Eishockey
Geballte Ladung Offensivpower

Mit Frölunda Göteborg wartet eine letzte grosse Hürde auf den HC Davos vor der Qualifikation für den Champions-Hockey-League-Final. Die Schweden dominieren zur Zeit zusammen mit Skelleftea die «Svenska Hockeyligan».

Handruedi Camenisch
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Im Mittelpunkt des Geschehens; Frölunda-Captain Joel Lundqvist (r.).

Im Mittelpunkt des Geschehens; Frölunda-Captain Joel Lundqvist (r.).

Champions Hockey League

Das heutige Champions-League-Halbfinal-Hinspiel zwischen dem HC Davos und den Frölunda Indians (20.15/live SRF2) aus Göteborg verspricht spektakuläres Eishockey. Beide Teams haben in ihren Landesmeisterschaften in dieser Saison schon mehr als 120 Tore geschossen.

Nachdem der HCD in den Viertelfinals Skelleftea nach einem 1:1 im Heimspiel mit einem 4:1-Auswärtssieg eliminiert hat, bekommt es der Schweizer Meister erneut mit einer schwedischen Spitzenmannschaft zu tun, mit dem Frölunda HC, auch Frölunda Indians genannt. Frölunda und Skelleftea führen zurzeit die schwedische Meisterschaft punktgleich an, weit vor dem Rest der Konkurrenz. Während Skelleftea in den vergangenen fünf Jahren stets im heimischen Playoff-Final stand, befindet sich Frölunda nach schwächeren Jahren auf dem Weg zurück an die Spitze. Letzte Saison scheiterten die «Indianer» noch im Playoff-Halbfinal. Und in der Champions League unterlag das Team aus Göteborg im Final den schwedischen Landsleuten aus Lulea mit 2:4. Bis zur 48. Spielminute hatte Frölunda 2:0 geführt.

Frölundas Kader besticht nicht mit vielen prominenten Spielern. Der Bekannteste ist Captain Joel Lundqvist. Nur der 33-jährige Mittelstürmer weist reichlich NHL-Erfahrung auf. In drei Saisons brachte er es auf 159 Partien für die Dallas Stars. Lundqvist gehört als einziger Frölunda-Spieler zum Stamm der schwedischen Nationalmannschaft. Er bestritt für sein Land bereits sechs Weltmeisterschaften und war 2013 auch beim Goldmedaillengewinn dabei, als das 3-Kronen-Team im WM-Final die Schweiz in Stockholm mit 6:1 besiegte.

Der Zwilling von NHL-Star Lundqvist

Lundqvist verkörpert das Paradebeispiel eines kompletten Spielers. Der 1,84 Meter grosse und 92 Kilogramm schwere Zweiwegstürmer arbeitet zuverlässig in der Defensive, bringt Zug aufs gegnerische Tor und geht keinem Körpercheck aus dem Weg. Wesentlich berühmter als Joel Lundqvist ist übrigens dessen Zwillingsbruder: Henrik Lundqvist spielt als Torhüter seit 2005 bei den New York Rangers. Er gilt als einer der Weltbesten seines Fachs.

Frölunda ist keine typisch schwedische Mannschaft, die aus einer betont kontrollierten Defensive ihre Angriffe vorsichtig lanciert. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In 32 Meisterschaftspartien erzielten die Göteborger 125 Treffer, also fast vier im Durchschnitt. Sie bringen eine geballte Ladung Offensivkraft nach Davos. Fünf Spieler brachten es bereits auf 25 und mehr Skorerpunkte: der US-Amerikaner Ryan Lasch (35), Teamcaptain Lundqvist (31), der Kanadier Spencer Abbott (29), der Schwede Andreas Johnson (28) und der Finne Artturi Lehkonen (25). Das spricht für die Ausgeglichenheit von Frölundas Angriffsformationen.

In der Offensive braucht sich der HCD allerdings nicht zu verstecken. Die Bündner erzielten in ihren 36 Meisterschaftsspielen auch schon 122 Tore. Frölunda liess jedoch in 32 Punktekämpfen erst 67 Gegentore zu, die Davoser Goalies mussten sich hingegen bereits genau 100-mal geschlagen geben.

Zu einem Wiedersehen mit ehemaligen Teamgefährten kommt es für Dick Axelsson. Der HCD-Stürmer spielte von 2012 bis 2014 zwei Jahre für Frölunda, bevor er nach Davos wechselte. Gute Erinnerungen an Göteborgs Eishockeyteam hat auch der jetzige SC-Bern-Center Martin Plüss. Er gehörte als «Söldner» von 2004 bis 2008 zu Frölundas Leistungsträgern. 2005 wurde Plüss mit den «Indianern» schwedischer Meister.

Das HCD-Lazarett lichtet sich

Beim HC Davos fehlen heute die drei verletzten Stürmer Marcus Paulsson, Dario Simion und Gregory Sciaroni. Devin Setoguchis Einsatz ist fraglich (krank). Nicht spielberechtigt ist der erst letzte Woche verpflichtete Alexandre Picard. Die angeschlagenen Dick Axelsson, Jan Brejcak und Mauro Jörg dürften spielen.

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