Eishockey

Zum Lachen und zum Weinen: Florence Schellings WM-Rekorde

Goalie Florence Schelling hat an A-Weltmeisterschaften über 1100 Schüsse pariert.

Goalie Florence Schelling hat an A-Weltmeisterschaften über 1100 Schüsse pariert.

Nach ihrer achten Teilnahme an einer A-Weltmeisterschaft hat die 26-jährige Torhüterin aus Oberengstringen zwei Bestmarken aufgestellt. Eine ist positiv, eine negativ.

Die erstaunliche Nationalmannschaftskarriere von Florence Schelling begann mit einem Dämpfer. Als sie im Frühjahr 2003 von ihrem ersten WM-Aufgebot erfuhr, war die Oberengstringerin gerade 14 Jahre alt geworden.

Das Frauennationalteam war zwei Jahre zuvor in die A-Gruppe zurückgekehrt und reiste voller Vorfreude nach China. Es folgte die grosse Enttäuschung: Die Dominatoren Kanada und USA weigerten sich wegen des Sars-Virus, anzureisen – die WM wurde kurzfristig abgesagt.

Zwölf Jahre später ist Schelling 158-fache Internationale und die Torhüterin mit den meisten Einsätzen an A-Weltmeisterschaften. Beim 3:0-Sieg gegen Japan übernahm sie mit ihrem 32. Match die alleinige Führung in dieser Statistik, nach dem Out im Viertelfinal gegen Finnland steht sie mit 33 Einsätzen zu Buche.

Weil sie manchmal ausgewechselt wurde, stand sie in dieser Zeit zusammengerechnet «nur» in etwas mehr als 32 Stunden ohne Pause auf dem Eis.

Über 1200 Schüsse auf das Tor

Das Graben in den Statistiken fördert weitere eindrückliche Zahlen zutage. In ihrer Zeit auf A-WM-Eis sah Schelling 1205 Pucks auf das Tor zufliegen und wehrte über 1100 davon ab, was einer Fangquote von 91,51 Prozent entspricht.

Die Limmattalerin hat einmal erklärt, dass sie diesen Indikator für unerheblich hält. In Anbetracht der unterschiedlichen Kräfteverhältnisse der Gegner sagen Prozentzahlen tatsächlich nur einen Teil der Wahrheit. Gleich verhält es sich mit der durchschnittlichen Anzahl der Gegentreffer pro Partie.

Wieder unter zwei Gegentoren im Schnitt

Die steht nach vielen engen Begegnungen, aber auch einigen Kanterniederlagen bei knapp über drei. Was diesen Wert anbelangt, beweist die Paradenfrau aufsteigende Tendenz: Jüngst in Schweden ist sie erstmals seit ihrem Premieren-WM-Turnier 2004 in Kanada unter zwei Gegentreffern pro Match geblieben.

Kurioserweise hält Schelling neu auch einen negativen Bestwert: Sie ist die WM-Torhüterin mit den meisten verlorenen Spielen – 18 waren es in all den Jahren. Diese statistische Scharte wird sie aber voraussichtlich 2017 egalisieren können: Mit nun 15 gewonnenen Spielen liegt sie im Ranking der erfolgreichsten WM-Goalies auf Rang zwei hinter der zurückgetretenen Kanadierin Kim St. Pierre, die 19 Siege feierte.

Meistgesehen

Artboard 1