Super League

Heimvorteil trotz Geisterspielen: Der FC Basel ist mit seiner Auswärtsschwäche nicht allein

Der FC Basel verbringt aktuell sehr viel Zeit im Mannschaftsbus.

Der FC Basel verbringt aktuell sehr viel Zeit im Mannschaftsbus.

Die Ligaspitze strauchelt nach dem Restart regelmässig auswärts. Der FC Basel hat eine Erklärung. Aber ist es so einfach?

2414 Kilometer gibt der Routenplaner von Google Maps an. So viele Kilometer hat die Mannschaft des FC Basel seit dem Restart nach der Coronapause im Mannschaftsbus zurückgelegt. Ohne Stau dauern die Fahrten nach Lausanne, Luzern, Neuchâtel, Lugano, Sion und Genf zusammengerechnet gut 20 Stunden. Wäre der FCB nur in eine Richtung gefahren, hätte er mittlerweile den gesamten Balkan durchquert und wäre in Athen angekommen. Auch die griechische Hauptstadt ist mit dem Car 2414 Kilometer von Basel entfernt. Doch an Ferien am Mittelmeer ist beim FCB derzeit nicht zu denken.

Vier Ligaspiele stehen noch an. Drei Tage nach dem letzten Meisterschaftsspiel kommt Eintracht Frankfurt zum Europa-League-Rückspiel nach Basel. Und der FCB plant, auch beim Finalturnier mit dabei zu sein. Das Finale wäre am 21. August. Doch die Saison ist auch dann noch nicht zu Ende.

Sollte sich der FCB fürs Finalturnier qualifizieren, wird der Schweizer Cup im Anschluss fertiggespielt. Das Halbfinale – immerhin ein Heimspiel gegen Winterthur oder Bavois – und theoretisch auch das Finale stehen dort für den FCB noch aus. Die Reise nach Bern wäre dann die letzte Busfahrt der Saison.
Doch auch dann gibt es nur ein kurzes Durchpusten. Die Super League startet am 12. September wieder. Und sollte der FCB in der laufenden Saison Dritter werden, steigt er am 17. September in die Europa-League-Qualifikation. Um die Anzahl der Spiele zu halbieren, wird hier wie beim Finalturnier nur ein entscheidendes Spiel ohne Zuschauer ausgetragen. Das Los entscheidet über das Heimrecht.

Viele Ungewissheiten beim FCB

All dies ist nicht mal zwei Monate entfernt. Doch wer dann FCB-Trainer sein wird, welche Spieler dann das rotblaue Trikot tragen und wem der Verein dann zu welchen Anteilen gehört, ist alles noch offen. In der Gegenwart sitzt der FC Basel schon wieder im Bus. 155 Kilometer nach St. Gallen und wieder zurück stehen auf dem Programm. Der Gegner ist das einzige Team der Liga, gegen das der FCB in dieser Saison noch nicht gewonnen hat und erstmals seit vielen Jahren sogar leicht zu favorisieren ist.

Gesperrter Arthur Cabral fehlt in St. Gallen

Das liegt zum einen daran, dass die personalisierte Torgefahr beim FC Basel mit Arthur Cabral heute gelbrot-gesperrt zuschauen muss. Dazu kommt, dass der FCB aktuell ein gern gesehener Gast ist. Vier Punkte aus fünf Spielen seit dem Restart sind der Grund, dass sich der FCB aus dem Titelrennen verabschiedet hat. «Auswärts ist es grundsätzlich schwieriger. Auch ohne Zuschauer fühlt man sich als Heimteam wohler und versucht, Druck aufzubauen», erklärt FCB-Trainer Marcel Koller.

In Luzern, Sion und Lugano gab es eine Niederlage, in Genf ein Unentschieden. Nur im Cup in Lausanne und beim Tabellenletzten Xamax konnte der FCB auswärts einen Sieg einfahren. Beide Male nicht gerade mit souveräner Vorstellung. «Auswärtsspiele sind in englischen Wochen sicher schwieriger. Die Reisen sind zehrend, du kommst oft erst spät heim und hast weniger Schlaf. Aktuell ist es vom Spielplan her ein bisschen unglücklich, dass wir so oft unter der Woche auswärts spielen», sagt FCB-Keeper Jonas Omlin.

Auch die beiden Meisterkandidaten aus Bern und St. Gallen bekundeten zuletzt in der Fremde grosse Probleme. Dafür punkteten die Top 3 – aber auch der Rest der Liga – in den Geisterspielen zu Hause auch ohne die grosse Unterstützung der Fans häufiger als noch vor der Coronapause. Die vielen Kilometer im Bus bringen aktuell nicht nur für den FCB nicht den gewünschten Ertrag.

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