Tennis

Laver Cup mit Roger Federer und Rafael Nadal: Wenn aus Rivalen Freunde werden

Das Team Europa an den Gestaden des Lac Léman (Bild: Twitter @rogerfederer).

Das Team Europa an den Gestaden des Lac Léman (Bild: Twitter @rogerfederer).

Beim Laver Cup in Genf misst sich das Team Europa um Roger Federer und Rafael Nadal an diesem Wochenende in der Palexpo-Halle mit dem deutlich schwächer besetzten Rest der Welt. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Tennisfest der Generationen.

Am Wochenende wird die Genfer Palexpo-Halle mit dem Laver Cup zum Nabel der Tennis-Welt, wo sich die Besten Europas mit den Besten der Restwelt messen. Europa hat die ersten beiden Austragungen gewonnen und ist klarer Favorit.

Für den Baselbieter Roger Federer ist es Heimspiel und Herzensangelegenheit. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zum dritten Laver Cup.

Was ist der Laver Cup?

Ein Teamwettbewerb nach Vorbild des Ryder Cups im Golf, bei dem sich Europa mit dem Rest der Welt misst. Entstanden ist der Laver Cup 2017 auf Anregung von Roger Federer. Organisiert und alimentiert wird er von Federers und Tony Godsicks Agentur Team 8, dem australischen und amerikanischen Tennisverband und dem früheren Davis-Cup-Spieler und heutigen Milliardär, dem Schweiz-Brasilianer Jorge Paulo Lemann. Benannt ist der Laver Cup nach der australischen Tennis-Ikone Rod Laver, die 1962 und 1968 als einziger Spieler zwei Mal den Grand Slam, also alle vier Major-Turniere in einem Jahr, gewinnen konnte.

Laver Cup in Genf

Laver Cup in Genf

Der Laver Cup ist das grösste in der Schweiz stattfindende Tennis-Event. Bei diesem treten Roger Federer und Rafael Nadal nicht gegeneinander an, sondern spielen gemeinsam gegen den Rest der Welt.

Wer ist dabei? Wer fehlt?

Die Crème de la Crème des Welttennis – vor allem bei den Europäern. Teamcaptain Björn Borg kann auf sechs Top-Ten-Spieler zählen. Nicht dabei ist Novak Djokovic. Jeder Europäer ist besser klassiert als die Spieler aus Team World. Captain John McEnroe fehlt nicht nur der Verletzte Kevin Anderson, sondern auch Kei Nishikori (ATP 8), der absagte. Begründung: Das Team Welt ist zu schwach besetzt. Zudem will sich der Japaner auf den Herbst und die Turniere in Asien vorbereiten. Ebenfalls nicht dabei ist Stan Wawrinka, der in der Region Genf lebt. Sein Management und der Laver Cup fanden keinen Konsens. Wawrinka hätte ein Turnier in St. Petersburg gespielt, ist nun aber verletzt.

Was macht den Laver Cup so speziell?

Aus Rivalen werden Kollegen, aus Einzelsportlern ein Team – so das Motto des Laver Cups. Plötzlich stehen mit Rafael Nadal und Roger Federer die zwei erfolgreichsten Spieler Geschichte auf der gleichen Seite des Netzes und bestreiten ein gemeinsames Doppel. Der Laver Cup versteht sich auch als Tennisfest und eine Hommage an die Anfänge des Sports mit Rod Laver. Er bringt Generationen zusammen – jene von gestern, jene von heute und jene von Morgen.

Wie sieht der Modus aus?

Zwölf Spiele in drei Tagen von Freitag bis Sonntag. Täglich drei Einzel und ein Doppel. Jeder der jeweils sechs Spieler pro Team muss am Freitag oder am Samstag ein Einzel bestreiten, aber keiner darf an mehr als an zwei Tagen für ein Einzel nominiert werden. Die Spiele gehen auf zwei Gewinnsätze, der dritte wird im Champions Tiebreak (auf 10 Punkte) ausgespielt. Wichtigste Eigenschaft: Der Laver Cup kann erst am Sonntag entschieden werden. Ein Sieg am Freitag zählt 1 Punkt, am Samstag 2 Punkte, am Sonntag 3. Das Team, das zuerst 13 von 24 Punkten auf sich vereint, gewinnt. Sollte es nach 12 Partien 12:12 stehen, wird der Sieger in einem finalen Doppel-Satz ermittelt.

Was gibt es zu gewinnen?

Die Antrittsgagen sind geheim. Sie richten sich nach der aktuellen Klassierung in der Weltrangliste. Bekannt ist die Höhe des Preisgelds. Für die Mitglieder des Siegerteams gibt es je 250'000 Dollar.

Was ist der sportliche Wert des Laver Cups?

Überschaubar. Punkte für die Weltrangliste gibt es nicht. Es geht also primär um Prestige und Geld. Zwar wurde der Wettbewerb jüngst in den ATP-Kalender aufgenommen, doch das bringt vor allem organisatorische Vorteile. Der Laver Cup geniesst damit das Privileg, durch die Tennisvereinigung vermarktet und durch deren Personal (Schieds- und Linienrichter) unterstützt zu werden. Zwar müssen sich die Spieler über die Weltrangliste qualifizieren, es besteht aber keine Teilnahmepflicht, wie dies beispielsweise bei den Masters-Turnieren der Fall ist.

Wie können Sie beim Laver Cup dabei sein?

Am Donnerstag trainieren die Spieler im Rahmen eines «Open Practice Events» ab Mittag in der Palexpo-Halle. Die gigantische Fanzone ist von 12.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Zur Fanzone mit Unterhaltung und breitem kulinarischem Angebot erhalten Erwachsene für 15 Franken Zutritt, Kinder bis 12 Jahre für 10 Franken. Die Fanzone ist von Freitag bis Sonntag ab 10.00 Uhr bis Spielschluss geöffnet. TV24 überträgt alle Spiele live, wie auch Eurosport.

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