Kommentar
Die FIS manövriert sich in eine Grauzone – aber auch Swiss-Ski muss aufpassen

In Wengen überzeugen die Schweizer Skifahrer und sorgen für ein Fest. Doch zu reden gibt der Streit zwischen dem Internationalen Skiverband und Swiss-Ski.

Martin Probst
Martin Probst
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Daniel Yule schrieb mit dem ersten Slalom-Podestplatz für die Schweiz seit 23 Jahren Ski-Geschichte. Gesprächsthema Nummer 1 bleibt aber der Krach zwischen FIS und Swiss-Ski.

Daniel Yule schrieb mit dem ersten Slalom-Podestplatz für die Schweiz seit 23 Jahren Ski-Geschichte. Gesprächsthema Nummer 1 bleibt aber der Krach zwischen FIS und Swiss-Ski.

Keystone

Eigentlich hätten ja beide Parteien Grund, zufrieden zu sein. Swiss-Ski, weil die Heimrennen in Wengen einmal mehr zu einem Schweizer Ski-Fest wurden: Marco Odermatt gewann den Super-G. In den beiden Abfahrten gab es drei Schweizer Podestplätze. Und am Sonntag sorgte Daniel Yule für den ersten Podestplatz eines Schweizers seit 23 Jahren im Slalom. Aber auch der Inter­nationale Skiverband FIS profitierte von vier spannenden Rennen bei traumhaftem Wetter. Das war allerbeste Werbung für den Skisport.

Doch zu reden gab in Wengen vor allem der Konflikt zwischen den beiden Verbänden. Swiss-Ski wirft der FIS vor, Regeln gebogen zu haben, damit der Österreicher Vincent Kriechmayr nach überstandener Coronainfektion starten durfte.

Zuerst, indem ihn die FIS zu den Ab­fahrten zuliess, obwohl er beide Trainings verpasst hatte. Dann, dass Kriechmayr sein positives Testresultat nicht im FIS-System registriert hatte. So musste er nur fünf Tage gemäss österreichischem Recht in Isolation, während ihn die Covid-Regeln der FIS für zehn Tage von allen Wettkämpfen ausgeschlossen hätten.

Die FIS manövriert sich in eine Grauzone. Ob sogar noch weiter, muss geklärt werden. Doch auch Swiss-Ski sollte mit zu lauten Vorwürfen aufpassen. Ausser der Schweizer Verband ist sich ganz sicher, dass seine Athletinnen und Athleten alles korrekt deklarieren. Sonst könnte sich der Streit zum Flächenbrand ausbreiten.