Spitzenspiel in der Super League: GC - FCB

Welcher Superstürmer entscheidet das Gipfeltreffen?

Entscheidet sich am Sonntag die Schweizer Meisterschaft? Gewinnt Leader Basel beim ersten Verfolger Grasshoppers, dann trennen den FCB 15 Punkte von der Konkurrenz. GC gegen Basel ist auch das Duell der Superstürmer Dabbur und Janko. Ein Vergleich.

Marc Janko und Munas Dabbur sind die Erfolgsgaranten des FC Basel und der Grasshoppers. Wir bewerten die beiden Ausnahmekönner anhand von fünf Stichworten.

Spielertyp

Janko: Sein Spitzname «Kobra» passt gut: Die meiste Zeit des Spiels «versteckt» sich Janko zwischen den Verteidigern, um dann analog zur Giftschlange blitzschnell und zielsicher zuzuschlagen. Die Bälle verteilen, wie es sein Vorgänger Streller tat, oder das Dribbling sind nicht seine Stärken. Bleibt er für einmal ohne Torerfolg, fragt man sich, ob Janko überhaupt mitgespielt hat.

Dabbur: Der Israeli ist nicht nur Vollstrecker, sondern kann genauso gut dribbeln, flanken und tödliche Pässe spielen. Im Spielaufbau ist er brauchbarer als Janko. Er kann auch als hängende Spitze oder als Zehner eingesetzt werden. Fazit: Janko und Dabbur würden ein harmonierendes Sturmduo bilden.

Aussenwirkung

Janko: Seine Körpergrösse, seine gehobene Ausdrucksweise, seine beeindruckende Vita und seine vielen Tore sorgen dafür, dass Janko von allen Seiten respektiert wird. Feinde muss der Österreicher keine fürchten, in Basel mögen ihn alle. Doch von heisser Liebe wird das Verhältnis zwischen den FCB-Fans und Janko nie geprägt sein: Dafür ist Janko zu seriös, zu «Teflon» – ein Musterprofi halt.

Dabbur: Wie Janko ist auch Dabbur keine Skandalnudel. Aber am Israeli reibt sich die Öffentlichkeit: Das liegt einerseits daran, dass er auf dem Platz immer wieder zu eigensinnig agiert. Und andererseits daran, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt: Als Dabbur im Sommer gefragt wurde, ob er nach Italien wechseln wolle, bejahte er unverblümt und setzte so seinen Arbeitgeber GC unter Druck.

Der FCB und GC im Vergleich: Schlussränge der letzten 15 Saisons.

Nationalteam

Janko: Wegen Verletzungen oder weil die Trainer nichts mit ihm anzufangen wussten, spielte er im Nationalteam lange eine Nebenrolle. Bis Marcel Koller 2011 übernahm: Unter dem Schweizer avancierte Janko zum Schlüsselspieler. Ohne den Torgaranten hätte sich Österreich wohl kaum erstmals für eine Europameisterschaft qualifiziert. In Frankreich zählt unser Nachbarland auch dank Janko zu den Geheimfavoriten.

Dabbur: Obwohl er seit dem Wechsel 2014 zu GC Tore am Laufmeter erzielt und seither als bester Stürmer seines Heimatlandes gilt, wartet Dabbur im israelischen Nationalteam auf den Durchbruch. Ob es daran liegt, dass arabisch-stämmige Spieler in Israel generell einen schweren Stand haben? Gut für Dabbur: Er ist erst 23 Jahre alt, seine Zeit im Nationalteam wird kommen. Bereits in der kommenden WM-Qualifikation – wetten?

Statistiken

Janko: In 15 Super-League-Einsätzen in der laufenden Saison hat Janko 13 Tore erzielt. Hingegen hat er «nur» zwei Treffer vorbereitet. Fünf seiner insgesamt 13 Tore waren sogenannte «Gamewinner», also die entscheidenden Tore zu FCB-Siegen – Bestwert der Liga. Von den insgesamt 46 Saisontoren des FC Basel gehen 28,3 Prozent auf das Konto von Janko. Auch diese Statistik führt der Österreicher an.

Dabbur: In bislang 18 Einsätzen in dieser Saison hat Dabbur 11 Mal getroffen. Fast noch wertvoller ist diese Statistik: Ebenfalls 11 Mal hat er den entscheidenden Pass zu einem Tor gespielt. Mit 22 Punkten führt der Israeli die Skorerliste der Liga mit grossem Abstand auf Janko an. Auf das Konto von Dabbur gehen vier «Gamewinner», von den 47 GC-Toren hat er 23,4 Prozent erzielt (neuntbester Wert der Super League).

Zukunft

Janko: Der Vertrag des 32-Jährigen läuft bis Ende Saison, dürfte sich jedoch bald automatisch bis 2017 verlängern. Und dann? Janko kann sich vorstellen, die Karriere beim FCB zu beenden. Weitere Optionen: Janko kehrt nach Österreich zurück, oder er wagt noch einmal ein Abenteuer – etwa in den USA. Sein letztes grosses Ziel der Karriere ist es, mit Österreich an der Weltmeisterschaft 2018 teilzunehmen.

Dabbur: Hinter Breel Embolo ist Dabbur der begehrteste Super-League-Profi. Regelmässig landen Angebote von ausländischen Klubs auf dem Tisch der GC-Bosse, doch bislang blieben diese standhaft. Im Sommer aber wird Dabbur wohl wechseln: Entweder er ersetzt beim FCB Embolo oder er geht ins Ausland. Zwischen 6 und 8 Millionen muss der Klub hinblättern, der Dabbur holen will – für das klamme GC ein Mega-Geschäft.

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