Fall Behrami
Warum der «Fall Behrami» für die Schweiz ein Muntermacher sein kann

Muss Valon Behrami das Schweizer Nati-Camp in Belfast verlassen? Das fordert sein Klub Udinese. Die Geschichte kommt einen Tag vor dem Barrage-Hinspiel in Nordirland zu einem unglücklichen Zeitpunkt. Aber die Schweiz kann auch davon profitieren. Ein Kommentar.

Etienne Wuillemin
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Wie geht es mit Behrami weiter?

Wie geht es mit Behrami weiter?

Keystone

Ist es ein echtes Drama oder nur viel heisse Luft um Valon Behrami?

Das ist die Frage im «Fall Behrami». Sein Klub, Udinese, will die vorzeitige Rückkehr des Nati-Aggressivleaders erwirken. Udinese droht dem SFV mit rechtlichen Schritten, falls Behrami bleibt und sogar zum Einsatz kommt. Ob er gehen muss, ist noch offen. Der SFV berät sich und wird um 17:30 Uhr informieren.

Sicher ist: Die Geschichte kommt in einem ungünstigen Moment und sorgt für Wirbel. Egal ob auf dem Platz oder daneben, Behrami ist für diese Schweizer Mannschaft wichtig. Er ist der einzige Spieler, der die Erfahrung einer Barrage schon mitgemacht hat.

In jener aufwühlenden Nacht von Istanbul im November 2005 kam er 45 Minuten zum Einsatz. Danach war er mitten drin in den Tumulten.

Behrami weiss also, was es bedeutet, wenn es zum nervenaufreibenden Showdown kommt. Diese Erfahrungen kann er seinen Kollegen in Gesprächen weitergeben.

Es sind Erfahrungen, die der jetzigen Generation um Xhaka und Shaqiri fehlen. Denn in Nordirland geht es auch darum, sich aufzulehnen und gegen Widerstände durchzusetzen.

Weitergedacht könnte der «Fall Behrami» aber durchaus auch etwas Positives haben. Dann nämlich, wenn die Schweizer noch einmal zusammenrücken, sich gemeinsam gegen die Ungerechtigkeit dieser «Verschwörung» aus Italien wehren. Und zusammen für Behrami siegen. Ganz egal, ob dieser nun dabei bleibt oder nicht.

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