Konzentration auf Wolfsburg
Admir Mehmedi zieht sich nach 10 Jahren aus der Schweizer Nati zurück und justiert seinen Fokus

Admir Mehmedi gibt seinen Rücktritt aus der Schweizer Nationalmannschaft. Der Offensivspieler will sich in Zukunft mehr auf seinen Klub und seine Familie konzentrieren.

Christian Brägger
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Admir Mehmedi.

Admir Mehmedi.

Toto Marti

30 Jahre alt ist er erst, und eigentlich hätte er im nächsten Jahr die WM in Katar noch in den Beinen. Sofern sich die Schweiz für das Turnier qualifiziert. Doch Admir Mehmedi, seit 2011 A-Nationalspieler, will im Frühherbst der Karriere mehr für die Familie da sein und sich auf seinen Klub Wolfsburg konzentrieren.

Mehmedi ist mit 76 Länderspielen ein Verdienter, oft sorgte er für Stimmung. Er durchlief alle Nachwuchsauswahlen, stand 2011 mit der U21 im EM-Final, war ein Jahr später Teil des Schweizer Teams am Olympiaturnier in London, wo er auch traf. Ohnehin hatte der Winterthurer mit mazedonischen Wurzeln ein Faible für die wichtigen Tore. So war er der erste Schweizer überhaupt, der an einer WM- und EM-Endrunde einen Treffer erzielte. Vor Kurzem half er mit, Geschichte zu schreiben, als er im Achtelfinal den letzten Penalty gegen Frankreich versenkte.

Mehmedi startete seine Profizeit beim FC Zürich, der Wechsel zu Dynamo Kiew brachte das grosse Geld, die sportlichen Meriten holte er sich dann in der Bundesliga bei Freiburg, Leverkusen und Wolfsburg. Doch immer wieder machte dem Offensivgeist der etwas fragile Körper zu schaffen, wegen den Nachwehen einer Mittelfuss-Verletzung verpasste er beispielsweise die WM in Russland. Zuletzt an der EM schien das Sprachentalent, das als loyaler und integrativer Charakter gilt, nicht mehr so zufrieden zu sein mit seiner Situation im Nationalteam, als er sagte: «Es ist schwer, die Ersatzrolle zu akzeptieren.»

Nationaltrainer Vladimir Petkovic bedauert den Rücktritt, weiss die Leistungen zu würdigen: «Admir hat mit seinem Spiel, mit seiner Persönlichkeit und hochprofessionellen Art viel zur Entwicklung und den Erfolgen unserer Nati beigetragen.» Weitere Rücktritte aus dem Nationalteam sind nicht zu erwarten. Auch gilt es zu betonen, dass diese Kaderveränderung weit gebührender kommuniziert wurde vom Verband als vor gar nicht allzu langer Zeit.

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