WM14
Wer wird vier Jahre nach Gelson Fernandes der nächste Startspiel-Held?

Das Warten ist endlich vorbei: Heute Abend steigt auch die Schweiz ins WM-Abenteuer. Erster Gegner ist Ecuador. In dem wegweisenden Spiel wird nach Gelson Fernandes der nächste Schweizer Startspiel-Held gesucht.

Etienne Wuillemin, Brasilia
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Gelson Fernandes feiert seinen Treffer im Startspiel gegen Spanien an der WM 2010

Gelson Fernandes feiert seinen Treffer im Startspiel gegen Spanien an der WM 2010

Keystone

Trainer Ottmar Hitzfeld sagtin aller Deutlichkeit: «Ichbin überzeugt, dass wir die Achtelfinals erreichen.» Er vertraut der gleichen Abwehr wie zu Beginn der WM-Qualifikation vor knapp zwei Jahren.

Seine Laune ist prächtig. Als Ottmar Hitzfeld von einem ecuadorianischen Journalisten befragt wird, antwortet er: «Unsere Stärken werden wir gegen Ecuador zeigen. Über die Schwächen muss sich der gegnerische Trainer Gedanken machen – aber da wird er nicht viel finden.»

Hitzfeld kommt nicht nur mit Captain Gökhan Inler zur Medienkonferenz. Auch Valon Behrami sitzt da – und erklärt gleich, warum das so ist: «Seht es als Zeichen, dass zwischen Gökhan und mir alles okay ist! Er hat viel Respekt für mich, ich habe viel Respekt für ihn. Das Team braucht uns zusammen.» Im Vorfeld waren die Spannungen zwischen den beiden nicht zu übersehen. Alles Altlasten aus einem Streit bei ihrem Verein in Neapel.

Auch Trainer Hitzfeld äussert sich unmissverständlich. «Ich bin überzeugt, dass wir die Achtelfinals erreichen.» Dass er die Ecuadorianer wie gewohnt über den Klee lobt, muss kein Zeichen von Angst sein. Klar ist: Auch der Trainer sehnt den Start in sein letztes Turnier herbei. Die Zeit der Spekulationen ist vorbei. Das Abenteuer kann beginnen. Und vor allem soll es nicht schon in zehn Tagen enden.

Nach dem dritten Gruppenspiel in Manaus gegen Honduras wird klar sein, ob es Hitzfeld gelungen ist, noch einmal über sich hinauszuwachsen. Das Team so einzustellen, dass ihn der Erfolg, wie so häufig in seiner Karriere, auch diesmal wieder begleitet.

Die letzte offene Frage betraf die Position des zweiten Innenverteidigers neben Steve von Bergen. Hitzfeld hat sich aller Voraussicht nach für Johan Djourou und gegen Fabian Schär entschieden. Er vertraut damit derselben Abwehr, welche die WM-Qualifikation erfolgreich begann. Die Wahl ist dennoch mutig und lässt wohl den Schluss zu, dass Hitzfeld den Gesundheitszustand von Verteidiger Schär nach dessen Verletzungen als nicht genug stabil erachtet, um 90 Minuten auf höchstem Niveau durchzuhalten. Ob Djourou eine verlässliche Alternative ist, muss allerdings zwingend infrage gestellt werden. Es liegt nun am Genfer, das Gegenteil zu beweisen.

Beim Abschlusstraining konnten sich die Schweizer vergewissern, dass die Diskussion um die Hitze vorerst überflüssig war. Auch wenn das Spiel um 13 Uhr Ortszeit stattfindet, werden beste Fussballbedingungen herrschen. Der Rasen ist in einem herausragenden Zustand. Das 70 000 Zuschauer fassende Stadion ist eine Augenweide.

Zu befürchten wird sein, dass die Schweizer gegen Ecuador ein ähnliches «Auswärtsspiel» bestreiten müssen wie die Griechen gestern gegen Kolumbien. Die ersten Eindrücke aus der Hauptstadt deuten darauf hin. Gelb ist die dominierende Farbe in Brasilia.

Heute Abend wissen wir mehr. Die Bühne ist frei. Und nach dem Auftakt-Sieg 2010 gegen Spanien lautet die Frage nun: Wer wird nach Gelson Fernandes der nächste Schweizer Startspiel-Held?

Schönes Bild: Die Spanier am Boden, während die Schweizer den 1:0-Sieg über den späteren Weltmeister feiern.

Schönes Bild: Die Spanier am Boden, während die Schweizer den 1:0-Sieg über den späteren Weltmeister feiern.

Keystone

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