Cupfinal

Verlierer Murat Yakin tobt nach Cupfinal: «Offenbar nützt es, wenn man jammert»

Murat Yakin kann nicht begreifen, wieso nach Gaston Sauro auch noch Giovanni Sio vom Platz fliegt.

Murat Yakin kann nicht begreifen, wieso nach Gaston Sauro auch noch Giovanni Sio vom Platz fliegt.

Murat Yakin hadert nach dem verlorenen Cupfinal gegen den FC Zürich mit dem Schiedsrichter. Und mit einem nicht gegebenen Elfmeter. Das sei die entscheidende Szene gewesen, meint er.

«Ich weiss nicht, ob wir verdient verloren haben», sagte FCB-Trainer Murat Yakin nach dem Match in Bern. «Die entscheidende Szene war der nicht gepfiffene Penalty für uns. Offenbar nützt es, wenn man jammert, damit kommt man weit.»

Gemeint hat er eine angebliche Schauspieleinlage seines Spielers Giovanni Sio in der 99. Minute, der dafür die Gelb-Rote Karte sah. Schiedsrichter Patrick Graf hatte die umstrittene Szene falsch beurteilt - der FCB-Stürmer war von FCZ-Verteidiger Jorge Teixeira im Strafraum an der Schulter touchiert worden. Das hätte Elfmeter geben müssen. «Es war ein Reissen am Leibchen von Sio«, tobte Yakin und legte verbal nach: «Ein absolut klarer Fehlentscheid.»

Für Yakin war deshalb klar: «Die Partie hätte eine ganz andere Richtung genommen. Mit zwei Spielern weniger wird es in der Verlängerung natürlich schwierig.»

Das Unentschieden habe seine Mannschaft noch «über die Runden», also bis zum Elfmeterschiessen bringen wollen. Das gelang bekannterweise nicht. Mario Gavranovic traf zweimal für den FC Zürich, der 2:0 gewann.

Nach Sauro spielte in der medialen Overtime auch Yakin direkt auf den (FCZ-)Mann. Er unterstellte dem Kontrahenten indirekt, mit Äusserungen im Vorfeld die Spielleiter beeinflusst zu haben. FCZ-Trainer Urs Meier liess sich nicht auf die Debatte ein. Für ihn war der Klassiker primär eine «Herzensangelegenheit» und keinesfalls der Anlass, um eine weitere Schiedsrichter-Diskussion loszutreten. Er verstehe Yakin bis zu einem gewissen Punkt. «Der Pfiff kam nicht. Aber ich kenne das. Das muss man dann einfach auch mal schlucken.»

Er könne sich an unzählige Situationen erinnern, «in der wir in der Vergangenheit sicher nicht bevorteilt worden sind». Aber sie hätten stets die Haltung bewahrt, so Meier. «Wir haben heute eine Spur mehr gemacht und taktisch sehr gut gespielt. Und wer einen solch starken Gegner in einer Saison zweimal bezwingt, der darf stolz sein.»

Sie hätten nach dem 2:4 in Basel richtig reagiert und seien klug vorgegangen: «Sie warteten auf Fehler von uns, aber wir haben keine begangen.» Der «grandiose Erfolg» stuft Meier für den gesamten Verein als kursweisend ein.

Im Cup hatte sich der FCZ seit 2005 vergeblich um eine weitere Trophäe bemüht hatte, während der FCB in der gleichen Periode die «Silverware» viermal in die Höhe stemmte. «Viele meiner Spieler haben zum ersten Mal einen grossen Match gewonnen. Zu wissen, wie man Titel holt, kann die persönliche Zukunft erheblich vereinfachen.»

Ganz andere Töne als jene von Yakin waren auch von Gavranovic zu hören: «Ein wunderbarer Tag. Es war zuletzt schwierig für mich, weil ich sehr lange nicht mehr getroffen habe», sagte er. «Ich bin sehr zufrieden, dass wir gewonnen haben und ich die entscheidenden Tore geschossen habe.»

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