Champions League

Kevin de Bruyne ist das wichtigste Puzzlestück in der Mannschaft von Manuel Pellegrini

Ohne Kevin De Bruyne passt bei Man City nicht allzu viel zusammen.

Ohne Kevin De Bruyne passt bei Man City nicht allzu viel zusammen.

Bei Manchester City ist der belgische Nationalspieler Kevin de Bruyne nicht mehr wegzudenken. Der 75-Millionen-Transfer ist, wie auch schon beim VfL Wolfsburg, die Lebensversicherung der «Citizens».

Es gibt ein paar Dinge, die Spieler von Manchester City vielleicht nicht unbedingt öffentlich sagen sollten. Kein Fan der legendären Britrocker von Oasis zu sein, gehört sicher dazu. «Das ist nicht meine Musik, ich höre das nicht so oft», sagte Kevin De Bruyne in einem Interview mit dem eigenen Vereins-TV trotzdem und erntete dafür staunende Blicke.

Kevin De Bruyne ballert Man City in den Champions League-Halbfinal.

Kevin De Bruyne ballert Man City in den Champions League-Halbfinal.

Verziehen haben sie dem Belgier den Fauxpas aber schnell, denn zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte hat der vierfache englische Meister die Chance, sich für einen Champions-League-Final zu qualifizieren. Dafür bedanken können sich Trainer, Spieler und Fans vorallem bei einer Person: Kevin De Bruyne. Im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League erzielte er den entscheidenden Treffer gegen Paris St. Germain (1:0) und bereits im Hinspiel markierte der 24-jährige Belgier das wichtige 1:0. Selbst Edelfan Noel Gallagher verzeiht ihm deswegen, dass er die Musik seiner Kultband nicht gerade besonders mag: «Er ist der beste Spieler, den wir hier je hatten.»

Kein De Bruyne, keine Punkte

Wie wichtig der technikversierte Stürmer für die «Citizens» ist, zeigt sich gerade auch dann, wenn er nicht auf dem Platz steht: Ende Januar verletzte sich De Bruyne im Ligapokal-Halbfinal gegen Everton am Knie. Er fiel bis zum 1. April 2016 aus und verpasste sieben Ligaspiele. Manchester City, damals in der Premier League noch auf Platz 2 mit nur drei Punkten Rückstand auf Leader Leicester und berechtigten Ambitionen auf den Titel, fiel in ein Loch. Acht magere Pünktchen in sieben Spielen. Eine Bilanz wie von einem Club im unteren Mittelfeld. Die Konsequenz: Absturz in der Tabelle auf Platz 6. De Bruyne fehlte an allen Ecken und Enden.

«Er ist der beste Spieler, den wir hier je hatten.»

Ex-Oasis-Frontman und City-Fan Noel Gallagher:

«Er ist der beste Spieler, den wir hier je hatten.»

Am 2. April dann die Rückkehr vom belgischen Superstar. City gewann auswärts gegen Bournemouth mit 4:0 - De Bruyne konnte sich nach über zwei Monaten Verletzungspause bereits wieder ein Tor gutschreiben lassen. Und nur wenige Tage nach seinem Comeback sicherte er seiner Mannschaft den Einzug in den Champions-League-Halbfinal. «Ein brillanter De Bruyne schiesst City ins Traumland», schrieb darauf die Zeitung «The Telegraph» und krönte somit den zurückhaltenden De Bruyne zum Mann des Spiels. Und das notabene in einem entscheidenden Viertelfinal-Spiel der Königsklasse. Was für eine Genugtuung für den Spielmacher, der zwei Jahre zuvor bei Chelsea auf der Bank versauerte und sich erst bei Wolfsburg so richtig in Szene zu setzen wusste. 

Von seinen Qualitäten überzeugt ist auch Man-City-Coach Manuel Pellegrini: «Er kann gut mit dem Ball umgehen, schiesst Tore, ist schnell, kann auf drei oder vier Positionen spielen und verfügt über eine sehr gute Technik.» 

De Bruyne: «Wir sind noch nicht fertig»

Heute folgt nun für Manchester City und Kevin De Bruyne ein richtiger Härtetest. Mit Real Madrid ist niemand geringeres als der Champions-League-Rekordsieger (10 Titel) im heimischen «Etihad Stadium» zu Gast. Die Madrilenen befinden sich dazu noch in einer bestechenden Form. Die letzte Niederlage in der spanischen Primera Division liegt bereits über zwei Monate zurück. Damit hat sich die Mannschaft von Coach Zinedine Zidane wieder mitten ins spanische Titelrennen hinein katapultiert - und alles andere als der Champions-League-Titel wäre für «die Königlichen» bei dieser Ausgangslage sowieso eine Enttäuschung.

Manchester City als Underdog in diesem Duell zu bezeichnen, wäre jedoch falsch. Trotzdem würden wohl die wenigsten ihr letztes Hemd auf den einzig verbliebenen englischen Vertreter der Champions-League-Ausgabe 2015 / 2016 setzen. Trainer und Spieler der Blau-Weissen geben sich jedoch kämpferisch: «Wir haben den Gegner, den wir haben wollten», meint etwa Pellegrini selbstbewusst. Und auch Kevin De Bruyne, der heutigen Hoffnungsträger der «Citizens», sehnt sich nach dem grossen Triumph: «Wir sind noch nicht fertig». 

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