigt in der ersten Halbzeit zwar eine kleine Unsicherheit, wehrt vor der Pause aber hervorragend gegen Nuzzolo. Mit dem gehaltenen Penalty bewahrt er sein Team nach der Pause ein weiteres Mal vor einem möglicherweise fatalen Rückstand. Und später gleich mehrfach vor dem Ausgleich. Einziger Wermutstropfen: Nach dem Schlusspfiff verweigert Stojanovic Interviews. Er fühlte sich von Teilen der Medien in der Vergangenheit offenbar unfair behandelt.

Auch der in den letzten Wochen eher schwache Silvan Hefti und der stets aktive Majeed Ashimeru vermögen in der Equipe von Peter Zeidler zu überzeugen.

Der Schlechteste

Vincent Sierro. Dem Walliser gelingt auch in diesem Spiel nicht viel. Er ist derzeit im Vergleich zur Vorrunde ein Schatten seiner selbst.

Das Duell des Abends

Beim Spiel St.Gallen – Xamax vor einem Monat in St.Gallen war Raphaël Nuzzolo nach diversen Aktionen der Buhmann für die Ostschweizer Anhänger. Beim Rückspiel duelliert sich der Xamax-Topskorer gleich mehrfach mit Goalie Dejan Stojanovic. Klarer Sieger nach Punkten: Stojanovic. Und zwar zunächst beim gehaltenen Elfmeter. Und dann einige Minuten später, als er sich Nuzzolo nach einer Schwalbe zur Brust nimmt.

St.Gallen-Goalie Dejan Stojanovic.

St.Gallen-Goalie Dejan Stojanovic.

Die Fans

Die St.Galler Fans unterstützen ihr Team während 90 Minuten lautstark. Komplett unnötig sind allerdings die zwei Böller, die vor dem Anpfiff während einer Pyroshow der St.Galler Anhänger explodieren.

Ein St.Galler Supporter beim Zünden von Pyros.

Ein St.Galler Supporter beim Zünden von Pyros.

Die Reaktionen

Peter Zeidler, Trainer FC St.Gallen: «Wir sind erleichtert. Wir konnten unsere Niederlagenserie am Mittwoch mit dem 0:0 gegen GC brechen, und der Sieg heute ist ein grosser Schritt in Richtung Ligaerhalt. In der ersten Halbzeit hatten wir das Spiel zu einem grossen Teil unter Kontrolle. Unser Tor in der zweiten Halbzeit war sehr schön, gleichzeitig kam Xamax zu sehr vielen Chancen. Aber letztlich gleicht sich alles aus: Gegen YB hätten wir einen Punkt verdient gehabt und gegen GC am Schluss noch gewinnen können – heute ist es uns nun gelungen.»

Silvan Hefti, Captain FC St.Gallen: «Wir haben gegen den Schluss hin viele Chancen zugelassen, Xamax hat gedrückt. Wir haben heute Glück gehabt, aber das gehört zum Sport, das muss man sich auch erarbeiten. Zur Frage, ob ich eher in der Innen- oder in der Aussenverteidigung spielen soll: Ich finde, ich kann beide Positionen spielen, das soll der Trainer entscheiden.»

Stéphane Henchoz, Trainer Neuchâtel Xamax: «Wir sind enttäuscht und frustriert. Wir haben eine sehr gute zweite Halbzeit gespielt. Aber wenn man seine Chancen nicht nutzt, wird man bestraft, so ist der Fussball.»

Das Spiel im Liveticker nachlesen:

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