Schweizer Nati
Heile, freudige Zirkuswelt in Lausanne

Im Westen der Schweiz bereiten sich die Ballartisten der Nationalmannschaft auf die nächsten Aufgaben vor – und besuchen am Mittwochabend den Zirkus Knie.

Christian Brägger, Lausanne
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Kevin Mbabu, umringt von Fans.

Kevin Mbabu, umringt von Fans.

Pascal Muller / Freshfocus

Die Nummer eins wird seinem Status auch gleich gerecht. Yann Sommer ist an diesem Mittwochmorgen der Erste, der fürs Training der Schweizer Nationalmannschaft das altehrwürdige Stade Olympique de la Pontaise betritt. In Lausanne hat sie seit Montag im 5-Sterne-Haus «Royal Savoy» Quartier bezogen und bereitet sich auf den Samstag gegen Nordirland (in Genf) und den Dienstag in Litauen vor. Und zum dritten wie letzten Mal vor den beiden WM-Qualifikationsaufgaben ist die Übungseinheit öffentlich.

Auf Sommer und vor dem Rest folgt Murat Yakin, es gibt Jubel von den Rängen und von seiner Seite ein Winkewinke. Später beobachtet man den Nationalcoach, wie er während der fast zweistündigen Übungseinheit Anweisungen gibt oder das Geschehen konzentriert beobachtet. Und wie er Löcher auf dem Rasen im Trainingsanzug stopft, in dem er bald einmal pflätschnass dasteht, weil heftiger Regen einsetzt. Anschliessend hilft die Sonne beim Trocknen. Hin und her geht es auch beim Kreieren von Überzahlsituationen und Vollstrecken von Chancen – zuletzt hatte die Schweiz hier Probleme.

Das letzte Mal war die Schweiz im Welschland erfolgreich

Das Nationalteam will sich in allen Landesteilen präsentieren, nicht immer gelingt ihm ein ausgeglichener Turnus, was auch an der Klasse der Gegner liegt. Das letzte Mal in der Westschweiz bereitete sich die Mannschaft im Herbst 2019 ebenfalls in Lausanne für eine EM-Qualifikationspartie gegen Irland vor. Damals erhielt sie sich mit einem 2:0 in Genf die gute Ausgangslage für die Teilnahme an der Endrunde.

Etwa 400 Leute sitzen auf der Haupttribüne der Pontaise, Zaungast ist sogar der einmalige Nationalspieler Vincent Rüfli, der mittlerweile für Lausanne-Ouchy spielt. Aber vorwiegend sind es Kinder. Sie sind nie lauter, als nach dem vollbrachten Tagwerk die Ballartisten ihre Manege verlassen und spontan eine Autogrammstunde entsteht: Mit eigenen Filzstiften bewaffnet erfüllen die maskierten Xherdan Shaqiri, Kevin Mbabu und Co. die kreischenden Kinderwünsche frohmütig.

Am Abend in den Zirkus

Hier im Westen der Schweiz, wo die Nati schon immer einen guten Stand hatte, wirkt alles etwas wie eine heile Welt, die es zu konservieren gilt. «Es ist in der Tat perfekt hier, nun liegt es an uns, die nächsten Spiele zu gewinnen», sagt Mario Gavranovic. Lustig und besonders unterhaltsam wird diese Welt am Abend, als das Nationalteam einer Vorstellung des Zirkus Knie beiwohnt. Im EM-Sommer bildeten Besuche des Vatikans und eines Weinguts in der Bündner Herrschaft noch das Teambildungs- und Unterhaltungsprogramm – im Knie gibt es nun tatsächlich etwas abzuschauen: einige Tricks.

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